Zum Stück

Pressestimmen zu Konsens

_______Theater heute [01.05.2018] mehr ...

Der Boden wankt

Nathalie Bloch besuchte für »Theater heute« die deutsche Erstaufführung von Konsens in Düsseldorf und kurz darauf die Inszenierung am Kasseler Staatstheater: 

»Wie sehr ein kleiner Raum, die Nähe zum Publikum und konzentriertes Spiel den doppelbödigen Argumentationen, der trockenen Komik und damit der Thematik des Stückes zuträglich sein können, war ein paar Tage später in der Zweitaufführung durch Eva Lange im tif des Staatstheaters Kassel zu sehen. [...]
Eine Studie menschlichen Verhaltens, deren Tiefe die handlungstreibende Version der Erstaufführung nicht annähernd erreicht.«

Die gesamte Kritik lesen Sie in der Mai-Ausgabe von Theater heute
 

_______Frankfurter Rundschau [01.02.2018] mehr ...

Er findet nicht, dass das eine Vergewaltigung war

Judith von Sternburg schrieb in der  Frankfurter Rundschau  über Konsens (»jetzt überzeugend in Kassel«). Leider dürfen wir die Kritik hier nicht veröffentlichen.

_______HNA [25.01.2018] mehr ...

Sex und frisierte Storys

"Konsens" ist das Drama zur #MeToo-Debatte - Umjubelte Premiere in Kassel
Von Bettina Fraschke

KASSEL. "Ich hab alles gefickt, was in Fickweite war", sagt Jurist Edward (Thomas Sprekelsen) beim Freundestreffen im Plauderton. Er zitiert den Angeklagten, den er vor Gericht gerade vertritt, aber dass er die Ich-Form verwendet, lässt nicht nur sprachlich eine vielsagende Unschärfe entstehen. Was macht es mit einem Menschen, der sexuelle Gewalt verbal ständig so nah an sich heranholt? Nun ja, eine Affäre hatte er mal. Nix Besonderes, das haben alle, sagt er. Seine Frau Kitty (Maria Munkert) hat ihm aber nie verziehen. Doch dann steht plötzlich der Vorwurf im Raum, dass er Kitty vergewaltigt hat. Sie hatte Nein gesagt, er machte trotzdem weiter. Sagt sie. Aber war es so? Er sagt: Sie wollte es. Wem sollen die Freunde glauben? Wem glauben wir generell bei solchen Vorwürfen? Mit Jubel und Bravorufen ist am Dienstag Nina Raines Drama "Konsens" bei der Premiere des Kasseler Staatstheaters auf der Bühne des Tif gefeiert worden. Zum brillant geschriebenen Stück, das angesichts #MeToo aktueller nicht sein könnte, kommt eine die Spannung unausweichlich anziehende Regie von Eva Lange und ein großartiges Ensemble; das man sich mit dem Thema auch gut auf der großen Bühne des Schauspielhauses hätte vorstellen können.
Vor Gericht sind Ed und seine Freunde die coolen Guys, die mit Stolz und diesem absoluten Willen, zu gewinnen, ihre Fälle durchfighten.
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Wie war's? Ein aktuelleres Stück ist kaum vorstellbar. Tolles Schauspielertheater.
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Die juristische Wortklauberei und das maskuline Machtgeprotze zelebrieren sie auch bei einer Sause im Freundeskreis, während der Schampus strömt und die Haschzigarette kreist. Als dann plötzlich das Vergewaltigungsopfer Gayle (bewegend verstört: Christina Weiser) klingelt, und endlich Gehör fordert, jene Geschichte erzählen will, die Ed vor Gericht wegen juristischer Finten zugunsten des Täters nicht zugelassen hatte, gefriert die ganze Pseudofröhlichkeit dieser Juristenclique mit ihren bescheuerten Partyhütchen. Rund und die Bühne mit der quadratischen Spielfläche, die erst schickes Loft, später leergeräumte Kampfarena ist (Sibylle Pfeiffer, mit Isabell Heinke auch Kostüme) stehen Stühle, auf denen die Protagonisten, die gerade nicht im Spiel sind, permanent anwesend sind. Eva Lange lässt die Figuren auch mal an diese eigentlich Abwesenden gewendet sprechen, sorgfältig arbeitet sie heraus, wie Images von Personen entstehen – durch weitererzählte Storys und durch Selbstinszenierung. Jake und Rachel zum Beispiel. Das Juristenpaar fällt sich erst andauernd gegenseitig ins Wort, um sich als Vorzeigeeltern zu präsentieren, dann rudert Jake hilflos herum, begreift nicht, dass Rachel ihn wegen seiner Affären rausgeworfen hat, die ihrer Ehe doch gutgetan hätten. Stephan Schäfer und Pauline Kästner arbeiten viel mit Körpersprache, mit diesem übertrieben künstlichen Getue, das gerade angesagt ist, wo man die Ironie stets mit zelebriert. Haha, sind wir sophisticated. Konstantin Marsch und Rahel Weiss sind als Tim und Zara wichtige Konterparts für die Hauptfiguren, Objekte ihrer Lästerei und sexuellen Eroberungslust. Doch im Zentrum stehen Kitty und Edward. Maria Munkert und Thomas Sprekelsen  zeichnen immens facettenreiche Figuren, lassen die Stimmungen im Verlaufe des Abends mehrfach kippen, und bei ihrem finalen Ringen (mit keineswegs klarem Ausgang) um Liebe und Selbstachtung zerreißt es einem fast das Herz.

HNA

_______Nachtkritik [24.01.2018] mehr ...

Ich zerfick dein Narrativ

[...] Am Staatstheater Kassel macht Eva Lange aus Nina Raines Stück zwischen Paar-Plauderei und sexueller Gewalt einen emotional dichten Abend. [...]

Die komplette Kritik von Karolin Berg finden Sie auf www.nachtkritik.de.

_______Deutsche Bühne - online [24.01.2018] mehr ...

Per Showdown zur Wahrheit?

von Juliane Sattler-Iffert.

Partygeplauder, Gläserklirren. Kitty und Ed haben ein Baby bekommen, nun schauen die Freunde, allesamt erfolgreiche Mittdreißiger, in der neuen Wohnung vorbei. Matt und Ed sind Juristen und finden sich beide bei einem Vergewaltigungsfall auf unterschiedlichen Seiten wieder. Matt als Kläger, Ed als Verteidiger. Wenn Anwälte über ihren Fall reden, darf man nicht zimperlich sein. Weiter