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Patrick Schlösser

Regisseur †

Patrick Schlösser studierte seit einem Jahr in Mainz Anglistik, Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft, als er 1993 Regieassistent am Staatstheater Mainz wurde. 1996 wechselte er ans Düsseldorfer Schauspielhaus und assistierte Anna Badora, Einar Schleef, Wilfried Minks und Sönke Wortmann. Sein Regiedebüt folgte 1999 mit Messer in Hennen von David Harrower am Düsseldorfer Schauspielhaus. Für diese Inszenierung bekam er den Förderpreis der Stadt Düsseldorf verliehen. Weitere Inszenierungen waren dort u. a.: Howie the Rookie von Marc O`Rowe, King Kongs Töchter von Theresia Walser, Anatol von Arthur Schnitzler (ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2000), Der Impresario von Smyrna von Carlo Goldoni, Die Jungfrau von Orleáns von Friedrich Schiller, Süden von Julien Green und Bunbury. Ernst ist das Leben von Oscar Wilde / Elfriede Jelinek.

Von 2000 bis 2002 war er als fester Hausregisseur am Schauspielhaus Bochum engagiert. Dort inszenierte er Triumph der Liebe von Pierre Carlet de Marivaux, Don Carlos von Friedrich Schiller, Der Leutnant von Inishmore von Martin McDonagh und Ein Inspektor kommt von John B. Priestley. Des Weiteren arbeitete er am Deutschen Theater Berlin (Das Sparschwein von Eugène Labiche), am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (Gespenster von Henrik Ibsen), am Volkstheater Wien (Liebelei von Arthur Schnitzler und Schöne Bescherungen von Alan Ayckbourn) und am Schauspielhaus Graz (Zwischenspiel von Arthur Schnitzler, Der Menschenfeind von Molière, Am Ziel von Thomas Bernhard, Malina nach Ingeborg Bachmann und Liebe und Geld von Dennis Kelly). Am Theater Lübeck inszenierte er Ein Sommernachtstraum und Wie es euch gefällt von William Shakespeare.

Im Musiktheater inszenierte er Werther von Jules Massenet an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld/Mönchengladbach (2004), Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart am Landestheater Linz (2005) und L´Italiana in Algeri von Gioacchino Rossini am Theater Basel (2007).

Am Staatstheater Kassel hat Patrick Schlösser Viel Lärm um nichts von William Shakespeare (2008), die Uraufführung von Kaltes Land heißes Land heiliges Land von Benedikt Bernhard Haubrich (2009) und Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit (2009) von Beaumarchais inszeniert. Ab der Spielzeit 2010/11 war er Oberspielleiter des Schauspiels, bis er 2014 wieder in die freie Regie zurückkehrte (hier u.a. Shakespeares Antonius und Cleopatra in Lübeck, Le passé in Graz und Zauberflöte in Klagenfurt); Am Staatstheater Kassel hat er u.a. Wedekinds Der Marquis von Keith, die Uraufführung von Benedikt Bernhard Haubrich, Das Maß der Verlässlichkeit, das Musical Cabaret, Hexenjagd von Arthur Miller sowie das Sommertheater in der Karlsaue von Tom Waits / William S. Burroughs / Robert Wilson The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets, inszeniert. In der Spielzeit 2012/13 inszenierte er am Staatstheater Kassel Der Kaufmann von Venedig und sein Traum von Was ihr wollt, Cosi fan tutte und die anarchistische Komödie Hase Hase. Am Stadttheater Klagenfurt inszenierte er Sunset Boulevard. In der Spielzeit 2013/14 übernimmt er im Kasseler Opernhaus die Regie des Musicals Jekyll and Hyde. Er inszenierte im Schauspiel den Kirschgarten, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, und Im tiefen Tal der Todeskralle. 2014/15 erarbeitete er zusammen mit Thorsten Drücker als Sommermusical die Rockoper The Who´s Tommy
2015/16 brachte er mit Ferdinand von Schirachs Terror das in dieser Spielzeit am häufigsten auf deutschen Bühnen gespielte Stück in Kassel zur Aufführung.

Mit großer Trauer haben wir vom frühen Tod des Regisseurs Patrick Schlösser erfahren. Von 2010 bis 2014 war er als Oberspielleiter im Schauspiel mitverantwortlich für die künstlerischen Belange der Sparte. Patrick Schlösser war ein großer Theaterliebender, ein Visionär und Verführer, der auf dem Theater eindringliche Bilder erfinden konnte, die von den dunklen Seiten des menschlichen Daseins zu erzählen wussten, aber auch von seinem Glanz.