Unter dem Titel Nocturne hat Benjamin Britten 1958 acht poetische Nachtstücke zu seinem letzten Zyklus mit Orchesterliedern vereint, einem Schlüsselwerk von fiebriger Intensität, das in die Tiefen des Unbewussten hinabtaucht. Die Vertonungen englischer Dichter aus fünf Jahrhunderten, von William Shakespeare und John Keats bis zu dem im Ersten Weltkrieg gefallenen Wilfred Owen, dessen Texte Britten bereits in seinem War Requiem verwendete, künden von dunklen Abgründen, von Krieg und Gewalt ebenso wie von lichten Traumbildern.
Ein Russe, den man in seiner Heimat als Amerikaner behandelte, während er in Amerika nur als russischer Emigrant galt – Sergej Rachmaninow war ein Entwurzelter. Geflohen vor den Wirren der Oktoberrevolution und doch nicht angekommen in seiner »Wahlheimat« USA, deren Staatsbürgerschaft er – anders als Igor Strawinsky – nie beantragte. Seine Kompositionen jedoch zeigen unverkennbar den Russen: »Ich bin ein russischer Komponist, und meine Heimat hat mein Temperament und meine Anschauung geprägt«. Die 2. Sinfonie kündet von glücklicheren Tagen: Rachmaninow hatte sich 1906/1907 zum Komponieren nach Dresden zurückgezogen. Als Ergebnis entstand ein groß angelegtes Werk in stetem sinfonischen Fließen. Schwungvolle Melodien sind darin ebenso enthalten wie innig-romantische Passagen und manchmal beinahe berauschende Klänge. Mit dem melancholisch singenden Adagio gelang Rachmaninow einer der berückendsten Sätze überhaupt.
Benjamin Britten: Nocturne op. 60
Sergej Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2 e-moll op. 27
6. Sinfoniekonzert
Werke von Benjamin Britten und Sergej Rachmaninow
Solist: Robin Tritschler, Tenor | Dirigent: John Fiore
Dauer: 2 Stunden
Unter dem Titel Nocturne hat Benjamin Britten 1958 acht poetische Nachtstücke zu seinem letzten Zyklus mit Orchesterliedern vereint, einem Schlüsselwerk von fiebriger Intensität, das in die Tiefen des Unbewussten hinabtaucht. Die Vertonungen englischer Dichter aus fünf Jahrhunderten, von William Shakespeare und John Keats bis zu dem im Ersten Weltkrieg gefallenen Wilfred Owen, dessen Texte Britten bereits in seinem War Requiem verwendete, künden von dunklen Abgründen, von Krieg und Gewalt ebenso wie von lichten Traumbildern.
Ein Russe, den man in seiner Heimat als Amerikaner behandelte, während er in Amerika nur als russischer Emigrant galt – Sergej Rachmaninow war ein Entwurzelter. Geflohen vor den Wirren der Oktoberrevolution und doch nicht angekommen in seiner »Wahlheimat« USA, deren Staatsbürgerschaft er – anders als Igor Strawinsky – nie beantragte. Seine Kompositionen jedoch zeigen unverkennbar den Russen: »Ich bin ein russischer Komponist, und meine Heimat hat mein Temperament und meine Anschauung geprägt«. Die 2. Sinfonie kündet von glücklicheren Tagen: Rachmaninow hatte sich 1906/1907 zum Komponieren nach Dresden zurückgezogen. Als Ergebnis entstand ein groß angelegtes Werk in stetem sinfonischen Fließen. Schwungvolle Melodien sind darin ebenso enthalten wie innig-romantische Passagen und manchmal beinahe berauschende Klänge. Mit dem melancholisch singenden Adagio gelang Rachmaninow einer der berückendsten Sätze überhaupt.
Benjamin Britten: Nocturne op. 60
Sergej Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2 e-moll op. 27