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Ein idealer Mann

von Oscar Wilde
Kostprobe: 16.11.2017, 19.30 Uhr | Schauspielhaus
Premiere: 18.11.2017, 19.30 Uhr | Schauspielhaus
Inszenierung: Sarantos Zervoulakos
Bühne: Christian Kiehl
Kostüme: Su Bühler
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen
Licht: Oskar Bosman

»Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.«

Brillant! Funkelnd! Witzig! Die neue Unsterblichkeit heißt Carpe diem. Alles fließt, wir sind flüssig, Tempo, Tempo, Freud lass nach, es lebe Epikur! Was sind schon die alten Fabriken aus Stahl und Beton: Silicon Valley, Brazilian Waxing, E-Mobility und der Teufel trägt schon lange nicht mehr bloß Prada. Ja, wer glaubt, Oscar Wilde wäre ein Mann des 19. Jahrhunderts, der irrt. Keiner hat wie er mit so viel schockierender Raffinesse unsere Welt gezeichnet, in der wir alle sein dürfen, was wir sein wollen – und niemand hat so maliziös den Drogenrausch unserer immer obszöneren Individualität beschrieben. DER IDEALE MANN ist eine glänzende Komödie über Leute, die das Spiel spielen, eine Kriminalstory über das Verhältnis von Wahrheit und Phantasma, psychologisch elegant wie Hitchcock und Tarantino, von einem Wortwitz, gegen den Twitter eine lahme Ente ist, und ein Tanz in den Halbschattenseiten unserer ach so aufgeklärten Zeiten. Der IDEALE MANN ist der Traum von einem Politiker, einem der Integren, Aufrichtigen, Engagierten, ja, von dem alle genau diese Rolle verlangen! Dessen Perfektion gar die Basis der Liebe der Frau ist, die er (leider?) aufrichtig liebt – und den seine Vergangenheit einholt, in Gestalt einer Vampirlady, die ihre Lust daran hat, die smartphone-glatten Spiegel zu zerstören. Eine Satire über moderne Ritter von der insgeheim traurigen Gestalt, über Erpressung, Korruption und prächtige Outfits, über moderne Frauen, die viel mehr über die Spielregeln der Freiheit wissen als die Zauberlehrlinge der Schöpfung – und einen Magier an diesem Königshof des Virtuellen: den Dandy. Den Mann, der (wenn keiner ihn beobachtet) sehr fleißig daran arbeitet, dass alle in ihm den Narren sehen, dessen Beruf die Eleganz ist: weil er an das Moralische der echten Schönheit glaubt; der weiß, dass in diesen geschmacklosen Zeiten nur exquisite Gleichgültigkeit die Maske des schlauen Menschen ist.

Vorstellungen
16.11.17, 19.30
18.11.17, 19.30
25.11.17, 19.30
17.12.17, 18.00
20.12.17, 19.30
22.12.17, 19.30
31.12.17, 15.00
31.12.17, 19.30
21.01.18, 19.30
12.04.18, 19.30
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Schauspielhaus
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