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Belinda Williams

Mezzosopran

Immer optimistisch bleiben Every cloud has a silver line

Aus der Hauptstadt des Vereinigten Königreichs hat Belinda Williams den Weg nach Kassel gefunden. In ihrer Heimatstadt London spielt die Musik eine sehr große Rolle: Neben der Royal Opera und zahlreichen anderen großen Konzerthäusern gibt es dort allein fünf Sinfonieorchester. Ihr Leben der Musik zu widmen kommt also nicht von ungefähr. Sie ist mit Haut und Haar Sängerin, immer wieder Neues ausprobieren zu können und sich ständig wechselnden Herausforderungen stellen zu müssen, empfindet sie als Glück. Als Beispiel nennt sie unter anderem ihre Debüts in Neuer Musik und nennt Komponisten wie Thea Musgrave und Sir Maxwell Davies: Hier musste sie schreien, knurren, kreischen, schluchzen, gackern. Mit einer trainierten Stimme ist theoretisch alles möglich, meint sie, dennoch sollte das die Ausnahme bleiben, die Schönheit des Gesangs steht immer an erster Stelle im Beruf. Das Künstlerleben sei zwar nicht die sicherste Beschäftigung und sie vermisst schon mal ihre Familie und ihre Freunde in England, dennoch würde sie ihren Beruf nie tauschen wollen. Auch privat hat sie immer Musik im Kopf und trägt ihre Arbeit ständig mit sich, denn: »Als Künstlerin ist die Welt eine Inspiration für die Kunst, und die Kunst ist Inspiration für das Leben«. Trotzdem verzichtet sie zuhause auf das aktive Musikhören, denn wenn es dort ruhig und still ist, kann sie den Lauten der Welt draußen und drinnen lauschen: dem Vogelsang, Kirchenglocken, dem Trommeln des Regens und der Stimme ihrer Tochter. Dies alles mache ihre Seele satt, wie sie sagt, und es ist ihr Traum für immer Musik und Liebe in ihrem Leben zu haben. Ihr größtes musikalisches Vorbild ist ihr Gesangslehrer Ryland Davies. Er war für sie die wichtigste Inspirationsquelle in ihrem beruflichen Werdegang, außerdem ein humorvoller, netter und bodenständiger Mensch. Als Belinda sich einmal bei ihm beschwerte, dass sie für ihre Teilnahme an Händels Oratorium Messias nur sehr gering entlohnt werde, sagte er zu ihr: »Stell dir vor, ein sehr kranker Mann fährt dorthin, um seinen allerletzten Messias zu hören«. Sie hat sofort verstanden, dass man als Sängerin genau so denken muss: Das Publikum lieben, die Musik loben und das Singen genießen – das ist mehr als Gold wert. Wenn sie nicht arbeitet, verbringt sie Zeit mit ihrer Familie, sie kocht und isst gerne, geht schwimmen, spazieren und sie liebt das Reisen. 

Biografie Belinda Williams wurde in London geboren und absolvierte dort 2011 ihre Ausbildung an der Royal Opera Academy mit Auszeichnung. Weitere Studien führten sie an das Londoner Trinity College of Music und die Englische Nationaloper. Außerdem hat die junge Sängerin als Mitglied in mehreren Nachwuchsensembles Erfahrungen sammeln können. Belinda Williams debütierte unter anderem in Unsuk Chins Alice im Wunderland mit dem Estnischen National Orchester, in Efrain Amayas La Bisbetica am Internationalen Operntheater von Philadelphia und Sir Peter Maxwell Davies’ Kommilitonen in London. Die Mezzosopranistin verfügt bereits über ein umfangreiches Repertoire. Zu ihren Partien zählen z.B. Hänsel in Hänsel und Gretel, Tisbe in La Cenerentola, Dorabella in Così fan Tutte, Prinz Orlofsky in Die Fledermaus und Cherubino in Le Nozze di Figaro. Sie bewies ihr Können auch in mehreren Liederabenden sowie bei Aufnahmen im BBC Radio. Zur Spielzeit 2012/13 kam Belinda Williams als Mitglied des Opernstudios ans Staatstheater Kassel und war hier als Dorabella in Così fan Tutte, 3. Dame in der Zauberflöte und Argene in L’Olimpiade sehr erfolgreich. Außerdem wirkte sie im TJO-Projekt Shockheaded Peter mit.  Zuletzt sang sie Hänsel in Hänsel und Gretel, die 3. Dame in der Zauberflöte, Prinz Orlofski in der Fledermaus und Maddalena in Rigoletto. Nach ihrer Elternzeit kehrte Belinda Williams 2016/17 als Großherzogin von Gerolstein in Offenbachs gleichnamiger Opéra bouffe und als Böse Königin in der deutschen Erstaufführung von Wolfgang Mitterers Kinderoper Schneewittchen auf die Bühne des Staatstheaters Kassel zurück. 2017/18 übernimmt sie in Strawinskys The Rake’s Progress die Partie der Türken-Baba.

Foto: Amanda Herbert Photography

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

The Rake's Progress (Baba, genannt Türkenbab)