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Inna Kalinina

Sopran

Das Schaffell lohnt das Gerben – Овчинка стоит выделки

 Obwohl Inna Kalinina privat neben Sinfonien und der Musik von Johann Sebastian Bach auch eine Vorliebe für russische Rockmusik hat, siedeln sich ihre musikalischen Vorbilder ausschließlich im Bereich der Klassik an. Mit den Jahren ist das Interesse der Sängerin vor allem an deutscher und russischer Musik gewachsen, weil sich ihrer Meinung nach darin tiefgründige philosophische Hintergründe verbergen. Als Beispiele nennt sie hier Richard Wagner, Richard Strauss und Peter Tschaikowski; von Letzterem liebt sie ganz besonders sein Werk Die Jungfrau von Orleans. Stimmlich und interpretatorisch inspirieren lässt sie sich dabei von Vorbildern wie Maria Callas, die sie wegen Ihrer klaren, ehrlichen Musikinterpretation und der starken Persönlichkeit bewundert, Anna Netrebko, deren absolute Freiheit auf der Bühne ihr imponiert sowie Tatjana Troyanos, die ihrer Meinung nach einzigartig ist durch ihre besondere Stimmfarbe und ihren sehr starkem schauspielerischen Ausdruck. Das berufliche Leben vom privaten zu trennen, ist Inna Kalinina nie richtig leicht gefallen, denn beide fließen unvermeidbar zusammen, wenn man Künstler und Mutter zugleich ist. So schön es ist, als Sängerin und Darstellerin auf der Bühne zu stehen und das Letzte für die Zuschauer zu geben, ist das Bühnenleben andererseits mit seinen unregelmäßigen Arbeitszeiten eine Herausforderung für jede Familie. Besonders die wertvollen Abendstunden, in denen man das Kind ins Bett bringt oder gemeinsam ein Buch liest, hat sie vermisst. Weil sie für die Karriere so die eine oder andere private Stunde opfern musste, richten sich ihre Träume und Wüsche in erster Linie auf das Wohl ihrer Familie und ihrer Freunde. Ist noch ein wenig Freizeit vorhanden, dann füllt die Sängerin die mit Lesen, Sport treiben, Fernsehen, aber auch Kochen und Gärtnern. Berufliche Träume verfolgt Inna Kalinina nicht mehr, sie möchte einfach weiter singen und verlässt sich ansonsten auf das Schicksal und vertraut sich ganz der Intuition derjenigen an, die sie als Sängerin und Darstellerin hören, sehen und die Entscheidungen treffen. Allerdings: Eine ganz spezielle Rolle interessiert sie mittlerweile – die der Carmen. 

Biografie Inna Kalinina wurde in Orel, Russland, geboren und studierte zuerst Chorgesang und Chordirigieren am Musikkolleg in ihrer Geburtsstadt und war danach drei Jahre als Chorsängerin am Opernhaus in Nizhnij Novgorod tätig. Anschließend studierte sie Sologesang am Glinka-Konservatorium in Nizhnij Novgorod und schloss dieses als Opern- und Konzertsängerin mit Diplom ab.  Als Gesangssolistin war sie zunächst an der Philharmonie in Nizhnij Novgorod u. a. im Weihnachtssoratorium von Bach zu hören, bevor sie als Ensemblemitglied auf der Bühne des Opernhauses von Nizhnij Novgorod unter anderem als Polina (Pique Dame) zu erleben war.  Verschiedene Gastengagements brachten sie schließlich nach Deutschland, wo sie am Harzer Städtebundtheater Halberstadt Cornelia in Händels Julius Cäsar, am Stadttheater Bremerhaven als Mutter in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen und am Lübecker Theater als Marthe Schwerdtlein in Gounods Faust zu hören war. Von 2005 bis 2007 war sie festes Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt, wo sie unter anderem als Page (Falstaff), Azucena (Il Trovatore) und als Mary (Der fliegende Holländer) auf der Bühne stand. Ab der Spielzeit 2008/09 war sie Ensemblemitglied am Staatstheater Kassel und sang Partien in den Produktionen Salome, Hercules, Der fliegende Holländer, Les dialogues des Carmelités und in Lucia di Lammermoor. 2009/10 folgte die Rolle des Musikers in Manon Lescaut, die Titelrolle in Händels Orlando und die des Sesto in La clemenza di tito. Zuletzt war sie in Kassel zu erleben in Wagners HolländerOrlando und Faust sowie als Hänsel (Hänsel und Gretel), Emilia (Otello) und in Giulio Cesare in der Titelpartie. In der Spielzeit 2015/16 konnte man sie als Ensemblemitglied im Musiktheater als Gutsbesitzerin Larina in Eugen Onegin erleben sowie als Zauberin Fata Morgana in Die Liebe zu den drei Orangen und als Clothilde in Norma. In der neuen Spielzeit singt sie Marzellina in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, verkörpert das Element Feuer in Literesʼ Kammeroper Los Elementos und ist eine Schleppträgerin in Straussʼ Elektra.

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

Jenufa (Tante)