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dass alles zum besten steht, hätten sie sagen müssen

Stückentwicklung
Kostprobe: 23.05.2018, 20.15 Uhr | tif
Premiere: 25.05.2018, 20.15 Uhr | tif
Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Katharina Faltner
Musik: Marco Mlynek
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Alle Probleme sind gelöst. Nein, lachen Sie nicht, es ist wirklich so gemeint. Die Welt, die Menschheit hat es geschafft. Die Wunden wurden geheilt. Alles, was heute in Krieg, in Hass, Hunger, Furcht auswachsen kann, wurde abgeschafft. Sie befürchten ein Zerrbild? Eine Welt, die nur oberflächlich wunderbar aussieht, aber diese Harmonie ist teuer erkauft? Eine Illusion auf Kosten der menschlichen Freiheit, in Wahrheit eine entmündigte und versklavte Gesellschaft. Abgeschnitten von der Wahrheit, der Kunst, der Philosophie.
Sie kennen diese Szenarien, diese Dystopien, also die pervertierten Utopien, welche unsere Entwicklung  in schwärzester Weise malen. Je weiter der technische Fortschritt ging, desto lustvoller entwarfen Kulturpessimisten, halb prophetisch, halb mahnend, diese Albtraumwelten. Und heute, da wir uns mehr und mehr verflüssigen, in Konsum, Virtualität und ewiger Unrast unsere kleinen Versuche, Individuum zu sein,  untergehen – heute scheint selbst die schöne neue Welt eines Aldous Huxley, das Jahr 1984 eines Georg Orwell überboten zu sein. Nur noch von der Auslöschung erzählen Autoren wie Ballard, wie Houellebecq, nur noch vom Nichts. Und wir, wir schaudern und genießen, wie aufgeklärte Sonntagsapokalyptiker! Jetzt zu sagen, alle Probleme sind dereinst gelöst, ein müdes, zynisches Lächeln. Wie naiv. Mit diesem Menschen. Aber stellen Sie sich vor, es wäre ernsthaft gelungen. Kein doppelter Boden. Kein Trick. Alles. Steht. Zum. Besten. Wollen Sie in dieser Welt leben?

Vorstellungen
23.05.18, 20.15
25.05.18, 20.15
31.05.18, 20.15
15.06.18, 20.15
22.06.18, 20.15
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
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