I Capuleti e i Montecchi

Konzertante Aufführung
Vincenzo Bellini
Tragedia lirica in zwei Akten
Text: Felice Romani nach Luigi Scevola
PREMIERE 9. September 2018
Dauer 2 Stunden 50 Minuten inklusive Pause
Opernhaus
So 30 Sep

Giulietta Capuleti liebt Romeo, den Sohn der verfeindeten Familie Montecchi. Der Vater aber hat ihr einen anderen Bräutigam bestimmt. Seit dem 16. Jahrhundert nahmen sich zahlreiche Dichter und Komponisten des Stoffes um die zwei unglücklich Liebenden an. Bellinis Tragedia lirica erzählt den letzten Tag im Leben des Paares.
16:00 — 18:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Zum letzten Mal
Fr 26 Okt

Giulietta Capuleti liebt Romeo, den Sohn der verfeindeten Familie Montecchi. Der Vater aber hat ihr einen anderen Bräutigam bestimmt. Seit dem 16. Jahrhundert nahmen sich zahlreiche Dichter und Komponisten des Stoffes um die zwei unglücklich Liebenden an. Bellinis Tragedia lirica erzählt den letzten Tag im Leben des Paares.
19:30 — 22:10 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Es war William Shakespeare, der die aus der Antike überlieferte Tragödie um die beiden Liebenden Romeo und Julia 1597 zu einem großen Drama formte. Das Staatstheater Kassel nimmt sich der dramatischen Geschichte in ihren unterschiedlichen Versionen 2018–19 gleich dreifach an: Shakespeares Schauspiel selbst, sodann im fulminanten Musical-Gewand Bernsteins als West Side Story und Vincenzo Bellinis Belcanto-Oper aus dem Jahre 1830. Er und sein Textdichter Romani entwerfen auf der Folie der Shakespeare’schen Vorlage eine eigene Welt der Leidenschaften: In ihrem Fokus des Geschehens steht der letzte Tag im Leben des Liebespaares. Die Vorgeschichte voller Intrigen bleibt im Konflikt der verfeindeten Familien Capuleti und Montecchi erkennbar, Bellini konzentriert sich jedoch in hochvirtuoser Belcanto-Manier auf die Ausweglosigkeit der Situation der beiden Verzweifelten. Neben Puccini ist auch Bellini ein Komponist, der seine Zuhörer »weinen, schaudern« lassen wollte, so spricht aus seinen Protagonisten echte Passion, wird Romeo zum romantischen Helden, der einzig seinen Gefühlsidealen folgt, und Giulietta erleben wir schwankend (auch in den höchsten Tönen) zwischen Liebe und Pflichterfüllung. Und uns bleibt vorerst nur zu fragen: Können Gefühle noch berückender in Töne gefasst werden?
Pressestimmen
Aus dem Newsletter Göttinger Kammermusikgesellschaft e.V., Michael Schäfer
Noch ein Wort zur konzertanten Aufführung: Mit ein wenig Fantasie erstehen auch ohne Bühnenbild und Kostüme sehr lebendige Tableaus. Der Zuschauer kann mitfühlen, mitlieben und mitleiden, obwohl sich das Theater nur im Kopf abspielt.
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10. September 2018
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Aus dem Newsletter Göttinger Kammermusikgesellschaft e.V.  10. September 2018
Noch ein Wort zur konzertanten Aufführung: Mit ein wenig Fantasie erstehen auch ohne Bühnenbild und Kostüme sehr lebendige Tableaus. Der Zuschauer kann mitfühlen, mitlieben und mitleiden, obwohl sich das Theater nur im Kopf abspielt.
Liebe Musikfreunde
[…] Was Bellinis Musik zu einem Genuss höchster Güte macht, ist seine ganz eigenständige Belcanto-Kunst. Seine Melodik ist immens reich an Ausdrucksnuancen, punktet nicht etwa mit Kehlkopfakrobatik, sondern besticht durch die Schönheit und Eleganz der Linienführung. Richard Wagner schrieb 1837, „dass es zumal bei Bellini die klare Melodie, der einfach edle und schöne Gesang war, der uns entzückte: Gesang, Gesang und abermals Gesang!“ Dafür sorgt in Kassel an erster Stelle die in England geborene Sopranistin Elizabeth Bailey, die in der Rolle der Giulietta ganz unangestrengt mit wunderbarer vokaler Geschmeidigkeit, einer atemberaubenden Pianokultur und auch ohne Szenerie mit einer konturenreichen Charakterzeichnung besticht. […]
Für GMD Francesco Angelico ist eine solche Bellini-Oper ein Stück seiner musikalischen Heimat: Dementsprechend legt er sich mit Verve ins Zeug, gibt den Solisten mit flexiblen Tempi angemessen viel Raum zur stimmlichen Entfaltung, lässt im Orchester das Blech strahlend schmettern (ein Sonderlob haben die Hörner verdient, Solocello und erste Klarinette treten ebenfalls ausdrucksstark hervor) und setzt wirkungsvolle Akzente. Auch der von Marco Zeiser Celesti fein vorbereitete Chor macht seine Sache vorzüglich. Angelico dirigiert diese Bellini-Oper in einer anrührenden Mischung aus zarter Feinfühligkeit und feurig loderndem Temperament, sein Orchester – schön, es einmal auf der Bühne live zu sehen! – folgt ihm mit Enthusiasmus. Noch ein Wort zur konzertanten Aufführung: Mit ein wenig Fantasie erstehen auch ohne Bühnenbild und Kostüme sehr lebendige Tableaus. Der Zuschauer kann mitfühlen, mitlieben und mitleiden, obwohl sich das Theater nur im Kopf abspielt. 
Michael Schäfer
HNA, Werner Fritsch
Alles Wesentliche geschieht durch die Musik. Und wie! Generalmusikdirektor Francesco Angelico gestaltet sie mit großer Intensität. Er setzt das Staatsorchester quasi unter Hochspannung (mit schönen Soli von Horn, Cello und Klarinette), er lässt es wütend auftrumpfen und spürt in feinen Nuancierungen den Seelenschilderungen der Partitur nach. So verleiht er auch den mitunter schlichten Begleitfiguren atmosphärische Dichte, die die Protagonisten trägt.

Zu Recht gefeiert wurde Elizabeth Bailey als Giulietta. Wie sie das Leid der jungen Geliebten mit hellem Sopran-Timbre in Belcanto-Wohlklang verwandelte – etwa in der berühmten Romanze „Oh! quante volte“ – war berührend und von souveräner Eleganz bar jeder Effekthascherei. Ein idealer Partner war ihr Maren Engelhardt als Romeo.
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11. September 2018
Audio
Ausschnitte aus »Oh! quante volte« mit Elizabeth Bailey und aus dem Finale des 1. Akts, 4. Szene, mit Elizabeth Bailey und Maren Engelhardt

Aufgezeichnet bei der Premiere am 9. September 2018