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Ani Yorentz (Mimì) © N. Klinger Ani Yorentz (Mimì) $copy; N. Klinger

Ensemble und Opernchor © N. Klinger Ensemble und Opernchor $copy; N. Klinger

Johannes An (Rodolfo) ©    N. Klinger       Johannes An (Rodolfo) $copy;    N. Klinger

Hees Saup Yoon (Colline) © N. Klinger Hees Saup Yoon (Colline) $copy; N. Klinger

Ani Yorentz (Mimì) © N. Klinger Ani Yorentz (Mimì) $copy; N. Klinger

Johannes An (Rodolfo) ©    N. Klinger       Johannes An (Rodolfo) $copy;    N. Klinger

Dieter Hönig (Benoit, der Hausherr) ©    N. Klinger       Dieter Hönig (Benoit, der Hausherr) $copy;    N. Klinger

Seong Ho Kim (Parpignol) und Mitglieder des Kinderchors CANTAMUS und des Opernchors © N. Klinger Seong Ho Kim (Parpignol) und Mitglieder des Kinderchors CANTAMUS und des Opernchors $copy; N. Klinger

Ani Yorentz (Mimì) © N. Klinger Ani Yorentz (Mimì) $copy; N. Klinger

Ensemble ©        N. Klinger                                               Ensemble $copy;        N. Klinger

La Bohème

Oper von Giacomo Puccini
Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 2 Stunden 15 Minuten
Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier / Péter Halász
Inszenierung: Philipp Kochheim
Bühne: Thomas Gruber
Kostüme: Wiebke Meier
Licht: Gerhard Jurkiewicz
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung CANTAMUS: Maria Radzikhovskiy / Marco Zeiser Celesti
Besetzung

Mimi: Ani Yorentz / Jaclyn Bermudez
Musetta: Joanna Wydorska
Rodolfo, Poet: Johannes An
Marcello, Maler: Hansung Yoo
Schaunard, Musiker: Benedikt Eder
Colline, Philosoph: Hee Saup Yoon
Parpignol: Seong Ho Kim
Benoit, der Hausherr: Dieter Hönig
Alcindor | Sergeant: Abraham Singer
Zöllner: Ji Hyung Lee / Andrzej Tymczuk
Kinder: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel / Extrachor des Staatstheaters Kassel
Francoise (Statisterie): Corinna Hartmann

Besetzung am 09.10.15, 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Péter Halász
Mimi: Ani Yorentz
Musetta: Joanna Wydorska
Rodolfo, Poet: Johannes An
Marcello, Maler: Hansung Yoo
Schaunard, Musiker: Benedikt Eder
Colline, Philosoph: Nicolai Karnolsky
Parpignol: Seong Ho Kim
Benoit, der Hausherr: Dieter Hönig
Alcindor | Sergeant: Abraham Singer
Zöllner: Ji Hyung Lee
Kinder: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel
Chor: Extrachor des Staatstheaters Kassel
Francoise (Statisterie): Corinna Hartmann

Besetzung am 17.10.15, 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier
Mimi: Jaclyn Bermudez
Musetta: Joanna Wydorska
Rodolfo, Poet: Johannes An
Marcello, Maler: Hansung Yoo
Schaunard, Musiker: Benedikt Eder
Colline, Philosoph: Hee Saup Yoon
Parpignol: Seong Ho Kim
Benoit, der Hausherr: Dieter Hönig
Alcindor | Sergeant: Abraham Singer
Zöllner: Andrzej Tymczuk
Kinder: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel
Chor: Extrachor des Staatstheaters Kassel
Francoise (Statisterie): Corinna Hartmann

Besetzung am 31.10.15, 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier
Mimi: Ani Yorentz
Musetta: Joanna Wydorska
Rodolfo, Poet: Andrea Shin
Marcello, Maler: Hansung Yoo
Schaunard, Musiker: Benedikt Eder
Colline, Philosoph: Hee Saup Yoon
Parpignol: Seong Ho Kim
Benoit, der Hausherr: Dieter Hönig
Alcindor | Sergeant: Abraham Singer
Zöllner: Ji Hyung Lee
Kinder: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel
Chor: Extrachor des Staatstheaters Kassel
Francoise (Statisterie): Corinna Hartmann

Besetzung am 28.11.15, 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier
Mimi: Ani Yorentz
Musetta: Joanna Wydorska
Rodolfo, Poet: Johannes An
Marcello, Maler: Hansung Yoo
Schaunard, Musiker: Benedikt Eder
Colline, Philosoph: Hee Saup Yoon
Parpignol: Seong Ho Kim
Benoit, der Hausherr: Dieter Hönig
Alcindor | Sergeant: Abraham Singer
Zöllner: Andrzej Tymczuk
Kinder: CANTAMUS
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel
Chor: Extrachor des Staatstheaters Kassel
Francoise (Statisterie): Corinna Hartmann

Eine Mansarde im Pariser Künstlerviertel Montmartre: Der Dichter Rodolfo, der Maler Marcello, der Philosoph Colline und der Musiker Schaunard teilen sich dieses Domizil. Ihre Kunst ist brotlos und dazu ist es bitter kalt. Schaunard hat ein bisschen Geld verdient und lädt die Freunde ins Café ein, um der Tristesse des ärmlichen Ateliers zu entfliehen. Rodolfo will nachkommen und so ist er es, den Mimi wenig später antrifft, als sie an der Tür klopft. So beginnt die Geschichte, die Giacomo Puccinis Oper La Bohème erzählt. In der bewegenden Milieuschilderung des Künstlerlebens im Paris des 19. Jahrhunderts wird die sozialkritische Thematik sehr persönlich behandelt. Hoffnungen, Träume, Enttäuschungen und Schmerzen: Wieder einmal entfaltet die Macht der Gefühle ihre Wirkung. Die unterschiedlichen Charaktere werden ganz privat gezeigt, es sind Menschen, deren Denken und Fühlen auf die Bewältigung alltäglicher Konflikte gerichtet ist. Aber nicht nur im Stoff spiegelt sich Emotionalität, erst im Dialog mit der musikalischen Gestaltung Puccinis kann man dessen Aussage nachvollziehen: »Ich will die Welt zum Weinen bringen«. Durch die deskriptive Klangtechnik des Komponisten nimmt das Ambiente Gestalt an und seine impressionistische Tonmalerei lässt das Lokalkolorit aufleuchten. Die Uraufführung von La Bohème fand am 1. Februar 1886 am Teatro Regio in Turin statt.

Zur Verortung von Puccinis La Bohème oder Die Zollschranke

Im ersten Akt lernen wir das Personal von Puccinis LA BOHÈME im intimen Rahmen einer Künstler-WG kennen, bevor sich im zweiten Akt der Fokus weitet und wir die Protagonisten eingebettet in ihr soziales Umfeld und ihre täglichen Vergnügungen erleben. Eine nahe liegende Dramaturgie der Schauplätze also. Doch dann, im dritten Akt, plötzlich: die Zollschranke. Eine Überraschung, da bisher, anders als zum Beispiel in Bizets CARMEN, kaum etwas darauf hingedeutet hat, dass man Schmuggler oder sonstiges kriminelles Gelichter zu erwarten hätte. Warum also gerade dieser Ort für jenen zentralen Akt, in dem sich in einer chiastischen Bewegung das eine Paar trennt und das andere wieder findet?

Eine Zollschranke ist ein Ort, wo Rechenschaft abgelegt, wo bezahlt werden muss, ein Ort, von dem nicht alles mitgenommen werden kann. Und genauso stehen die Protagonisten der BOHÈME, sowohl als Menschen wie auch als Künstler, zwischen zwei Welten, die sich gerade zu scheiden beginnen. Während am Anfang Liebe und Leben noch als köstlicher Spaß erscheinen, tritt mit Krankheit und Tod Mimìs eine neue, unvertraute Ernsthaftigkeit und Tragik in das leichtfertige Leben der noch recht kindlichen Gemüter. Man erfährt den Schmerz eines tiefen Verlustes und muss anerkennen, dass sich nicht alles immer irgendwie hinbiegen lässt. Und vor allem: Man beginnt, hilflos noch, in einer solidarischen Anstrengung sich zu kümmern, den freiheitlichen Egoismus einzudämmen, Verantwortung zu übernehmen. In gewissem Sinne ist LA BOHÈME demzufolge nicht nur eine Liebesgeschichte im Künstlermi-lieu, sondern auch – und damit Mozarts weiser COSÌ FAN TUTTE nicht unverwandt – ein beschleunigtes Pubertätsdrama, ein Erwachsenwerden im Zeitraffer, in dem die Krankheit Mimìs die Funktion des lehrend desillusionierenden Don Alfonso übernimmt.

Nicht anders steht es um das Künstlertum der Protagonisten. Zu Anfang waren Autor und Maler, wahrscheinlich gerade erst mit der Akademie fertig und noch ohne Ausstellung oder literarische Veröffentlichungen, allzu rasch bereit, Bild oder Manuskript zu verbrennen, um den Ofen zu heizen. Zwei der vier Akte beginnen mit der vergeblichen Suche nach Inspiration oder – weiter gefasst – mit der Suche nach einer eigenen künstlerischen Sprache. Die Suche bleibt erfolglos, man kommt nicht recht voran, denn noch hat man wenig zu erzählen, zu wenig erlebt, zu wenig gelitten. Doch das, immerhin, sieht am Ende der Oper anders aus: Rodolfo hat zwar Mimì verloren, aber im Schmerz ein großes Thema gewonnen. Die Zollschranke erweist sich also als höchst komplexes Zeichen, als Wendemarke zwischen Anfang und Ende der Liebe, Jugend und Reife, Leben und Beruf, Leichtfertigkeit und Verantwortungsbewusstsein, ja, zwischen Leben und Tod.

»Für die Kasseler Produktion liefert uns die jüngere Geschichte eine verblüffend treffliche Übersetzung hierfür: In den 1960er Jahren wird die Cinémathèque française zu einem Forum der jungen Wilden, der Nouvelle Vague, der dezidiert modernen Filmsprache eines Jean-Luc Godard oder Alain Resnais, damit zu einem Ort der Infragestellung und der Ablösung vom Althergebrachten. Und nicht zuletzt zur erheblichen Beunruhigung für das Establishment. Als dann besorgte Kulturpolitiker um André Malraux die Cinémathèque im Frühjahr 1968 schließen, geht die Jugend auf die Barrikaden und ganz Paris wird auf einmal von Schranken durchzogen. « Philipp Kochheim

Vorstellungen
09.10.15, 19.30
17.10.15, 19.30
31.10.15, 19.30
28.11.15, 19.30
Staatstheater Kassel, Friedrichsplatz 15, KasselHessen0561/1094222
Opernhaus
Opernhaus
Opernhaus
Opernhaus