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François-Frédéric Guy © Benjamin de Diesbach François-Frédéric Guy $copy; Benjamin de Diesbach

Anja Bihlmaier © T.M. Jauk Anja Bihlmaier $copy; T.M. Jauk

4. Sinfoniekonzert

Werke von Ligeti, van Beethoven und Brahms

György Ligeti floh 1956 nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands zunächst nach Wien und zog dann nach Köln, wo er mit führenden Vertretern der musikalischen Avantgarde in Kontakt stand, wie Karlheinz Stockhausen oder Mauricio Kagel. Gleichwohl verfolgte Ligeti seinen eigenen Weg, der wenig mit dem vorherrschenden Strukturdenken des Serialismus zu tun hatte, sondern eng verwobene Klangflächen hervorbrachte. Auch Lontano ist so eine »statische Gewebekomposition«, die einen Eindruck von rastloser Stille hervorruft. Oder nach Ligeti: »Wie wenn man aus grellem Sonnenlicht in ein dunkles Zimmer tritt und die Farben und Konturen nach und nach wahrnimmt.«
In seinem 3. Klavierkonzert kostet Ludwig van Beethoven den düsteren c-Moll-Charakter genüsslich aus, im spannungsvollen Kontrast zu lichten Passagen. Die Entstehungszeit zog sich über einige Jahre hin und auch bei der Uraufführung war der Klavierpart noch nicht vollständig niedergeschrieben – Beethoven spielte weitgehend aus dem Kopf. Das brachte seinen Umblätterer jedoch in größte Nöte: »Ich erblickte in der Klavierstimme fast lauter leere Blätter; höchstens auf einer oder der anderen Seite ein paar, nur ihm zum erinnernden Leitfaden dienende, mir rein unverständliche egyptische Hieroglyphen hingekritzelt.« Beethoven soll sich darüber königlich amüsiert haben …
Brahms‘ F-Dur-Sinfonie, die dritte von vieren, ist diejenige, die zu seinen Lebzeiten den größten Erfolg erzielte. Bei der Uraufführung gab es spontanen Applaus nach dem ersten und dem dritten Satz und Antonín Dvořák schrieb begeistert an den Verleger Simrock: »Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.«

György Ligeti: Lontano
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Aufführung
08.02.16, 20.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Stadthalle