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Die Präsidentinnen

von Werner Schab
Kostprobe: 15.11.2017, 20.15 Uhr | tif
Premiere: 17.11.2017, 20.15 Uhr | tif
Inszenierung: Martin Schulze
Bühne und Kostüme: Ulrike Obermüller
Dramaturgie: Michael Volk

»Die schlechten Elemente wachsen auch sofort in die Überzahl hinein, wenn man etwas besseres geworden ist. Da wird man viele starke Wachorgane brauchen in dem neuen Leben.«

Erna, Grete und Mariedl, drei Frauen unterschiedlichen Alters, treffen sich in Ernas Wohnküche. Weit davon entfernt, ihre Ressentiments als Mangel zu begreifen, sind sie vielmehr davon überzeugt, dass das, was sie sprachlich erfinden, die Welt ist. Wer wäre davor gefeit? Während die drei in einer ersten Runde ihre gegenwärtigen Leben vergleichen, sich argwöhnisch messen, die Schwere ihres Unglücks und die Stärke ihrer religiösen Überzeugungen in die Waagschale werfen, verwandelt sich in einer zweiten Runde die beengte kleinbürgerliche Idylle zunehmend in ein jahrmarktseliges Land der Träume: Das Gespräch der drei selbsternannten Königinnen entfaltet Wunschphantasien, die den Bezug zur Wirklichkeit völlig verloren haben. Erna findet sich mit tief religiösem Traummann an ihrer Seite in einem Hort der Wohlanständigkeit wieder, Grete erfüllt sich alle sexuellen Phantasien, die sie umtreiben und die jüngste, Mariedl, redet sich eine Welt herbei, in der sie endlich wirklich nützlich sein wird: wenn nämlich beim Dorffest auf einmal die Klos verstopft sind und ihre beherzte Expertise gefragt ist.
Werner Schwab beschreibt mit der ihm eigenen groben Zärtlichkeit drei Wesen, die gesellschaftlich beschädigt sind, und die verzweifelt und komisch darum ringen, sich durch ihre Sprache in ihrer kleinen Welt zu behaupten: Königinnen ihrer Defekte, Herrscherinnen ihrer Phantasiereiche.
DIE PRÄSIDENTINNEN ist das erste von Schwabs »Fäkaliendramen«. Zu dessen Titel vermerkt der Autor: »Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn. Ich stamme aus einer Präsidentinnen-Familie.«

Vorstellungen
15.11.17, 20.15
17.11.17, 20.15
23.11.17, 20.15
25.11.17, 20.15
10.12.17, 20.15
17.12.17, 20.15
20.12.17, 20.15
31.12.17, 20.15
21.01.18, 20.15
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
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