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Marta Herman

Mezzosopran

Nothing ventured, nothing gained – Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Kanada: 35 Mio. Einwohner auf knapp zehn Millionen qkm, Deutschland: 80 Mio. auf etwa einem Drittel der Fläche. Zwischen beiden Ländern liegen 6750 km. Was führt eine junge Sängerin so weit von zu Hause fort? Die Antwort ist einfach: die Musik. Marta Herman hat sich entschieden Kanada zu verlassen, um ihrer Liebe zur Oper zu folgen. Sie fühlt sich in Deutschland sehr wohl, aber natürlich ist es trotzdem schwierig für sie, ihre Familie nur ein- oder zweimal im Jahr zu sehen, Heimweh ist ihr also nicht fremd. Aber sie ist schon immer viel und gerne gereist. Sie wuchs in Toronto auf, der größten Stadt Kanadas, und bezeichnet sich infolgedessen als Stadtmensch. Seit sie in Deutschland wohnt, hat sie schon zahlreiche Städte besucht, dennoch muss sie einmal im Jahr auch ein paar Tage in purer Natur verbringen, gerade plant sie eine Wanderreise durch Schottland.
 Bevor sie sich für den Musikstudiengang entschieden hat, träumte sie davon Archäologin werden. Sie interessiert sich sehr für Geschichte, besonders für die Geschichte des Mittelalters, und die Vorstellung, ihre Forschung mit frischer Luft und einer gemütlichen Bibliothek zu verbinden, hat sie gereizt.
Jetzt steht Marta am Anfang ihrer Karriere als Sängerin. Seit Januar 2016 gehört sie zum Ensemble des Kassler Staatstheaters, zunächst mit Partien in Die Liebe zu den drei Orangen und Die tote Stadt auf der Kassel Opernbühne zu erleben, bevor sie in der Eröffnungsproduktion 2016/17 mit einer ihrer Traumpartien, Mozarts Cherubino, debütieren kann. Vorbilder gibt es viele, aber besonders bewundert Marta momentan die Sopranistin Helen Traubel sowie die Mezzosopranistinnen Lorraine Hunt Lieberson und Sarah Connolly: Denn alle drei haben nicht nur wunderschöne Stimmen und eine makellose Gesangstechnik, sie wissen genau wie man am besten den Text und die einzigartigen Farben seiner eigenen Stimme benutzt, um durch die Musik eine Geschichte zu erzählen.
Was ihre eigene Entwicklung betrifft, vertraut Marta überwiegend den Ratschlägen ihres Gesangslehrers. Mit ihm gemeinsam beurteilt sie zum Beispiel, ob eine neue dramatische Rolle zu ihr passt oder nicht. Sie meint, als Sängerin sei es schwierig, die eigene Stimme objektiv zu bewerten. In der Praxis ist sie entschlossen, sich allen Herausforderungen zu stellen, die die Arbeit mit sich bringt. Sie hat Freude daran, verschiedenste Dinge auszuprobieren, sowohl sängerisch als auch darstellerisch, denn so bekomme man auch ein tieferes Verständnis für das jeweilige Stück.
Ihr privater Musikgeschmack deckt eine große Bandbreite ab: von alter Musik bis zum deutschen Rap. Zurzeit ist sie in die französische Barockmusik von Charpentier und Rameau verliebt und entdeckt außerdem das Oeuvre von Björk für sich: »Was die mit ihrer Stimme machen kann, ist einfach beeindruckend!«

Biografie Die Mezzosopranistin erhielt ihre Ausbildung an der University of Toronto sowie an der University of Western Ontario in Kanada. Von 2012 bis 2014 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Oper Frankfurt, wo sie 2014/15 für Julietta (Martinu) und Rusalka (Dvořák) zurückkehrte. Sie ist Preisträgerin des Internationalen Gesangswettbewerbs Kammeroper Schloss Rheinsberg 2015, und sang an der Kammeroper 2015 die Uraufführung von Heidenreich/Floros' Oper Adriana. 2015/16 verkörpert sie La Marchande de Journaux in Les mamelles de Tiresias (Poulenc) an der Dutch National Opera, und Lisetta in Il mondo della luna (Haydn) am Landestheater Salzburg. Des Weiteren ist sie bei Konzerten und Liederabenden unter anderem im Schumann Haus Leipzig und mit dem International Rameau Ensemble zu erleben. Zu ihren wichtigsten jüngsten Konzertauftritten zählen ihre Aufführung von Les nuits d’été (Berlioz) im Palais Wittgenstein Düsseldorf sowie ihr Debut in der Tonhalle Zürich im Jahr 2014. Mehrfach wurde Marta Herman ausgezeichnet, unter anderem mit Preisen der Solti Foundation, der Da Ponte Stiftung und des Ontario Arts Council, mit dem Yaremko Preis und dem David und Marcia Beach Preis der University of Toronto sowie mit Preisen bei der Riccardo Zandonai International Competition und bei der Jeunes Ambassadeurs Lyriques Competition. Seit Januar 2016 gehört Marta Herman zum Opernensemble des Staatstheaters Kassel, wo sie gleich in zwei Neuproduktionen zu erleben war: Als Linetta in Die Liebe zu den drei Orangen und als Brigitta in Korngolds Die tote Stadt. In der Spielzeit 2016/17 gab die junge Sängerin ihr Debüt als Cherubino in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, war Laura in Verdis Luisa Miller, Emone in der Barockoper Antigona sowie in Literesʼ Kammeroper Los Elementos das Element Erde. Außerdem war sie als 3. Magd in Elektra zu erleben und als Sandmännchen in Hänsel und Gretel, wo sie 2017/18 mit der Titelpartie Gretel debütiert. Sie singt außerdem erneut Emone (Antigona), die Frau des Richters in Jenufa sowie die Dritte Dame in Die Zauberflöte.

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

Antigona (Emone, sein Sohn)
Die Zauberflöte (3. Dame der Königin)
Hänsel und Gretel (Hänsel)
Jenufa (Seine Frau)