Der Ring des Nibelungen

von Richard Wagner
Das Rheingold, Premiere am 01.09.2018
Die Walküre, Premiere am 09.03.2019
Siegfried, Premiere am 14.09.2019
Götterdämmerung, Premiere am 07.03.2020
Kassel schmiedet den »Ring«
… und das nunmehr seit 1961 zum fünften Mal, was fast einzigartig in der deutschen Theaterlandschaft ist – darunter die legendäre Interpretation von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht (1970–1974), die als Grundlage für den »Jahrhundert-Ring« von Patrice Chéreau in Bayreuth gilt. Regie führt nun Markus Dietz, Oberspielleiter am Schauspiel des Staatstheaters Kassel und Regisseur der gefeierten Produktionen von Die tote Stadt, Turandot und Elektra. Gemeinsam mit Kassels Generalmusikdirektor Francesco Angelico nähert er sich Richard Wagners monumentalem und universellem Gesamtkunstwerk aus dem Blickwinkel des beginnenden 21. Jahrhunderts. Denn wie sich die Zeiten ändern, so lässt auch die Tetralogie DER RING DES NIBELUNGEN immer neue und vielfältige Interpretationsansätze zu. Schließlich geht es um nicht weniger als die Grundfesten dieser Welt.
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Eine Neuinszenierung von Wagners Tetralogie ist nicht nur eine künstlerische Herausforderung, sondern auch eine finanzielle. Schmieden Sie mit und unterstützen Sie den Kasseler Ring!
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Alles beginnt
… mit dem Raub des Rheingoldes durch Alberich, der der Liebe entsagt und aus dem Edelmetall einen Ring schmieden lässt, der ihm unermessliche Macht verschafft. Doch nach Macht verlangt es auch Wotan, der sich daher wider alle Gesetze des Ringes bemächtigt. Alberich belegt daraufhin den goldenen Reif mit einem Fluch: »Wer ihn besitzt, den sehre die Sorge, und wer ihn nicht hat, den nage der Neid.« Und der Fluch zeigt umgehend Wirkung: Die schlimmsten menschlichen Schwächen fördert er zutage, die wiederum in Mord, Raub, Vertragsbruch, Betrug, Inzest und weitere Verbrechen münden. Selbst ein »freier« Mensch wie Siegfried, der weder Götter noch Gesetze bedarf, erliegt seiner Macht, womit sein Tod besiegelt ist. Am Ende steht die Zerstörung der Welt, wie wir sie kennen, und Gold und Ring finden zurück an ihren Ursprung – nur damit alles von neuem beginnen kann?
»Kinder, schafft Neues«
… hat Wagner einst von allen Kunstschaffenden gefordert. Er selbst hatte es getan, hatte Neues geschaffen, indem der das Musikdrama auf der Grundlage mythologischer Motive und Geschichten institutionalisierte, um eine Alternative zur konventionellen, überkommenen Opernform zu bieten und sich nicht in die Phalanx derer einzureihen, die, wie Wagner ein wenig sarkastisch vermerkte, nur zur »Unterhaltung der Gelangweilten« etwas beizusteuern wussten. Der Mythos als solcher wurde Wagner deshalb so wichtig, da die Menschen anhand archaischer Themen und Figuren einerseits einen Abstand zur eigenen Zeit herstellen, andererseits aber auch die eigene Epoche kritisch hinterfragen konnten. Vom fliegenden Holländer bis hin zur gesamten RING-Tetralogie und seinem finalen Werk Parsifal griff Wagner auf mythologische Stoffe zurück. Dem RING DES NIBELUNGEN, geschrieben zwischen 1848 und 1856, komponiert in den Jahren 1853 bis 1874 und uraufgeführt bei den ersten Bayreuther Festspielen 1876, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Nie zuvor oder danach in der Musikgeschichte wurde ein Gesamtwerk solchen Umfangs zu Papier gebracht. In der musikalischen Textur spielt das heutzutage sogenannte »Leitmotiv« eine wesentliche Rolle: Den einzelnen Figuren wie auch bestimmten Handlungsmotiven und sogar Gegenständen sind charakteristische musikalische Motive zugeordnet, die immer wieder – auch unabhängig vom Gesang oder Bühnengeschehen – im Orchester erklingen. In der Walküre gelang es Wagner schließlich erstmals, Musik und Text gleichberechtigt auf eine mediale Ebene zu stellen und so dem von ihm selbst geforderten musikdramatischen Prinzip gerecht zu werden. 
Das Prinzip des Sündenfalls
… ist für Regisseur Markus Dietz einer der zentralen Ausgangspunkte seiner RING-Interpretation. Mit dem Raub des Goldes im Rheingold schließt das »Paradies« seine Pforten und die Menschen werden in eine grausame Realität hineingeschleudert, in der, nach der Philosophie Thomas Hobbes’, der »Mensch des Menschen Wolf« ist. Liebe wird zu gemeiner Lust, Macht über andere an erste Stelle gesetzt, kapitalistische Werte gewinnen oberste Priorität. Liebe und Macht werden zu unvereinbaren Gegensätzen. Eine neue, schreckliche Welt entsteht, in der der Konflikt um den Ring zwischen Wotan und Alberich (und deren spätere Stellvertreter Siegfried als Geschöpf Wotans und Hagen als Sohn Alberichs) alles und jeden ins Verderben stürzt. Erst Brünnhilde gelingt es, dieses Schema am Ende der Götterdämmerung zu durchbrechen, indem sie den Ring den Rheintöchtern zurückgibt. Und doch ist der Schluss alles andere als eindeutig: Brünnhilde, die Liebe erfahren hat und durch Leid gegangen ist, findet Erlösung im Opfertod im Sinne der pessimistischen Philosophie Arthur Schopenhauers. Und mit ihr die Götter. Die letzten Takte der Musik Wagners sprechen trotzdem eine deutlich optimistische Sprache. Obgleich Wagner für die gesamte Tetralogie auf verschiedene mythologische Quellen und Erzählungen zurückgriff und dabei zahlreiche Wesen wie Licht- und Schwarzalben oder Riesen kreierte, ist es doch nur eine Spezies, deren universelle Tragödien und Utopien erzählt werden: die des Menschen.
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Dr. Anneke Hecke
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spalckhaver/keuneke/baum Rechtsanwälte und Notare
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