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Sabrina Ceesay, Thomas Sprekelsen, Bernd Hölscher, Christoph Förster, Uwe Steinbruch © N.Klinger Sabrina Ceesay, Thomas Sprekelsen, Bernd Hölscher, Christoph Förster, Uwe Steinbruch $copy; N.Klinger

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Uwe Steinbruch, Christoph Förster, Bernd Hölscher, Thomas Sprekelsen, Sabrina Ceesay © N.Klinger Uwe Steinbruch, Christoph Förster, Bernd Hölscher, Thomas Sprekelsen, Sabrina Ceesay $copy; N.Klinger

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Die Schutzbefohlenen

von Elfriede Jelinek
Mit Übertiteln in englischer Sprache
Dauer: 2 Stunden
Inszenierung: Philipp Rosendahl
Bühne und Kostüme: Brigitte Schima
Musik: Thorsten Drücker
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Elfriede Jelinek schreibt 2013 Die Schutzbefohlenen als Reaktion auf das Refugee Protest Camp Vienna, ein Zeltlager vor der Wiener Votivkirche, das sechzig Asylsuchende im November 2012 errichteten, um gegen schlechte Bedingungen im Aufnahmelage zu protestieren. Da ihre  Proteste wochenlang nichts bewirken konnten, besetzten sie die Kirche, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Den meisten von ihnen drohte bei Abschiebung in ihr Heimatland der Tod.
»Wir sind gekommen, doch wir sind gar nicht da«, lässt die Nobelpreisträgerin den Chor der Asylsuchenden sagen und verleiht denen eine Stimme, die in unserer Gesellschaft sonst keine haben. Sie bezieht sich in Die Schutzbefohlenen auf das älteste Flüchtlingsdrama der Theaterliteratur, Aischylos‘ Tragödie Die Schutzflehenden, auf die katastrophalen Zustände an den Außengrenzen der EU, auf die Themen Herkunft, Heimat und Hilfe.

Ironisch, poetisch und politisch nicht korrekt, konfrontiert sie uns damit, dass Menschenrechte nicht für alle gleich sind: Viele hundert Tote werden bedauernd in Kauf genommen (während gleichzeitig die Blitzeinbürgerung der Tochter Boris Jelzins oder des Opernstars Anna Netrebko ermöglicht wird). In der Abschiebung Hilfe suchender Menschen zeigt sich der Zynismus im Umgang mit Menschenrechten: Nie gelten sie für alle, sondern nur für die, die es sich leisten können. Jelinek konfrontiert uns sprach- und bildgewaltig mit der Wahrheit eines Europas, das im Inneren grenzenlose Freiheit verheißt und sich nach außen hin abschottet  - und selbst denen, die es schaffen, alle Hindernisse zu überwinden, nur eine identitätslose, ungewisse Zukunft bietet. »Wir sind ja auch von selber gekommen, als schutzflehender Zug, bitte helfen Sie uns, unser Fuß hat ihr Ufer betreten, wenn er Glück hatte, doch wie geht es jetzt weiter?«

Vorstellungen
11.01.17, 20.15
23.02.17, 20.15
04.04.17, 20.15 Tickets
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
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