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von links: Maren Engelhardt (Annius) und Ingrid Frøseth (Servilia) © Dominik Ketz von links: Maren Engelhardt (Annius) und Ingrid Frøseth (Servilia) $copy; Dominik Ketz

Nina Bernsteiner (Vitellia) © Dominik Ketz Nina Bernsteiner (Vitellia) $copy; Dominik Ketz

Nina Bernsteiner (Vitellia) und Ulrike Schneider (Sextus) © N. Klinger Nina Bernsteiner (Vitellia) und Ulrike Schneider (Sextus) $copy; N. Klinger

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Tomasz Zagorski (Titus) und Ulrike Schneider (Sextus) © N. Klinger Tomasz Zagorski (Titus) und Ulrike Schneider (Sextus) $copy; N. Klinger

Tomasz Zagorski (Titus) und Ulrike Schneider (Sextus) © N. Klinger Tomasz Zagorski (Titus) und Ulrike Schneider (Sextus) $copy; N. Klinger

 Maren Engelhardt (Annius) und Nina Bernsteiner (Vitellia)  © N. Klinger  Maren Engelhardt (Annius) und Nina Bernsteiner (Vitellia)  $copy; N. Klinger

La clemenza di Tito

Oper in zwei Akten Wolfgang Amadeus Mozart | Manfred Trojahn
Neu komponierte Rezitativtexte von Manfred Trojahn
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 2 Stunden 30 Minuten
Musikalische Leitung: Alexander Hannemann
Inszenierung: Prof. Johannes Schütz
Bühne: Prof. Johannes Schütz
Kostüme: Sabine Thoss
Dramaturgie: Jan Dvorak
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Besetzung

Titus Vespasianus, römischer Kaiser: Tomasz Zagorski
Vitellia: Nina Bernsteiner
Servilia: Ingrid Fröseth
Sextus: Ulrike Schneider
Annius: Maren Engelhardt
Publius: Igor Durlovski
Cembalo: Walewein Witten
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 28.04.12, 19.30 Uhr

Titus Vespasianus, römischer Kaiser: Tomasz Zagorski
Vitellia: Nina Bernsteiner
Servilia: Ingrid Fröseth
Sextus: Ulrike Schneider
Annius: Maren Engelhardt
Publius: Igor Durlovski
Cembalo: Walewein Witten
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 11.05.12, 19.30 Uhr

Titus Vespasianus, römischer Kaiser: Tomasz Zagorski
Vitellia: Nina Bernsteiner
Servilia: Ingrid Fröseth
Sextus: Ulrike Schneider
Annius: Maren Engelhardt
Publius: Igor Durlovski
Cembalo: Walewein Witten
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 20.05.12, 18.00 Uhr

Titus Vespasianus, römischer Kaiser: Tomasz Zagorski
Vitellia: Nina Bernsteiner
Servilia: Ingrid Fröseth
Sextus: Ulrike Schneider
Annius: Maren Engelhardt
Publius: Igor Durlovski
Cembalo: Walewein Witten
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel

Besetzung am 03.06.12, 19.30 Uhr


Titus Vespasianus, römischer Kaiser: Tomasz Zagorski
Vitellia: Nina Bernsteiner
Servilia: Ingrid Fröseth
Sextus: Ulrike Schneider
Annius: Maren Engelhardt
Publius: Igor Durlovski
Cembalo: Walewein Witten
Orchester: Staatsorchester Kassel
Chor: Opernchor des Staatstheaters Kassel

»Die Milde des Titus«

Im August 1791 sitzt Wolfgang Amadeus Mozart mit seiner Frau und seinem Schüler Süßmayr in einer Kutsche auf dem Weg nach Prag. Die Wege sind schlecht, es rüttelt fürchterlich im Wagen. Trotzdem ist Mozart am komponieren; es geht nicht anders. Erst einen Monat zuvor ist der Auftrag der böhmischen Stände eingegangen, für die Krönung des deutschen Kaisers Leopold II zum böhmischen König eine Oper zu komponieren. Salieri hat abgesagt; schon im September soll die Uraufführung sein. Die Vorlage: Ein notdürftig entstaubter Text aus dem Jahr 1734, in dem der römische Kaiser Titus zum Ziel eines Attentats seines Freundes Sextus wird, weil dieser einer machthungrigen Femme fatale verfallen ist. Keine wirkliche Freude für Mozart. Der Komponist befindet sich auf dem Höhepunkt seines Könnens; er ist gerade mit der Zauberflöte fertig geworden und steckt nun mitten im Requiem, aber die 250 Dukaten kann er gut gebrauchen. Mozart schreibt La clemenza di Tito in nur 18 Tagen – wobei er die Rezitative seinem Schüler überlässt. Die Premiere wird kein Erfolg; die Kaiserin, eine Italienerin, lästert: »Eine deutsche Schweinerei!« – und obwohl das normale Publikum späterhin begeistert ist, reist Mozart krank und deprimiert wieder ab. Kurze Zeit später ist er tot.

Doch warum wollten die Stände ausgerechnet ein dutzende Male vertontes Libretto haben? Die Antwort liegt in der Spiegelfunktion der alten Opera seria. Denn Leopold II war zwar ein aufgeklärter Monarch; schon als Großherzog der Toskana schaffte er im Jahr 1786 Todesstrafe und Folter ab. Während seiner Kaiserzeit war er jedoch hauptsächlich damit beschäftigt, die überstürzten Reformen seines Vorgängers zurückzunehmen. Titus wiederum war einer der beliebtesten Kaiser der Antike. Seine »clemenza« (Milde) war legendär. Man wollte also Leopold durch den schmeichelhaften Vergleich huldigen und ihn zugleich an seine Ideale erinnern. Die Neubearbeitung des Librettos durch Mazzolà spitzt deshalb das Thema zu: Der Kaiser überlebt den Anschlag; die Verschwörer werden gefangen genommen. Doch Sextus schweigt zu seinen Motiven, um seine Geliebte nicht zu verraten, und nimmt alle Schuld auf sich. Titus jedoch zerreißt wider alles Machtkalkül das vom Senat gefällte Todesurteil. In Verzweiflung gesteht nun die eigentliche Verschwörerin ihre Schuld. Doch der Kaiser bleibt dabei: »Ich bin noch Titus, ich kenne des Menschen Herz. Alles kennen heißt auch vergeben.« 

In den folgenden zweihundert Jahren erlebt Mozarts letzte Oper eine wechselhafte Geschichte. Im frühen 19. Jahrhundert wird sie häufiger aufgeführt als DON GIOVANNI; später verschwindet sie aus dem Repertoire. Erst mit der Wiederentdeckung der Barockmusik findet auch La clemenza di Tito neue Verehrer. Zu Recht: Die Arien und Ensembles sind meisterhaft gearbeitet; Mozart versteht es, dem Thema persönliche, berührende Seiten abzugewinnen und das Bauschema der Opera seria von innen mit Leben zu erfüllen. Allenfalls die etwas hölzernen Rezitative seines Schülers bleiben ein Problem. 

So wagt man 2001/02 in Amsterdam ein Experiment. Der 1949 geborene Ligeti-Schüler Manfred Trojahn erhält von der Nederlandse Opera den Auftrag, neue Rezitative auf den alten Text zu komponieren. Der vielfach ausgezeichnete Komponist, der sich seit Jahren intensiv mit Musiktheater beschäftigt, geht respektvoll, aber entschlossen an den Auftrag: »Eine Oper ist dazu da, eine musikalische Ebene zu entwickeln, die dem Text gegenübersteht und das ausspricht, was der Text nicht sagen kann.« Was aber in den spätbarocken Versen mitschwingt, vielleicht erst für den modernen Menschen wahrnehmbar, ist eine existentielle Verunsicherung des Menschen Titus, dessen Milde auch eine Form von Hilflosigkeit ist. Diese versteckten Zwischentöne komponiert Trojahn mit nervösen Linien aus, die sich körperlich, wie pochende Adern durch den Körper dieser Oper ziehen und ihr damit eine faszinierende Aktualität geben: »Welch ein Tag ist dies heute? Eh ich noch einen Verbrecher straf’, kommt schon der zweite? Und wann find’ ich endlich, große Götter, ein wahrhaft treues Herz? Alles verschwört sich, so scheint mir, um wider Willen mich zu zwingen, doch ein Tyrann zu sein!« JAN DVOŘÁK



Vorstellungen
28.04.12, 19.30
11.05.12, 19.30
20.05.12, 18.00 Tickets
03.06.12, 19.30 Tickets

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