Jan-Richard Kehl

Regisseur
Zur Person
Jan-Richard Kehl, geboren und aufgewachsen in Leipzig, studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und gleichzeitig Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Regiekurse bei Willy Decker, Götz Friedrich, Christine Mielitz und Peter Konwitschny sowie die zweimalige Teilnahme an Internationalen Meisterkursen für Opernregie bei Ruth Berghaus vervollkommnen seine Ausbildung.
Als Hospitant und Assistent war er an den Theatern von Basel, Köln und Leipzig tätig, bevor er selbst als freiberuflicher Regisseur an verschiedenen Häusern arbeitete. Von 2006 bis 2010 erneuerte er als Operndirektor am Schleswig-Holsteinischen Landestheater die Musiktheatersparte programmatisch in einem zeitgenössischen Kontext. Zuvor, von 1997 bis 2003 war er als Chefregisseur sowie leitender Regisseur an den Häusern von Bautzen und Görlitz engagiert.
Lehrtätigkeit führte ihn an die Musikhochschulen von Leipzig (2004 – Into the woods) und Nürnberg (2012 – Rinaldo).
Die Palette seiner Regiearbeiten ist weit gespannt. Von Wagners Lohengrin über Bergs Wozzeck umfasst sie ein breites Repertoire auch von der Barockoper bis zum Musical.
Zu den wichtigsten der bisherigen Inszenierungen Kehls gehören weiterhin die Opern Don Giovanni und Joseph Süß (Glanert), Herzog Blaubarts Burg und Doktor Faust (Busoni), Rusalka und La Traviata, Manon und I Masnadieri, Xerxes und Dafne (Bontempi), die Operetten Im weißen Rössl, Giuditta und Fledermaus sowie die Musicals Kuss der Spinnenfrau und City of Angels.
2007 wurde er mit seiner Inszenierung Tosca als bester Regisseur im Jahrbuch der Zeitschrift »Opernwelt« vorgeschlagen. Im selben Jahr inszenierte er Die lustige Witwe am Münchner Gärtnerplatztheater. In der Spielzeit 2008–09 konnte er durch seine Inszenierungen von Tannhäuser und Charpentiers Louise überregional auf sich aufmerksam machen.
Für den Tannhäuser erhielt er 2009 eine Nominierung zum Deutschen Theaterpreis –
DER FAUST für die beste Regie.
Seit dem Sommersemester 2013 unterrichtete er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, an der er zum Wintersemester 13–14 eine Professur für Szenischen Unterricht angetreten hat. Zugleich übernahm er die Ausbildungsdirektion der Gesangsabteilung. Seit Juni 2018 leitet er als Dekan den Fachbereich der Darstellenden Kunst an der HfMDK.