preloader

Natalia Perelló

Sopran (Gast)

Wenn Engel singen

Der Bau ein wahres Kleinod, fast möchte man sagen: von himmlischer Kontur. Imposant, mächtig, erhaben. Kein Zweifel, die Kathedrale von Valencia zählt zu den schönsten Gotteshäusern über Spaniens Grenzen hinaus. Und nicht nur für feierliche religiöse Anlässe ist sie geeignet, sondern zudem bisweilen ein Ort der hehren Kunst. Und was erschiene geeigneter, als in diesem Ambiente sakrale Werke aufzuführen, wie etwa das wunderbare Requiem von Gabriel Fauré. So zuletzt geschehen im Jahre 2013. Es war eine würdige Interpretation, schlicht und berührend, ohne Mimikry und Metaphysik. Einzig die Musik sprach. Und bei dieser Gelegenheit schien es so manchem Zuhörer, als würden die Engel singen. Genauer: ein Engel. Um ehrlich zu sein und das Geheimnis zu lüften: Natalia Perelló ist natürlich kein Engel. Sie ist Sopranistin. Doch ihre glockenhelle, naturhaft-klare, weithin dringende Stimme, mit der sie bei ihrem Solo-Debüt als Sängerin die Kathedrale erfüllte, lässt dergleichen poetische Assoziationen durchaus zu.  Das Interessante daran: Angefangen hat sie als Klarinettistin in der Musikkapelle ihres Dorfes, doch schnell wurde klar, dass eine junge Frau mit einem solch enormen vokalen Talent Gesang studieren muss. Und so geschah es dann eben auch, zunächst am Konservatorium in Valencia (bei Maria Angeles Peters und Gloria Fabuell), dann an der Berliner Universität der Künste, wo sie neben der täglichen Ausbildung unter anderem Meisterkurse bei Barbara Bonney und Thomas Quasthoff absolvierte. Ein DAAD-Stipendium ermöglichte es ihr dann, ihre Studien fortzusetzen und erfolgreich abzuschließen. An dieser Stelle ihrer »Karriere« machte Natalia Perelló nicht den gleichen Fehler wie so viele junge Sängerinnen. Sie strebte nicht nach den Sternen, sondern sie nahm zunächst ein Engagement im renommierten Rundfunkchor Berlin an, der für seine ausgeprägte Stimmbildung berühmt ist. Hier erwarb sie sich die nötige vokale und stilistische Sicherheit, und hier wurde ihr Ensemblegeist geformt. Der Weg Natalia Perellós aber musste zwangsläufig auf die Opernbühne führen. Dass Mozart dabei ihr bevorzugter Komponist ist, verwundert kaum, einige der Partien scheinen ihr wie auf den Leib geschrieben, so die Despina in Così fan tutte oder das Blondchen in der Entführung aus dem Serail. Mit eben dieser Rolle gibt Natalia Perellò ihren Einstand am Staatstheater Kassel. Es folgt die Barbarina in Le nozze di Figaro. Und dann darf sich wirklich niemand mehr wundern, wenn er die Engel singen hört.

 

Biografie Die junge Sopranistin wurde in Spanien geboren und begann ihre Gesangsausbildung am Conservatori de Música València, die sie mit dem Bachelor abschloss. Ihren Master machte sie an der Universität der Künste in Berlin, wo sie auch etliche Meisterkurse besuchte. Außerdem war sie Mitglied im Chor der Oper Valencia und im Gewandhauschor Leipzig. Sie absolvierte je ein Praktikum im in Valencia am Centro Perfeccionamiento »Plácido Domingo« und in Berlin an der Akademie des Rundfunkchores. Zu ihrem studierten Repertoire gehören unter anderem Norina (Don Pasquale), Despina (Così fan tutte), Cleopatra (Giulio Cesare), Ilia (Idomeneo), Belinda (Dido and Eneas) sowie Blonde (Die Entführung aus dem Serail).

Mit Blonde in Mozarts Die Entführung aus dem Serail stellte sich die junge spanische Sopranistin erstmals vor, nachdem sie im Mai 2016 direkt im Anschluss an ihren Studienabschluss ins Opernstudio nach Kassel kam. Mit dieser Paradepartie war sie auch in der Spielzeit 2016/17 wieder zu erleben, neben Barbarina in Le nozze di Figaro, dem Element Wasser in Antonio Literes Kammeroper Los Elementos und als Taumännchen in Humperdincks alljährlich gespieltem Opernklassiker Hänsel und Gretel

In der Spielzeit 2017/18 am Staatstheater Kassel

Die Zauberflöte (Papagena)