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Lona Culmer-Schellbach

Mezzosopran

Erfolg ist ein Kopfspiel – Success is a mind game

 Lona Culmer-Schellbach ist seit 26 Jahren Mitglied des Kasseler Sängerensembles. Sie hat auf der Bühne des Staatstheaters bislang weit mehr als 50 Partien übernommen und feierte im Jahr 2014 ihr 25. Bühnenjubiläum mit einem opulenten Bilder- und Arienreigen im Opernfoyer des Staatstheaters. Im Jahr 2010 erhielt sie vom Kasseler Publikum den VolksBühne-Preis, mit dem jährlich das Wirken zeitgenössischer Künstler des Staatstheaters, aus Schauspiel, Oper und Orchester, gewürdigt wird. Nur wenige können auf so ein erfolgreiches Sängerleben mit einen so großen Erfahrungsschatz zurück blicken. Trotzdem hat die Mezzo-/Sopranistin noch Träume: Wie jede amerikanische Sängerin wünscht sie sich, einmal an der Metropolitan Opera zu singen. Sie sagt selbst, dass das Alter für eine solche Chance kein Hindernis sei, kennt sie doch Kolleginnen, die das geschafft haben. Private Träume richten sich auf eine allzeit stabile Gesundheit, um auch später im Ruhestand weiter körperlich und geistig fit an der Missionsarbeit mitzuwirken zu können. Bis dahin will sie aber weiter auf der Bühne stehen, wo sie Wert darauf legt, jeder Figur oder dramatischen Rolle eine authentische Ausstrahlung zu verleihen. Sie weiß, wie wichtig es ist, Stimmmaterial, Tragfähigkeit und Musikalität zu besitzen, um eine Partie durchzustehen, die man ja in einer Spielzeit dann nicht nur einmal, sondern mehrmals singen muss. Ihre Einstellung, sich voll und ganz auf das Geschehen auf der Bühne einzulassen, lässt sie trotzdem selten protestieren, wenn eine Regieanweisung ihr nicht gefällt. Nur wenn es gefährlich wird oder etwas unannehmbar ist, weigert sie sich. Als Beispiel erzählt sie eine kleine Anekdote, als zu Beginn der Karriere von ihr verlangt wurde, in der Rolle der Salome nackt zu tanzen. Ihre Begründung: »Solange ich ein Kostüm trage, kann ich mich in eine andere Person verwandeln, aber ohne Kleider kann ich nur mich selbst spielen.« Und der Regisseur hat natürlich nachgegeben, mit den Worten: »Entweder man kann eine Partie toll singen und will nicht nackt tanzen oder man will nackt tanzen, weil man nicht singen kann«. Nach den Vorstellungen versucht Lona Culmer-Schellbach, ihr Bühnenleben im Theater zurück zu lassen, um dann wieder nur sie selbst zu sein. Dabei wünscht sie sich, mehr Freizeit mit ihrer Familie verbringen zu können, was aber gar nicht so einfach ist, sagt sie. Einige Opfer müsse man eben für dieses Leben auf der Bühne bringen, wie zum Beispiel auf Sportarten verzichten, bei denen man sich leicht verletzen kann. Daher beschränkt sie ihre sportlichen Aktivitäten auf Nordic Walking und Rückentraining, hat aber auch sonst keine Probleme, ihre Freizeit abwechslungsreich zu gestalten: Kochen, Lesen und Musik hören machen ihr Freude, und ihre zweite Leidenschaft neben dem Singen ist Nähen. Wenn sie Musik hört, dann die der unterschiedlichsten Genres: Light Classics, Balladen, Geistliches, Schlager Hits oder ganz allgemein Musik mit guten Tanzrhythmen, und sie mag Interpreten wie Adele, Phil Collins oder Michael Jackson. Letzterer ist aufgrund seiner Kreativität neben Leontyne Price, Jessye Norman und Edita Gruberova auch eine Inspirationsquelle für die Künstlerin. Leontyne und Edita bewundert sie, da beide selbst im hohen Alter noch immer wichtige Partien und Konzerte singen, Jessye wegen ihre phänomenalen Lied-Interpretationen.


Biografie Die aus Florida, USA, stammende Sängerin studierte an der Florida State University, Tallahassee, an der Mannes School of Music in New York und am Mozarteum in Salzburg, wo sie ihr Operndiplom mit Auszeichnung und einem Würdigungspreis des zuständigen österreichischen Ministers bekam.
Lona Culmer-Schellbach war Preisträgerin bei Gesangswettbewerben in Barcelona, Salzburg und Paris.
Am Kasseler Staatstheater ist Lona Culmer-Schellbach seit 1989 fest engagiert und stand bis heute in mehr als 50 verschiedenen Rollen auf der Kasseler Opernbühne.
Außerhalb Kassels trat sie u.a. an den Opernhäusern in Wien, Paris, Berlin, Dresden und Frankfurt auf, wirkte bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Santa Fe, New Mexiko, mit und ist auch als Liedsängerin sehr erfolgreich. In der Spielzeit 2009/10 verkörperte sie im Musical South Pacific sehr erfolgreich die Bloody Mary, die Magdalene in den Meistersingern und die Marthe Schwerdtlein in Faust. Für diese Leistungen erhielt sie den Publikumspreis 2010. Nach Goneril in Reimanns Lear,  Ortrud in Wagners Lohengrin und Hippolita in Ein Sommernachtstraum, war sie zuletzt Mutter Gertrud in Hänsel und Gretel und Mrs. Grouse in Brittens The Turn of the Screw. Zuletzt übernahm sie im Musical Jekyll und Hyde die Rolle der Nellie, 2014/15 sang sie erneut die Mutter in Hänsel und Gretel, außerdem die Mutter Oberin im Musical The Sound of Music sowie Filippjewna in Eugen Onegin. 2015/16 war sie wiederum Mutter in Hänsel und Gretel und daneben die Ankleiderin Hattie in Cole Porters Musical Kiss me, Kate. Zuletzt war sie in Schneewittchen Zofe und Emma und in Roméo et Juliette Amme Gertrude. 2017/18 singt sie zum wiederholten Mal Mutter Gertrud in Hänsel und Gretel, Gräfin de Coigny und Madelon in Andrea Chénier, Burja in Jenufa und Mutter Goose in The Rake’s Progress.

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

Andrea Chénier (Gräfin di Coigny | Madelon, eine alte Frau)
Hänsel und Gretel (Mutter Gertrud)
Jenufa (Die alte Buryja)
Orchester-Rallye

The Rake's Progress (Mutter Goose)