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Lawrence Power, Viola © Giorgia Bertazzi Lawrence Power, Viola $copy; Giorgia Bertazzi

Francesco Angelico © N. Klinger Francesco Angelico $copy; N. Klinger

1. Sinfoniekonzert I Eröffnungskonzert

Werke von Schnittke, Skrjabin und Prokofjew

Das Alte neu erscheinen zu lassen ist ein Grundkonzept in der Musik von Alfred Schnittke. Fast seine ganze Musik scheint so geschrieben zu sein, als ob sich dahinter andere Musikstile verbergen. Hört man seine Musik, weiß man nie, an was sie uns als nächstes erinnert: orthodoxe Kirchenmusik, Kabarettlieder, oder die realistischen Märsche des Sozialismus, die Musik von Bach, Glinka oder Schönberg. Das Bratschenkonzert ist ein wundervolles Beispiel für Schnittkes polystilistische Kompositionsweise und seine starke Suggestionskraft. 
Wegen seiner Exzentrizität glaubten nicht wenige Zeitgenossen, Skrjabin sei nicht ganz bei Trost. Immer mehr steigerte er sich in seinen späteren Werken in einen von esoterisch-religiöser Privatmythologie unterfütterten Gesamtkunstwerk-Rausch hinein. Aber all das war noch Zukunft, als Skrjabin 1898 das kleine Orchesterstück Rêverie (Träumerei) komponierte. Es war das erste Mal, dass der eigentlich als Pianist ausgebildete Komponist ein Stück für Orchester schrieb und doch ist schon so viel von der klanglichen Sinnlichkeit seiner späteren Kompositionen zu hören.
Sergej Prokofjews letztes großes Werk ist seine 7. Sinfonie, ein Auftrag vom sowjetischen Kinderfunk. Erstaunlich hell ist sie, optimistisch. Kaum vorstellbar wenn man sich die Zeit ihrer Entstehung vor Augen ruft; die Schrecken des Stalinismus mit denen Prokofjew konfrontiert war. »Es wurde vorgeschlagen, sie ›Die Jugendliche‹ zu nennen«, erzählt Prokofjews Sohn Swjatoslaw, »aber in ihrem Finale höre ich die traurige Nachdenklichkeit des Todes«. Ironie der Geschichte: der Komponist konnte eine Sowjetunion ohne Stalin nicht mehr erleben, er verstarb am gleichen Tag wie der Diktator.

Alfred Schnittke: Konzert für Viola und Orchester
Alexander Skrjabin: Rêverie (Träumerei) op. 24
Sergej Prokofjew: Sinfonie Nr. 7 cis-Moll

Aufführung
02.10.17, 20.00 Tickets
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Stadthalle