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1. Sinfoniekonzert © Oli Rust 1. Sinfoniekonzert $copy; Oli Rust

1. Sinfoniekonzert

Werke von Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Dmitri Schostakowitsch
Dirigent: Gerhard Markson
Klavier:

Erstlinge haben einen besonderen Reiz. Johannes Brahms tat sich ja bekanntlich besonders schwer mit seinem sinfonischen Erstling. Schon früh äußerte er, wie groß die Bürde sei, nach Beethoven überhaupt eine Sinfonie zu schreiben. Es folgten zwanzig Jahre des quälenden Experimentierens und Verwerfens bis er endlich seine erste Sinfonie der Öffentlichkeit präsentierte. Die Haydn-Variationen sind ein Ergebnis jenes Ringens, in denen Brahms die Variationsform – für ihn der Inbegriff des Komponierens schlechthin – grandios zur Entfaltung bringt. Dass vielfältige Gestalten aus einem Thema abgeleitet werden, sollte übrigens auch nachfolgende Komponisten wie Arnold Schönberg faszinieren, der angab, von Brahms gelernt zu haben: »Ökonomie und dennoch: Reichtum.«
Welch anderen Umgang mit der »Bürde Sinfonie« kennzeichnet Dmitri Schostakowitsch. Gerade mal zwanzig Jahre war er alt, als er als Abschlussarbeit am Konservatorium seine Erste komponierte. Sie kennzeichnet Übermut im Umgang mit dem musikalischen Material, zur Schau gestellte Souveränität, die merkwürdige Verschränkung tradierter Formschemata und der beständige Ausbruch daraus. Die für Schostakowitsch so typische Musiksprache aus Zitattechnik, skurrilem bzw. lakonischem Ton, plastischer Gestaltung, ja demonstrativer Überzeichnung tritt hier bereits deutlich hervor. Scheinbar mühelos gelingt ihm, womit so viele Komponisten vor ihm so lange gerungen haben.
Beethovens zweites Klavierkonzert ist eigentlich sein erstes und stammt aus einer Zeit, als der Komponist noch als Pianist an die Öffentlichkeit trat; eine Zeit vor den Sinfonien also, die so schwerwiegende Auswirkungen auf die Nachwelt haben sollten.

Johannes Brahms: Haydn-Variationen op. 56a
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 19
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 1 f-moll op. 10

Aufführung
14.10.13, 20.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Stadthalle