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Anja Bihlmaier © N. Klinger Anja Bihlmaier $copy; N. Klinger

Martina Filjak, Klavier © Martina Filjak, Klavier $copy;

5. Sinfoniekonzert

Werke von Dukas, Ravel und Fauré
Dirigent: Anja Bihlmaier
Klavier: Martina Filjak

Werke der Literatur haben die Komponisten aller Zeiten immer wieder inspiriert, so in gleich drei Kompositionen des 5. Sinfoniekonzertes. Johann Wolfgang von Goethe gehört zu den Dichtern, denen auch die Musikwelt viel zu verdanken hat: So ist der Franzose Paul Dukas als Komponist des Zauberlehrling nach Goethes Gedicht einem breiten Publikum bekannt, während seine ebenfalls nach Goethe komponierten Ouvertüre Goetz de Berlichingen der Hörerschaft lange verborgen blieb.
Eine alte Tragödie: zwei unglückliche Liebende, die in dieser Welt nicht zueinander finden können. Kein Drama hat jemals so viele Komponisten inspiriert wie Pelléas et Mélisande des Symbolisten Maurice Maeterlinck. Denn die Vorlage ist ideal. Eine Geschichte, die sich im Inneren vollzieht, die Dinge nur halb ausspricht und dem Komponisten die Freiheit gibt, seine eigene Phantasie mit der Dichtung zu verbinden. Wie aus dem Ärmel gezaubert erscheint die Bühnenmusik, die Gabriel Fauré 1898 für eine Londoner Theateraufführung schreibt. Sieben Musikstücke und viele kleine Orchestereinwürfe entstehen in nur sechs Wochen. 
1909 hatte Sergej Diaghilew Ravel um eine Ballettmusik für seine »Ballets russes« gebeten und als Sujet den (unter anderen von Goethe bewunderten) spätantiken Liebesroman »Hirtengeschichten von Daphnis und Chloé« des Longos von Lesbos vorgeschlagen, der von zwei bei Hirten heranwachsenden Findelkindern handelt, die Schritt für Schritt gemeinsam die Liebe entdecken. Allerdings machte Fokines komplexe Choreografie zu Ravels ohnehin schon vertrackter Komposition den Tänzern der Uraufführung arg zu schaffen. So scheint es kaum verwunderlich, dass Ravels außerordentliche Partitur ihren Siegeszug zunächst in Form zweier Suiten auf den Konzertpodien antrat, wo deren ganz individuelle Meisterschaft umso deutlicher hörbar wurde. 
»Im Geiste von Mozart und Saint-Saëns« sei sein Klavierkonzert in G-Dur komponiert, ließ Maurice Ravel die staunende Öffentlichkeit wissen. Ganz abgesehen davon, dass die Kopplung dieser beiden Komponistennamen wohl auf Ravels Liebe zur Paradoxie zurückzuführen ist, lässt sie aber doch Rückschlüsse auf den Inhalt des Werks zu: Frei von allen Materialschlachten und Bombastizismen wollte Ravel sich hier äußern – fein, unterhaltsam, im klassischen Geiste, wohl wissend, dass dieser im 20. Jahrhundert nicht mehr ohne weiteres beschworen werden kann.

Paul Dukas: Goetz von Berlichingen Ouvertüre
Maurice Ravel:
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Gabriel Fauré:
Pelléas et Mélisande Suite op. 80
Maurice Ravel:
Daphnis et Chloé Suite Nr. 1

Aufführung
12.02.18, 20.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Stadthalle