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Pressestimmen zu Am Boden

_______HNA [18.09.2017] mehr ...

Rosa Pony statt Tiger

Michaela Klamminger im Einpersonenstück „Am Boden“ im tif
von Mark- Christian Busse

Michaela Klamminger berichtet im Einpersonenstück „Am Boden" von George Brant, das am Freitagabend in einer Inszenierung von Markus Dietz im Theater im Fridericianum (tif) Premiere hatte, von der Verwandlung einer Kampfpilotin. Sie fühlt sich an wie eine Verstümmelung. Die coole Fliegerin, Dienstgrad Major, Typ einsamer Wolf, wird zur Drohnenpilotin umgeschult, die täglich vom Kindergarten zum Krieg fährt, auf eine Luftwaffenbasis in der Wüste von Nevada. „Man ist das Blau“, so beginnt die Pilotin ohne Namen, die den mächtigen Jet „Tiger“ beherrscht, die Schilderung ihrer Flüge in das Leuchten des Horizonts. Bis der Schwangerschaftstest so rosa ist wie später das Pony. Statt allein mit dem Blau des Himmels zu verschmelzen, bleibt nur der Blick auf den Bildschirm, grau, grau, grau, und das Töten im Team, auf dem Kunstledersessel, per Joystick, mit 1,2 Sekunden Verzögerung. Sie wird all das nicht aushalten, die zur „Sesselfurzerin“ degradierte Pilotin, und bald selbst unter Beobachtung stehen.Michaela Klamminger hat wenig Raum, sich im „Und dann und dann“-Bericht zu entfalten.
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Wie war´s? Ein kompakter Theaterabend mit intensivem Spiel der Hauptdarstellerin. 
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Die Bühne, eingerichtet von Michael Lindner, ist aus glatten Metallwänden eingefasst wie eine Zelle im Hochsicherheitstrakt, das ist alles. Und immer wieder Filmszenen: das Blau des Himmels, das Grau der Drohnenaufnahmen. Dunkle Punkte im Fadenkreuz, Explosionen, Krieg wie im Computerspiel. Klamminger macht das Beste daraus. Sie setzt sich auf die Treppe ins Publikum, wenn sie diese Bilder betrachtet, nimmt ein Mikro, wenn sie Dialoge spricht. Anfangs lehnt sie lässig an der Wand, Sonnenbrille, Kaugummi, den Kampfanzug trägt sie wie eine zweite Haut, stolz auf „Schweiß und Grips und Mut“. Diese coole Attitüde, „als wäre ich der Rockstar, der ich bin“, zerfällt, zerbröselt, die Selbstsicherheit schwindet.Wie die Vorlage das Thema Kontrolle ins Allgemeingültige ausweitet („Walmart oder Afghanistan, alles wird überwacht“), ist allerdings weniger plausibel als Klammingers Darstellung der Pilotin, die am Ende buchstäblich „am Boden“ sein wird. Für die intensiven 80 Minuten erhielt sie lang anhaltenden Beifall.

HNA

_______German Daily News [16.09.2017] mehr ...

Es ist kein Videospiel, es ist das echte Leben ...

»Nach eineinhalb Stunden, die wie im Fluge vergingen und während der das Publikum mit einem fesselnden Monolog über die bizarren Auswüchse virtueller Kampftechniken und erschreckenden sowie verstörenden Gedankengebäuden konfrontiert wurde, wirken die Zuschauer tief berührt vom Erlebten und beeindruckt von der schauspielerischen Leistung Michaela Klammingers, die mit tosendem Applaus gefeiert wird. Hochaktuell, politisch, ausdrucksstark, tiefgründig, vielschichtig und berührend – so soll Theater sein.«  schreibt Mario Graß nach dem Besuch der Premiere.

Die gesamte Kritik ist unter www.germandailynews.com nachzulesen.