Zum Stück

Pressestimmen zu

_______The Stage UK [13.05.2016] mehr ...

Politically vital and formally audacious

Lee Anderson berichtet in der britischen Wochenzeitung "The Stage" über ausgewählte Inszenierungen auf dem Theatertreffen 2016, u.a. auch über Tyrannis. Die englischsprachige Kritik finden Sie online unter www.thestage.co.uk.

_______Berliner Zeitung [10.05.2016] mehr ...

Die Erlösung aus dem Eigenen

Dirk Pilz schrieb für die Berliner Zeitung eine Kritik zu Ersan Mondtags »Tyrannis«. Diese können Sie vollständig unter www.berliner-zeitung.de nachlesen.

_______Der Tagesspiegel [10.05.2016] mehr ...

Rothaarige Hölle

Rüdiger Scharper besuchte eine »Tyrannis«-Aufführung beim Berliner Theatertreffen: www.tagesspiegel.de

_______Stage and Screen [09.05.2016] mehr ...

Im Haus der toten Augen

Der Theaterblogger Sascha Krieger spricht nach der Tyrannis-Aufführung beim Berliner Theatertreffen von »ganz großem Theater«. Die gesamte Kritik ist unter https://stagescreen.wordpress.com nachzulesen.

_______deutschlandradiokultur [07.05.2016] mehr ...

Der Traum von opulenten Filmbildern

Ein Beitrag von Ludger Fittkau über Ersan Mondtag und die Einladung von »Tyrannis« zum Berliner Theatertreffen ist auf www.deutschlandradiokultur.de sowohl nachzuhören als auch nachzulesen.

_______junge bühne [01.05.2016] mehr ...

Neulich, im Kopftheater

Valerie Schaub sprach für die »junge bühne« mit Regisseur Ersan Mondtag und Dramaturg Thomaspeter Goergen. Der Artikel ist unter die-junge-buehne.de nachzulesen.

_______hr fernsehen [21.04.2016] mehr ...

Warum Tyrannis Gänsehaut macht

Für das Magazin »Hauptsache Kultur« war Ursula May am Staatstheater Kassel und hat Ersan Mondtag zu seiner Produktion Tyrannis interviewt. Hier geht´s zum Beitrag in der ARD-Mediathek.

_______Theater Heute [01.03.2016] mehr ...

Das Grauen im Kopf

Eine Kritik von Barbara Burckhardt erschien in der Zeitschrift THEATER HEUTE 03/2016. Einen Auszug finden Sie online unter kultiversum.de.

_______KULTURMAGAZIN [01.01.2016] mehr ...

Keine Worte

„Tvrannis" im tif

Von Bettina Damaris Lange

Bereits der Anfang der Szenerie ist bedrückend: Minutenlang ist die Bühne in Dunkelheit getaucht. Nach einem gellenden Auftaktschrei hört der Theaterbesucher die sich immer weiter entfernenden Leidensklänge einer anonymen Person, die mit einem weder auditiv noch visuell in Erscheinung tretenden „Täter“ um ihr Leben kämpft. Danach folgt Stille, bis durch das Erhellen der Bühne der Blick auf einen Wohnbereich freigegeben wird, in dem drei große Bildschirme verteilt sind, auf denen sich erste menschliche Regungen abzeichnen. Zunächst sind es einfach nur Räume, die man sieht: das Kinderzimmer des Jungen, dessen Wände sternenübersät sind, das nostalgisch anmutende Zimmer der Mutter, lichtdurchflutet und mit antiken Möbeln bestückt. Aus diesen und weiteren Räumen erwachen nach und nach deren Bewohner, indem sie von der Mutter auf je individuelle Weise geweckt werden. Nach dem Erwachen starten die Familienmitglieder in ihr Leben, das sich akribisch an die immer gleichen Abläufe hält, wobei das Verlassen der Räume und Versammeln im Wohnbereich, der die eigentliche Bühne bildet, Teil ihrer Rituale sind.

Obwohl man es vielleicht hätte ahnen können, dauert es doch eine ganze Weile, bis der Zuschauer begreift, dass diese Theaterspieler nicht sprechen werden. Auch sonst sind sie zwar als menschliche Wesen auszumachen, werfen jedoch zahlreiche Fragen auf. Sind sie Zombies? Was führen sie im Schilde? Was verbindet sie? Welches ist ihre Vergangenheit? Eines lässt sich zumindest deutlich feststellen: Diese Menschen sind Gefangene, eingesperrt in ihre eigenen Körper. Die Bewegungen folgen einem bestimmten Rhythmus, überflüssige Gesten werden vermieden, die Körpersprache erinnert mehr an eine Maschine denn an eine menschliche Gestalt. Verstärkt wird der Eindruck durch die maskenartigen, stark verfremdeten Gesichter, die kaum Mimik zulassen und deren Augen kontinuierlich aufgerissen sind, so als hätten sie Angst, eine Gefahr nicht rechtzeitig zu erkennen, oder als sei ihr Blick im Angesicht etwas Schrecklichen erstarrt. Das Ganze, erzählt vor der Kulisse einer im Retrostil eingerichteten Behausung, wirft viele Fragen auf, gibt aber in der von Ersan Mondtag entwickelten Geschichte keine Antworten. Dem Zuschauer wird eine Familie präsentiert, die sich, so die Vermutung, aufgrund massiver Ängste, Verstrickungen und schrecklicher Familiengeheimnisse in einem streng reglementierten Alltag eingerichtet hat. Jede noch so harmlose emotionale Regung bedeutet eine ernste Gefahr. Besonders beklemmend ist die Schlussszene, in der die Protagonisten zum ersten Mal den Kontakt zum Publikum aufnehmen, die „falschen“ Augen wegklappen und die Zuschauer mit echtem Blick anschauen. Das höhnische Gelächter, das folgt, verschafft dabei keine Linderung.

Die Stärken der Inszenierung von Ersan Mondtag liegen in der Skurrilität und Verschrobenheit der Charaktere sowie in der für diese Menschengruppe perfekt arrangierten Bühnenumgebung. Sehr gelungen ist die Verschmelzung des live dargestellten Bühnengeschehens mit den permanent eingeschalteten Überwachungskameras, die zusätzliche Perspektiven auf das Familienleben bieten. Die Masken der Spieler wirken eindrucksvoll, während sie von den Schauspielern (Kate Strong, Eva-Maria Keller, Enrique Keil, Philipp Reinhardt, Jonas Grundner-Culemann, Sabrina Ceesay) großes spielerisches Geschick abverlangen. Doch trotz zahlreicher äußerst interessanter Aspekte, die hier auf der Bühne zu einem Gesamtbild verschmolzen werden, muss der Zuschauer es auch aushalten, auf Hinweise, Interpretationen und Deutungen völlig zu verzichten. Das ist streckenweise schwer auszuhalten, schmälert aber nicht den Gesamteindruck einer sehr originell-experimentellen Inszenierung.

_______German Daily News [21.12.2015] mehr ...

Detailreich, verwirrend, polarisierend

„Tyrannis“ ist ein Stück, das man sicherlich nicht unbedingt Theateranfängern anempfehlen würde, wohl aber jemandem, der offen ist für Ungewöhnliches und sich auf einen Abend einlassen kann, der von der gewohnten Theaterform abweicht. „Tyrannis“ ist ein Stück, das nachwirkt, das einem im Gedächtnis bleibt und das verwirrt, was nicht unbedingt die wertloseste Empfindung während eines Theaterbesuches ist. - See more at: http://www.mariograss.germandailynews.com/bericht-64798/tyrannis-ersan-mondtag-am-staatstheater-kassel.html#sthash.DBJbnugY.dpuf
„Tyrannis“ ist ein Stück, das man sicherlich nicht unbedingt Theateranfängern anempfehlen würde, wohl aber jemandem, der offen ist für Ungewöhnliches und sich auf einen Abend einlassen kann, der von der gewohnten Theaterform abweicht. „Tyrannis“ ist ein Stück, das nachwirkt, das einem im Gedächtnis bleibt und das verwirrt, was nicht unbedingt die wertloseste Empfindung während eines Theaterbesuches ist. - See more at: http://www.mariograss.germandailynews.com/bericht-64798/tyrannis-ersan-mondtag-am-staatstheater-kassel.html#sthash.DBJbnugY.dpuf

„Tyrannis“ ist ein Stück, das man sicherlich nicht unbedingt Theateranfängern anempfehlen würde, wohl aber jemandem, der offen ist für Ungewöhnliches und sich auf einen Abend einlassen kann, der von der gewohnten Theaterform abweicht. „Tyrannis“ ist ein Stück, das nachwirkt, das einem im Gedächtnis bleibt und das verwirrt, was nicht unbedingt die wertloseste Empfindung während eines Theaterbesuches ist.

Die gesamte Kritik von Mario Graß können Sie unter www.germandailynews.com nachlesen.

„Tyrannis“ (Ersan Mondtag) am Staatstheater Kassel

Detailreich, verwirrend, polarisierend

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„Tyrannis“ (Ersan Mondtag) am Staatstheater Kassel

Detailreich, verwirrend, polarisierend

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_______Göttinger Tageblatt [12.12.2015] mehr ...

Sind so blaue Augen

"Polarisieren wird diese Produktion, die Ersan Mondtag enorm präzise entwickelt hat – so präzise und überraschend, wie die Schauspieler agieren. Sehr beeindruckend."

Die vollständige Kritik von Peter Krüger-Lenz finden Sie online auf http://www.goettinger-tageblatt.de.

_______HNA [12.12.2015] mehr ...

Familienleben als Geisterbahn

Zwei Stunden lang wird in „Tyrannis“ am Kasseler Staatstheater blind gespielt
Von Bettina Fraschke

Das Augenweiß leuchtet grell wie früher bei den billigen Barbiepuppen. Es ist aufgeklebt. Auf den geschlossenen Lidern der Schauspieler pappen starre, aufgerissene Augen. Riesig glotzen sie – und sehen doch nichts. Zuallererst bewundert man im Theaterabend „Tyrannis“, den Regisseur Ersan Mondtag (auch Bühne und Kostüme) am Kasseler Staatstheater entwickelt hat, die technische und choreografische Leistung. Zwei Stunden lang gehen die Schauspieler auf der Studiobühne im tif umher, gießen sich ein Glas Wein ein, spielen Klavier, ziehen sich an, hacken Gemüse – sehen aber nichts. Darin steckt immens viel Präzisionsarbeit. Die ausverkaufte Premiere am Donnerstag bekam viel Applaus.

Die Bühne ist ausgefüllt von einem im 60er/70er-Jahre-Schick eingerichteten Wohn- und Esszimmer, einer Küche mit funktionsfähigem Herd und Dunstabzugshaube, einer Kammer, einem Bad. Auf drei Bildschirme werden Videos (Jonas Grundner-Culemann) projiziert, die Blicke in ein Obergeschoss freigeben, in Schlafzimmer, die mit Nierentischchen und Schaukelstühlen gefüllt sind. Gesprochen wird: nichts. Zu sehen ist: Alltag – Aufwachen, Zähneputzen, Kochen, der Weihnachtsbaum wird geschmückt, abends raucht Vater noch ein Zigarettchen. Zu hören ist: eine detailreiche Klangkulisse aus Geräuschen und Musik von Max Adrzejewski. Vor allem wenn die Lichtstimmung sich in Richtung Nacht wandelt, wird das Geraune und Gewimmere bedrohlich, oft ist nicht zu entscheiden, ob ein Schrei tierischen oder womöglich menschlichen Ursprungs ist. Manchmal scheinen dazu auch noch Schatten über den Schlafenden zu schweben. Wenn dann der Vater morgens mit der Axt aus dem Wald kommt, kann sich Geisterbahngrusel einstellen. Ein wirklicher Horror entsteht jedoch nicht. Das wäre super gewesen. Doch dazu werden die dramatischen Stellschräubchen des Abends zu wenig festgedreht – selbst der Einbruch des Fremden in die Abgeschirmtheit der Familie und sogar Todesfälle lösen zu wenig Erschütterung aus. Im Programmblatt werden die Themen Selbstbezogenheit der Facebook-Welt, Rassismus und Fremdenangst aufgefächert – ob man den Bogen zu diesen aktuellen gesellschaftlichen Schmerzpunkten aber rein vom Bühnengeschehen her schlagen kann, sei dahingestellt.

Kate Strong, die über Jahre bei Starchoreograf William Forsythe getanzt hat, ist die herausragende Darstellerin mit ihrer tänzerischen Ausgestaltung der Mutterfigur, mit ihrem detailreichen Bewegungsrepertoire aus der Stummfilm-Stilistik und mit ihrem großartigen Betrunkenheits-Slapstick nach einigen Schnäpsen. Auch Eva-Maria Keller (Tante), Enrique Keil (Vater), Philipp Reinhardt (in einem monströsen Schaumstoffkörper als Tochter), Jonas Grundner-Culemann (Sohn) und Sabrina Ceesay (Besucherin) überzeugen mit einer stimmigen Ensembleleistung. Schön, dass das Staatstheater so eine installative Theaterarbeit ermöglicht. Und wenn die Darsteller am Ende die Kunstaugen hochklappen und vieräugig ins Publikum schauen, schwappen noch mal kurz Irritationen hoch.

HNA

_______Frankfurter Rundschau [12.12.2015] mehr ...

Ein Idyll von Soziopathen

Ohne Worte: Ersan Mondtag zeigt in Kassel sein sprachloses Theaterprojekt „Tyrannis“

Die gesamte Kritik von Joachim F. Tornau ist online unter http://www.fr-online.de nachzulesen.

_______nachtkritik [11.12.2015] mehr ...

Das Ohne-Worte-Haus

Tyrannis – Kassel zeigt die jüngste Performance-Kreation des Regisseurs Ersan Mondtag

[...] Deutlich aber ist (und ob einem das nun passt oder nicht) die brachiale Stil-Behauptung eines jungen Regisseurs. Das Maxim-Gorki-Theater in Berlin (auch sehr hip!), das Hamburger Thalia Theater und demnächst auch das Schauspiel Frankfurt (wo Mondtag zum Regie-Studio gehörte) entdecken und pflegen ein Talent. Kassel schließt mit und zu ihnen auf – Ersan Mondtag macht's möglich.

Die gesamte Kritik von Michael Laages ist nachzulesen auf nachtkritik.de.