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Natalia Perelló (Taumännchen) © N. Klinger Natalia Perelló (Taumännchen) $copy; N. Klinger

Sebastian Noack (Peter, Besenbinder) © N. Klinger Sebastian Noack (Peter, Besenbinder) $copy; N. Klinger

Lona Culmer-Schellbach (Mutter Gertrud) © N. Klinger Lona Culmer-Schellbach (Mutter Gertrud) $copy; N. Klinger

Kinder des CANTAMUS-Chores © N. Klinger Kinder des CANTAMUS-Chores $copy; N. Klinger

Statisterie © N. Klinger Statisterie $copy; N. Klinger

Lona Culmer-Schellbach (Mutter Getrud) © N. Klinger Lona Culmer-Schellbach (Mutter Getrud) $copy; N. Klinger

Kinder des Kinderchors CANTAMUS, im Hintergrund liegend Hänsel und Gretel © N. Klinger Kinder des Kinderchors CANTAMUS, im Hintergrund liegend Hänsel und Gretel $copy; N. Klinger

Lona Culmer-Schellbach (Gertrud) und Sebastian Noack (Peter, Besenbinder) © N. Klinger Lona Culmer-Schellbach (Gertrud) und Sebastian Noack (Peter, Besenbinder) $copy; N. Klinger

Ensemble und Kinderchor CANTAMUS © N. Klinger Ensemble und Kinderchor CANTAMUS $copy; N. Klinger

Hänsel und Gretel

Märchenspiel in drei Akten von Engelbert Humperdinck
Text: Adelheid Wette
Wiederaufnahme: 15.12.2017, 18.00 Uhr | Opernhaus
Dauer: 2 Stunden 10 Minuten
Musikalische Leitung: Deniola Kuraja
Inszenierung: Elmar Gehlen
Bühne: Thomas Richter-Forgách
Kostüme: Martina Feldmann
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung: Maria Radzikhovskiy
Besetzung

Vater Peter : Sebastian Noack
Mutter Gertrud: Lona Culmer-Schellbach
Hänsel: Marta Herman
Gretel: Jaclyn Bermudez
Die Knusperhexe: Johannes An
Sandmännchen: Anna Nesyba
Taumännchen: Karola Sophia Schmid
Kinderchor: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Statisterie: Statisterie des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 15.12.17, 18.00 Uhr

Musikalische Leitung: Deniola Kuraja
Vater Peter : Sebastian Noack
Mutter Gertrud: Lona Culmer-Schellbach
Hänsel: Marta Herman
Gretel: Jaclyn Bermudez
Die Knusperhexe: Johannes An
Sandmännchen: Anna Nesyba
Taumännchen: Karola Sophia Schmid
Kinderchor: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Statisterie: Statisterie des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 23.12.17, 17.00 Uhr

Musikalische Leitung: Deniola Kuraja
Vater Peter : Sebastian Noack
Mutter Gertrud: Lona Culmer-Schellbach
Hänsel: Marta Herman
Gretel: Jaclyn Bermudez
Die Knusperhexe: Johannes An
Sandmännchen: Anna Nesyba
Taumännchen: Karola Sophia Schmid
Kinderchor: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Statisterie: Statisterie des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 30.12.17, 16.00 Uhr

Musikalische Leitung: Deniola Kuraja
Vater Peter : Sebastian Noack
Mutter Gertrud: Lona Culmer-Schellbach
Hänsel: Marta Herman
Gretel: Jaclyn Bermudez
Die Knusperhexe: Johannes An
Sandmännchen: Anna Nesyba
Taumännchen: Karola Sophia Schmid
Kinderchor: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Statisterie: Statisterie des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 06.01.18, 17.00 Uhr

Musikalische Leitung: Deniola Kuraja
Vater Peter : Sebastian Noack
Mutter Gertrud: Lona Culmer-Schellbach
Hänsel: Marta Herman
Gretel: Jaclyn Bermudez
Die Knusperhexe: Johannes An
Sandmännchen: Anna Nesyba
Taumännchen: Karola Sophia Schmid
Kinderchor: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Statisterie: Statisterie des Staatstheaters Kassel

»End’ der Graus, Hexengraus und der Spuk ist aus!«

Wenn die Mutter müde am Tisch sitzt, ist das Unglück schon geschehen: Sie hält den zerbrochenen Krug in der Hand. Dann kommt der Vater vom Markt zurück, und, auch das noch, wieder einmal angetrunken. Da hat die Mutter die Kinder im Zorn bereits in den Wald geschickt zum Beeren pflücken, dass wenigstens etwas auf dem Tisch sei, wenn der Vater heimkehrt. In dem zerbrochenen Krug war nämlich einmal Milch, die doch zu Reisbrei verrührt werden sollte. Aber immerhin hat der Vater einen Teil seiner Einkünfte vom Besenverkauf auf dem Markt auch in Lebensmittel umgesetzt: Speck, Butter, Würste, Eier bringt er mit. Darüber selbst hocherfreut, singt er: »Hunger ist der beste Koch«.

Natürlich ist es die Geschichte von Hänsel und Gretel, die Engelbert Humperdinck 1893 musikalisch so genial erzählt; es ist aber auch die von Mutter und Vater: Die beiden zeigen eine Wahrhaftigkeit in Bezug auf das, was heute für viele Menschen zur »Lebensrealität“ geworden ist: Vater (und/oder Mutter) mühen sich ab für die Familie; der Zorn der Mutter ist echt, als der Krug zerbricht, er steht für etwas kaputt Gegangenes, was nicht zu ersetzen oder zu reparieren ist, weil es am Geld oder nötigen Willen fehlt. Über beides verfügen sie nicht. Zum Vorwurf macht die Mutter dem Vater, dass er sich wieder einmal betrunken hat. Und obwohl sie die Mechanismen durchschaut, kann und will sie sich damit nicht mehr auseinandersetzen. In der Oper benennt der Vater das Problem (wenngleich mit anderen Worten): »Ach, wir armen Leute, alle Tage so wie heute: in dem Beutel ein großes Loch, und im Magen ein größeres noch«. Ja, die Familie leidet Not, es mangelt schon an der existentiellen Grundversorgung: Alle haben Hunger, aber nichts zu essen. Bis auf heute. Und so ziehen sie ihre Freude daraus, dass der Vater einmal so viel verdiente, dass es nun für eine Weile reicht zum Sattwerden. Und deshalb wollen sie heute »hopsassa, lustig sein«: Vielleicht geht es jetzt mit der Besenbinderei doch aufwärts!

Erzählt man die Geschichte bis hier, ließe sie sich durchaus als naturalistisches Sozialdrama verstehen – auch vor dem Hintergrund der sozialen Wirklichkeit Mitte des 19. Jahrhunderts, die herzustellen Ludwig Bechstein mit seiner Psychologisierung der Grimm’schen Märchenfiguren Hänsel und Gretel 1845 bezweckte.

Jetzt aber kommt die Hexe ins Spiel. Als die Eltern sich zum Essen niederlassen wollen, fragt der Vater plötzlich: »Halt, wo bleiben die Kinder?« Ja, gibt die Mutter zu, sie habe sie in den Wald gejagt, aus gutem Grunde. Aber, weiß der Vater, im Wald wohne doch das Böse. Bevor den Kindern dieses Böse in Gestalt der Knusperhexe begegnet, merken sie (wir sind im zweiten Bild der Oper), dass sie sich verlaufen haben. In der Inszenierung von Elmar Gehlen flüchten sie sich in ihrer Angst auf eine Insel aus Moos. Hier, so glauben sie, sind sie sicher, und tatsächlich dürfen sie zunächst entkommen: Das Sandmännchen hat ihnen Schlafkörnchen in die Augen gestreut und auf einmal schwirren bunte Elfen durch die Lüfte, kriecht eine Riesenschnecke über die Bühne, sorgen wehende Wolken für eine Märchenstimmung. Als Gretel wieder aufwacht, fragt sie zaghaft: »Wo bin ich, ist es ein Traum?« Da liegt die Hexe schon auf der Lauer …

Hänsel und Gretel beenden das märchenhafte Spiel, indem sie der Hexe den Garaus machen. Da stimmen die Kinder überein: »End’ der Graus, Hexengraus und der Spuk ist aus!« Man könnte sagen, dass sie somit ihr Leben ohne den Alptraum Hexe wieder aufnehmen, und deshalb kommt ihr »Hei! Juchei, juchei!« von Herzen. Sie fühlen sich befreit für alle Zeit und vielleicht auch gewappnet für das, was sie noch erwartet im Leben. URSULA BENZING

 

Vorstellungen
15.12.17, 18.00 Tickets
23.12.17, 17.00 Tickets
30.12.17, 16.00
06.01.18, 17.00
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Opernhaus
Opernhaus
Opernhaus
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