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Solisten  des 1. Sonntagskonzerts, von links: Michael Hintze, Gillian Williams, Markus Brenner und Joachim Pfannschmidt © Staatstheater Kassel Solisten  des 1. Sonntagskonzerts, von links: Michael Hintze, Gillian Williams, Markus Brenner und Joachim Pfannschmidt $copy; Staatstheater Kassel

Anja Bihlmaier © N. Klinger Anja Bihlmaier $copy; N. Klinger

1. Sonntagskonzert

Werke von Widmann, Schumann und Brahms / Schönberg

Dass gleich vier Solisten im Konzert auf der Bühne stehen ist äußerst ungewöhnlich – schon drei (z.B. Beethovens Tripel-Konzert) oder zwei (z.B. Brahms’ Doppelkonzert) sind eine Seltenheit. Robert Schumann kündigte sein Konzertstück für vier Hörner und Orchester (1849) denn auch als »etwas ganz curioses, glaub’ ich« an. Entscheidend für die Komposition war die damals neue Entwicklung des Ventilhorns, das ein viel virtuoseres Spiel ermöglichte als das bis dahin eingesetzte Naturhorn. 
Arnold Schönberg war ein bekennender Brahms-Fan und brachte seine Verehrung 1937 mit einer Orchestrierung von dessen Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25 zum Ausdruck. Die farbenprächtige Fassung lässt das Brahms’sche Werk in ganz neuem Licht erscheinen, doch verleugnet sie den Komponisten nicht – häufig wird sie gar als Brahms’ 5. Sinfonie bezeichnet. 
In seiner 2008 für das BR-Symphonieorchester verfassten Konzertouvertüre Con brio bezieht sich Jörg Widmann auf Beethoven – jedoch nicht durch Zitate, sondern eher im Gestus mit einer gewissen blockhaften Kompositionsweise. Die Besetzung ist analog zur 7. und 8. Sinfonie des großen Meisters klein gehalten und dennoch nicht gerade leise, so wie auch Beethoven einen »unglaublichen ›Lärm‹ mit nur zwei Hörnern, zwei Trompeten und Pauken.« zu Stande brachte, so Widmann. »Vom Genre her ist es zwischen festlich-feierlichem Ouvertürengestus und – weil das Stück insgesamt sehr schnell ist – permanentem Finalcharakter angesiedelt, und es ist gespickt mit grimmigen Scherzo-Elementen.«

Jörg Widmann: Con brio Konzertouvertüre
Robert Schumann: Konzertstück für vier Hörner und Orchester op. 86
Johannes Brahms / Arnold Schönberg: Klavierquartett g-Moll op. 25 (Orchesterfassung von Arnold Schönberg)

Aufführung
17.09.17, 18.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Opernhaus