Opernhaus © N. Klinger Opernhaus © N. Klinger

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Geschichte

Das Staatstheater Kassel – ein Theater mit Tradition

Theater ist mehr als nur Spiegel der Gesellschaft, der uns vor Augen führt, wie wir Menschen leben, und was uns ausmacht. Theater schafft eigene Welten und Wirklichkeiten. Theater öffnet neue Erlebnis- und Denkräume. Theater ist sowohl Experimentierraum für Neues und Unbekanntes, als auch ein Ort der geschichtlichen Selbstvergewisserung – und das seit fast 2500 Jahren!
Mit dem Ottoneum, das der kunstsinnige Landgraf Moritz der Gelehrte nach dem Namen seines Sohnes Otto benennen ließ, entstand in Kassel das älteste feste Theatergebäude nördlich der Alpen. 1605, also vor mehr als 400 Jahren, führten hier Schüler des Collegium Mauritianum die Antigone von Sophokles auf. Englische Komödianten gastierten auf ihren Reisen von London nach Prag im Ottoneum und machten sowohl das höfische als auch das bürgerliche Publikum mit den Werken von Marlowe und Shakespeare vertraut.Das Staatsorchester Kassel, hervorgegangen aus der Landgräflichen Hofkapelle, feierte in der Spielzeit 2002 / 03 sein 500-jähriges Bestehen und ist eines der ältesten Kulturorchester der Welt. Louis Spohr wirkte von 1822 bis 1859 in Kassel und machte das damalige Hoftheater zu einer Stätte der neuen romantischen Oper.
Der berühmteste Komponist und Dirigent, der in Kassel gearbeitet hat, war Gustav Mahler, der von 1883 bis 1885 2. Kapellmeister und Chordirigent am Staatstheater Kassel war. Hier komponierte er unter anderem die »Lieder eines fahrenden Gesellen«. Seit 1989 finden alle zwei Jahre die Gustav-Mahler-Festtage in Kassel statt. In den Jahren 1766 bis 1769 entstand das »Kurfürstliche Hoftheater zu Cassel« in der Oberen Königsstraße, dort, wo heute Kaufhof steht. 140 Jahre später, am 26. August 1909, wurden in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. am Friedrichsplatz mit Albert Lortzings Undine, der Lieblingsoper des Kaisers, die Königlichen Schauspiele eröffnet – mit 1450 Plätzen eine der größten deutschen Bühnen.
Die Kasseler Bombennacht des 2. Weltkriegs, vom 22. auf den 23. Oktober 1943, zerstörte das Theater so sehr, dass es nicht mehr zu bespielen war. Die Stadthalle diente als Behelfstheater und wurde am 11. November 1945 mit Goethes Iphigenie auf Tauris, dem klassischen Bekenntnis zur Humanität, eröffnet. Der Plan Così fan tutte zur Aufführung zur bringen, musste fallengelassen werden, denn die Sänger wurden im ungeheizten Vestibül der Stadthalle heiser.

1951 war zur Planung eines neuen Theatergebäudes ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich Architekten mit 117 Arbeiten beteiligten. Auf Platz 1 wurde einstimmig der Entwurf des bekannten Architekten der Berliner Philharmonie Hans Scharoun gewählt – der Baubeginn 1954 jedoch mit der Begründung abgebrochen, dass Termine und finanzielle Grenzen nicht eingehalten werden könnten. Stattdessen beauftragte die Hessische Landesregierung Paul Bode aus Kassel mit der Erstellung eines Entwurfs. Der Münchner Künstler Blasius Spreng gestaltete die Foyers und den Zuschauerraum. Angesichts des nicht realisierten Entwurfs von Hans Scharoun sprach man von der »Kasseler Staatstheater-Katastrophe«. Am 12. September 1959 wurde das Opernhaus mit der Uraufführung der Auftrags-Oper Prometheus von Rudolf Wagner-Régeny nach Motiven von Aischylos und am 13. September 1959 das Schauspielhaus mit Maria Stuart von Friedrich Schiller feierlich eröffnet.
Zum 50. Jubiläum dieser Eröffnung fanden am 12. September 2009 ein Festakt und ein Konzert statt. Mit der Spielzeit 1983 / 84 eröffnete der damalige Intendant Manfred Beilharz unter dem Namen »Theater im Fridericianum« – kurz »tif« – eine Studiobühne mit 99 Plätzen. Schnell avancierte diese zur beliebten dritten Spielstätte. Nach fast zweieinhalb Jahren in Ersatzspielstätten konnte das Staatstheater Kassel nach einer umfangreichen Sanierung mit Tristan und Isolde von Richard Wagner am 3. Februar im Opernhaus und Don Karlos von Friedrich Schiller im Schauspielhaus, am 4. Februar 2007, feierlich wiedereröffnet werden. Mit den zwei großen Bühnen und ihren Verwandlungsmöglichkeiten kann man räumlich und technisch der langen und traditionsreichen Musik- und Theatergeschichte Kassels nun wieder gerecht werden. Heute versteht sich das Staatstheater Kassel mit seinen 487 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Über 220.000 Zuschauer im Jahr 2012 und über 10.000 Abonnenten machen stolz. Doch darf es im Bereich von Kunst und Kultur niemals nur um Quantität gehen. Was zählt? Die Qualität der gesellschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung auf der Bühne!