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Lucie Horsch, Blockflöte © Diana van Leeuwen Lucie Horsch, Blockflöte $copy; Diana van Leeuwen

Andreas Spering, Dirigent © Marco Borggreve Andreas Spering, Dirigent $copy; Marco Borggreve

7. Sinfoniekonzert

Werke von Henze, Telemann, Sammartini und Strawinsky
Dirigent: Andreas Spering
Blockflöte: Lucie Horsch

Ein Orchesterklang zum Dahinschmelzen! Zum 200. Todestag Georg Philipp Telemanns im Jahr 1967 instrumentierte Hans Werner Henze ein Quartett des Barockkomponisten neu. Heraus kam die Telemanniana, eine in vielen Farben schimmernde Orchesterpalette. Telemanns Quartett in e-Moll aus den »Pariser Quartetten« von 1736 für Flöte, Violine, Violoncello und Basso continuo erhält durch eine notengetreue Übertragung auf ein Orchester ein neues Klanggewand und wird schattierungsreicher. Gleichzeitig behält das Stück seinen tänzerischen, grazilen und leichten Charakter und lebt zugleich von trunkener Klangsinnlichkeit. 
Als Telemann im Alter von 75 Jahren starb hinterließ über 3600 Werke. Damit gehört er zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. In seiner a-Moll Suite für Flöte, Streicher und Basso continuo verbindet er italienisches Drama, französischer Charme und polnische Volksmusik. 
Hilfsmittel zur musikalischen Früherziehung, Eltern-Folterinstrument, Inbegriff harmloser Hausmusik – die bekannten Klischees sind allesamt wenig schmeichelhaft für ernsthafte Blockflötisten. Und sie geben ein völlig falsches Bild von den Möglichkeiten des Instruments – deutlich sichtbar in der Virtuosität, die Giuseppe Sammartini im Finale seines Konzerts den Spielern abverlangt. 
Ein paar Jahre nach dem Skandal um Le sacre du printemps überraschte Serge Diaghilev Igor Strawinsky mit der Bitte, ihm für die »Ballet russes« ein Werk Pergolesis aus dem 18. Jahrhundert zu orchestrieren. Auch wenn er zunächst wenig angetan war, schaute Strawinsky in die Noten. Was dann passiert, beschreibt der Komponist mit seinen eigenen Worten so: »Ich schaute, und ich verliebte mich.« Es ist das Pulcinella Ballett, das auf diese ungewöhnliche Weise entstand.

Hans Werner Henze: Telemanniana in einem Satz
Georg Philipp Telemann: Suite a-Moll für Flöte, Streicher und Basso continuo TWV55:a2
Giuseppe Sammartini:
Konzert F-Dur für Flöte, Streicher und Basso continuo
Igor Strawinsky:
Pulcinella Suite

Aufführung
30.04.18, 20.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Stadthalle