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Konsens

von Nina Raine
Deutsch vom Michael Eberth
Kostprobe: 17.01.2018, 20.15 Uhr | tif
Premiere: 23.01.2018, 20.15 Uhr | tif
Inszenierung: Eva Lange
Bühne: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Annabelle Leschke

Eine Frau ist vergewaltigt worden. Zwei Freunde, Edward und Tim, ringen als Anwälte vor Gericht auf verschiedenen Seiten um das Recht in diesem Fall. Jake, ebenfalls Anwalt, wird gerade von seiner Frau verlassen, die er immer wieder betrogen hat. Auf welcher Seite stehen Tim, Edward und seine Frau Kitty in dem privaten Prozess? Wer spricht für wen? Die Paare schauen sich gegenseitig genüsslich beim Scheitern zu, in der Beziehung wie im Beruf, bis sie erkennen müssen, dass auch in ihrer Beziehung mehr Kompromisse als Einverständnisse herrschen. Nach zehn Jahren als erfolgreicher Anwalt hat sich sowohl die Sprache als auch das Denken verändert: Juristische Termini haben in die Beziehung Einzug gehalten. Mitleid ist ein Fremdwort geworden. Aber das Leben ist eben kein Gerichtsprozess, die Logik einer Verteidigung ist nicht die Logik einer Beziehung. Edward und Matt, im Gerichtssaal Kontrahenten, bleiben auch im Wohnzimmer Kontrahenten. Selbst gegen ihre Frauen wollen sie um jeden Preis gewinnen, obwohl der Wert des Verzeihens mehr Schlagkraft gehabt hätte als jede weitere kluge Verteidigungsstrategie. Die Paare müssen die Erfahrung machen, dass Rache keiner Vernunft folgt und Entschuldigungen mehr Gefühl brauchen als das bloße Bekennen von Tatsachen. Nina Raine verbindet durch eine boshaft-ironische Sprechweise der Figuren den Gerichtsfall mit den Beziehungskonflikten der beruflich wie privat erfolgreichen Mittdreißiger, die sich ihr Leben eingerichtet und eine genaue Vorstellung von Recht und Moral gefunden zu haben meinen.
Jedes Jahr zeigen in Deutschland rund 8.000 Frauen eine Vergewaltigung an, was schätzungsweise nur etwa fünf bis 15 Prozent aller gewaltsamen sexuellen Übergriffe sind. Die wenigsten werden strafrechtlich verfolgt und nur acht Prozent der angezeigten Täter verurteilt. »Consent« (deutsch: Einverständnis) ist einer der wichtigsten Begriffe in einem Vergewaltigungsfall. Bis ins Jahr 2016 konnte ein eindeutiges »nein« immer noch als Einverständnis interpretiert werden.

Vorstellungen
17.01.18, 20.15
23.01.18, 20.15
30.01.18, 20.15
09.02.18, 20.15
22.02.18, 20.15
02.03.18, 20.15
28.03.18, 20.15
07.04.18, 20.15
13.04.18, 20.15
27.04.18, 20.15
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
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