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Ani Yorentz

Sopran

Die Augen sind der Liebe Pforten – Աչքը ինչ տեսնարսիրտը չի մոռնար

Armenien – ein Land im südlichen Kaukasus, das auf eine blühende zweitausendjährige Musiktradition zurückblicken kann. Über die Zeit entwickelte sich im ältesten christlichen Staat der Welt die Musik aus geistlichen Hymnen, die bis ins 4. Jahrhundert zurückgehen, über die armenische Volksmusik und schließlich, auch beeinflusst durch die Nachbarvölker, eine Musikkultur, die zugleich traditionell, wie lebendig sowie kraftvoll und melancholisch ist. Hier wurde Ani Yorentz 1984 geboren, und seit ihrem sechsten Lebensjahr hegt sie eine Leidenschaft für den Gesang. Viele Jahre später und 3561 km von ihrem Heimatland entfernt, feierte sie am Staatstheater Kassel im Jahre 2011 ihr Operndebüt in der Rolle der Mimi in La Bohème und kam ein Jahr später als festes Mitglied ins Ensemble. Auf der Bühne möchte sie als Sängerin die Herzen der Menschen erreichen, in Rollen, die zu ihrer Persönlichkeit, ihrer Stimme, aber auch zu ihren Leidenschaften passen, als deren größte sie die Liebe nennt. Ihr ist sehr wohl bewusst, dass eine gute Künstlerin alles geben und alles aufs Spiel setzen muss, um in diesem Arbeitsfeld dauerhaft zu bestehen. Nicht umsonst ist Maria Callas ihr Idol, an dem sie sich orientiert, die italienische primadonna assoluta, die über sich selbst sagte: »Was Stolz ist, weiß ich nicht. Ich kenne nur die Arbeit«. Ani Yorentz nimmt ihren Beruf sehr ernst und fühlt sich der Schönheit der Musik geradezu verpflichtet. Einen schiefen Ton zu singen, sofern es die Dramatik erhöht, ist für sie nur in Ausnahmefällen zu tolerieren, denn: »Etwas Hässliches zu tun, um das Schöne darzustellen, muss immer die absolute Ausnahme sein«. Auf die Frage, wie sie ihr privates Leben vom Bühnenleben trennt, antwortet sie: »Im privaten Leben küsse ich andere Männer als auf der Bühne«. Und sie hört auch andere Musik; hier gilt ihr Interesse nicht der Klassik, sondern vor allem dem Jazz und italienischer Popmusik. 


Biografie Ani Yorentz wurde 1984 in Georgien geboren. Von 1993 bis 2000 nahm sie Unterricht in Gesang und Klavier an der Kunstschule in Yerevan, Armenien. Von 2001 bis 2006 studierte sie Gesang an der staatlichen Musikhochschule Komitas in Yerevan und schloss dieses Studium im Jahr 2008 ab. Ani Yorentz erhielt zahlreiche internationale Preise, u.a. den Nachwuchspreis bei »Romansiada« (2002 Yerevan, Armenien) und den Nachwuchspreis bei »Yantarniy Solovej« (2004 Kaliningrad, Russland). Von 2005 bis 2008 arbeitete Ani Yorentz als Solistin im Opernstudio in Yerevan. Ab 2008 studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Prof. Thomas Heyer und im August 2009 sang an der Schlossoper Haldenstein / Chur die Partie der Micaëla in Georges Bizets Carmen. Ani Yorentz ist seit April 2009 Stipendiatin der Oskar und Vera Ritter Stiftung, ab Dezember 2010 hat sie darüber hinaus ein Stipendium der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Ihr Repertoire umfasst Partien wie Mimì (La Bohème), Marguerite (Faust) und Kleopatra (Julius Cäsar in Ägypten). Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 gehört die junge Sopranistin zum Opernensemble des Staatstheaters Kassel. Ani Yorentz sang Helena in Brittens Sommernachtstraum, Despina in Così fan Tutte  und die 1. Dame in der Zauberflöte. Bereits im Dezember 2011 gab sie ihr Operndebüt als Mimì in Kassel, eine Rolle, die sie auch in der Wiederaufnahme von La Bohème übernahm. Außerdem brillierte sie als Michal in Händels Saul und verkörperte die Gräfin Ceprano in Rigoletto. In den Wiederaufnahmen sang sie Gretel (Hänsel und Gretel) und Pamina (Zauberflöte). Letztere drei Rollen standen für sie auch 2014/15 auf dem Spielplan sowie das Partiendebüt Liù in Turandot und Berta im Barbier von Sevilla. In der Spielzeit 2015/16 stand sie als Semira in der Barockoper Artaserse von Leonardo Vinci auf der Opernbühne sowie als Ninetta in Die Liebe zu den drei Orangen, als Gretel in Humperdincks Märchenoper, als Mimì in der Wiederaufnahme von La Bohème und in Saul wieder als Michal. 2016/17 sang sie in Die Hochzeit des Figaro erstmals die Partie der Susanna, in Straussʼ Elektra die 4. Magd und in Roméo et Juliette die Titelpartie der Juliette Capulet. Außerdem gab die mit dem Irma-Jansa-Preis 2016 ausgezeichnete Sopranistin erneut ihre gefeierte Liù in Puccinis Turandot. 2017/18 kann man die Sängerin als Musetta in der Wiederaufnahme von La Bohème erleben, außerdem singt sie Anna Reich in Otto Nicolais Spieloper Die lustigen Weiber von Windsor, Barena in Janáčeks Jenufa und Pamina in der Zauberflöte.

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

Die lustigen Weiber von Windsor (Anna Reich)
Die Zauberflöte (Pamina, ihre Tochter)
Jenufa (Barena, Dienstmagd in der Mühle)
La Bohème (Musetta)
Operncafé DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR
Preludio – Vorspiel
Opernkonzert