Vorabend

Das Rheingold

Richard Wagner
Dichtung vom Komponisten 
PREMIERE 1. September 2018
Dauer 2 Stunden 35 Minuten, keine Pause
Opernhaus
Der Ring
Di 25 Dez

Wagners Weltendrama beginnt mit einem Fluch: Alberich, von den Rheintöchtern verspottet, raubt das Rheingold und verflucht im Gegenzug die Liebe. Denn nur wer ihr abschwört, vermag aus dem Gold den einen Ring zu schmieden, der unermessliche Macht verschafft. Aber: Wer den Ring besitzt, den »sehre die Sorge«.
19:30 — 22:05 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Der Ring
Sa 12 Jan

Wagners Weltendrama beginnt mit einem Fluch: Alberich, von den Rheintöchtern verspottet, raubt das Rheingold und verflucht im Gegenzug die Liebe. Denn nur wer ihr abschwört, vermag aus dem Gold den einen Ring zu schmieden, der unermessliche Macht verschafft. Aber: Wer den Ring besitzt, den »sehre die Sorge«.
19:30 — 22:05 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Der Ring
So 10 Feb

Wagners Weltendrama beginnt mit einem Fluch: Alberich, von den Rheintöchtern verspottet, raubt das Rheingold und verflucht im Gegenzug die Liebe. Denn nur wer ihr abschwört, vermag aus dem Gold den einen Ring zu schmieden, der unermessliche Macht verschafft. Aber: Wer den Ring besitzt, den »sehre die Sorge«.
18:00 — 20:35 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Das Rheingold ist der »Vorabend« zum Ring des Nibelungen, der, mit einem wohltönenden Es-Dur-Dreiklang beginnend, ein Drama in Gang setzt, das alle nur erdenklichen menschlichen Schwächen und Grausamkeiten freisetzt, um schließlich eine ganze Welt zum Einsturz zu bringen. Hätten die Rheintöchter Alberichs Wunsch nach Liebe nachgegeben, wäre der Menschheit so manches erspart geblieben. Doch sie verspotten ihn, und so schwört der Zurückgewiesene der Liebe ab, um das von den Rheintöchtern gehütete Gold an sich zu reißen. Zu einem Ring geschmiedet, verhilft es ihm zu unermesslicher Macht. Auch Wotan verlangt es, als er von der Tat gehört, nach dem Gold, um den Bau seiner Burg Walhall bei Fasolt und Fafner bezahlen zu können. Entgegen aller von ihm selbst geschaffenen Gesetze folgt er Alberich und raubt mit Gewalt, was ihm selbst nie gehören, geschweige denn, was er weitergeben dürfte. Im letzten Moment verflucht der geschlagene Alberich den mächtigen Ring: Unglücklich werde der, der ihn besitzt, von Gier nach ihm zerfressen, wer ihn nicht sein Eigen nennen darf. Dieser Fluch zeigt umgehend Wirkung, denn im Streit um Gold und Ring erschlägt Fafner seinen Bruder Fasolt. Wotan und seine Familie hingegen nehmen Walhall in Besitz, ohne zu ahnen, dass sie als Herrscherkaste bereits am Abgrund ihrer Existenz stehen. Denn durch Wotans verbrecherisches Handeln gerät die natürliche Weltordnung aus den Fugen: Die Liebe ist tot, es lebe einzig die Macht, nach der Wotan auch weiterhin strebt.
Pressestimmen
concerti, Roberto Becker
Dass die Götter überhaupt allzu menschliche Menschen sind, ist das eine. Dass die Menschen aber der eigentliche Reichtum der Welt sind das andere. Auf diese Erkenntnis-Pointe läuft die reduzierte Ästhetik in Kassel hinaus. (...) die Idee, die Menschen als den eigentlichen Schatz zu betrachten, die hat dialektischen Witz. Erst sind sie im Unschuldsweiß ihrer Unterwäsche das vergnügungswillige Publikum bei der „Wagala weia!“-Show der drei Damen. Und dann tragen sie ihre Haut für den Ausbeuter par excellence, Alberich, zu Markte.
Wobei das schon zu viel gesagt ist – denn der bindet sie nicht durch Lohn an sich, sondern mit roher Gewalt. Er erschießt kurzerhand einen, um zu zeigen, wer hier das Sagen hat.
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3. September 2018
Die Deutsche Bühne, Armin Hennig
Stimmgewaltige Ausbrüche ertönen im rechten Moment, tatsächlich erweist sich Hansung Yoo als Donner bei der Beschwörung der Naturgewalten vor dem Einzug der Götter als lauteste Stimme […]
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2. September 2018
HNA, Werner Fritsch
Vielleicht weil derzeit große Weltentwürfe allgemein auf Skepsis stoßen, hat Regisseur Markus Dietz auf ein übergreifendes Motto verzichtet und sich die Handlung im Detail vorgenommen – im Einklang mit Generalmusikdirektor Francesco Angelico, der Wagners Musik mit schnörkelloser Klarheit, ohne pathetische Überlast ertönen lässt. Wagners Weltmythos wird also konkret gemacht, ins Heute geholt, und so enthüllt er seine gesellschaftskritische Schärfe.
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2. September 2018
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HNA  2. September 2018

»Das Rheingold« - oder: Was Macht mit uns macht

Vielleicht weil derzeit große Weltentwürfe allgemein auf Skepsis stoßen, hat Regisseur Markus Dietz auf ein übergreifendes Motto verzichtet und sich die Handlung im Detail vorgenommen – im Einklang mit Generalmusikdirektor Francesco Angelico, der Wagners Musik mit schnörkelloser Klarheit, ohne pathetische Überlast ertönen lässt. Wagners Weltmythos wird also konkret gemacht, ins Heute geholt, und so enthüllt er seine gesellschaftskritische Schärfe.
»Das Rheingold« - oder: Was Macht mit uns macht
Am Samstag hatte im ausverkauften Kasseler Opernhaus »Das Rheingold« Premiere.  In der Inszenierung von Markus Dietz, musikalisch geleitet von Francesco Angelico, erhielt die erste der vier »Ring«-Opern Richard Wagners viel Beifall, aber auch einige Buhs.
Ein neuer »Ring« in Kassel! Bereits zum fünften Mal in 60 Jahren bringt das Staatstheater Richard Wagners monumentalen Opernvierteiler auf die Bühne. Und da kein Werk der Operngeschichte eine solche Vielfalt an Deutungen erfahren hat wie »Der Ring des Nibelungen«, ist die Spannung bei der Premiere des ersten Teils, dem »Rheingold«, am Samstag besonders groß.
Vielleicht weil derzeit große Weltentwürfe allgemein auf Skepsis stoßen, hat Regisseur Markus Dietz auf ein übergreifendes Motto verzichtet und sich die Handlung im Detail vorgenommen – im Einklang mit Generalmusikdirektor Francesco Angelico, der Wagners Musik mit schnörkelloser Klarheit, ohne pathetische Überlast ertönen lässt. Wagners Weltmythos wird also konkret gemacht, ins Heute geholt, und so enthüllt er seine gesellschaftskritische Schärfe.
Das Rheingold, das der Nibelung Alberich raubt, sind die vielen Menschen, die ihn beim anfänglichen Werben um die Rheintöchter quasi als Badegäste umgeben. Sie dienen ihm dann als Arbeitskräfte, die später der Gott Wotan ihm abpressen wird, um die Riesen für ihren Bau der Götterburg Walhall zu bezahlen.
Es sind eindrucksvolle Bilder, wenn die nur mit weißer Unterwäsche bekleideten Menschen (Kostüme: Henrike Bromber) verschachert werden. Doch es zeigt sich auch, dass das Übersetzen eines mythisch überhöhten Geschehens in konkrete Realität eine Inszenierung vor größere Probleme stellt als das Etablieren einer von der Ursprungshandlung abgelösten Erzählebene. Übersetzungshilfe gibt ein Glossar im Programm, das Fragen beantwortet wie: Was ist der Tarnhelm? Hier ist es ein Hightech-Gerät, das virtuelle Realität erzeugt – konkret: Alberichs Verwandlungen in eine Schlange und Kröte – und der Machtausübung dient. Auf der Bühne erschließt sich das nur eingeschränkt.
Mitunter führt der Realismus auch in die Logikfalle: Wenn die Götter mangels Freias (Jaclyn Bermudez) verjüngender Äpfel sich auf Rollatoren stützen müssen, um dann durch den Genuss nur eines Apfels wieder zu Kräften zu kommen.
Stark ist die Inszenierung immer dann, wenn sie Beziehungen zwischen den Figuren aufzeigt, etwa die subtil-heikle Ehebalance zwischen Wotan (Bjarni Thor Kristinsson) und Fricka (Ulrike Schneider) – Fortsetzung in der »Walküre«.
Zur Zentralfigur aber wird der Halbgott Loge. Lothar Odinius gibt ihn als quecksilbrigen Wanderer zwischen den Welten. Ein schlauer Nerd, der sich als Berater unverzichtbar gemacht hat – und über Außenperspektive verfügt: »Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen.« Mit seiner klaren, gut grundierten und fein artikulierten Tenorstimme setzt er auch sängerisch Maßstäbe in einem starken Ensemble mit zahlreichen Gästen, das insgesamt ein gutes „Ring“-Niveau verkörpert.
Einschränkungen sind bei Bjarni Thor Kristinsson zu machen, der dem Gott Wotan mit gaumiger und zugleich scharfer Bassstimme nur wenig Nuancierung verleiht. Zum Bersten expressiv und mit großen stimmlichen Reserven verkörpert Thomas Gazheli Aufstieg und Fall des Underdogs Alberich, während Arnold Bezuyen – stimmlich souverän – Mime als menschliche Karikatur zeichnet.
Sängerisch eindrucksvoll führt Ulrike Schneider die Leiden der – allerdings den Luxus liebenden – Göttergattin Fricka vor, ähnlich souverän agiert die gesamte Riege der göttlichen Upperclass. Rúni Brattaberg setzt starke Akzente als Riese Fafner, dem Marc-Olivier Oetterli als Fasolt kein ganz ebenbürtiger Bruder ist.
Dass Dietz die sängerisch wie darstellerisch toll agierenden Rheintöchter (Elizabeth Bailey, Marie-Luise-Dreßen, Marta Herman) auch nach der Eröffnungsszene weiter agieren lässt, zunächst als Sklavinnen Alberichs, überzeugt. So sind sie auch mahnend präsent beim Einzug der Götter in Walhall, das Bühnenbildnerin Ines Nadler als eindrucksvolle Riesenfassade mit leuchtendem W gestaltet hat.
Francesco Angelico lässt in seinem zügigen Dirigat nichts an Expressivität aus, setzt dabei aber stets auf Transparenz (leider mit Bläser-Übergewicht für Zuhörer rechts der Mitte) und Sänger-Verständlichkeit.
Die Zustimmung im ausverkauften Opernhaus überwog bei weitem – trotz einiger Buhs für Regie und einzelne Sänger.
Werner Fritsch
Hessischer Rundfunk, Robert Kleist
Ein ganz dickes Lob geht an das Orchester und seinen Dirigenten Francesco Angelico. Also allein das Vorspiel, […] das muss man erstmal so hinkriegen. Kassels neuer Generalmusikdirektor Francesco Angelico hat sich ja vorgenommen, den ganzen RING hier zu dirigieren. Ganz eng arbeitet er dabei mit dem Regisseur zusammen, und dass die beiden ein gutes Team sind, merkt man immer.
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3. September
nmz, Dr. Joachim Lange
Zu den beiden entscheidenden Deutungen, die Patrice Chéreaus Jahrhundert-Ring von 1976 unmittelbar den Boden bereiteten, gehört neben der Inszenierung von Joachim Herz in Leipzig auch die Interpretation von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht in Kassel (1970–1974). Hier also sieht ein kundiges Publikum mit vergleichenden Erwartungen der jeweils nächsten Deutung entgegen. Damit ist jedes Regieteam einem höheren Erwartungsdruck ausgesetzt, als an anderen Opernhäusern.
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3. September 2018
Online Musik Magazin, Bernd Stopka
Der neue Ring des Staatstheaters Kassel beginnt szenisch spannend und vielversprechend in die heutige Zeit versetzt mit detailgenauer Personenregie, die nur gelegentlich fraglich ist. Musikalisch ist dieses Rheingold eher enttäuschend.
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2. September 2018
OperaClick, Vittorio Mascherpa
Per questo nuovo Ring non avremmo potuto sperare un inizio migliore.
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6. September 2018
Opernglas, K. G. v. Karais
Dem Graben entlockt er [Angelico] ein flüssiges, weich temperiertes Klangbild, das den Leitmotiven funkelten Glanz, ja gleichsam donizettihafte Leichtigkeit verleiht; mit dazu bei trägt sicherlich die Umgruppierung des
Wir danken den Spender*innen für die großzügige Unterstützung
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Christoph Krause
Dr. Kai Leimbach
Prof. Dr. Hansjörg Melchior
 
Spender
Ingo Buchholz
Marlies und Walter Eickhoff
Christoph Günther
Dr. Heinz-Jürgen Harhoff
Dr. Anneke Hecke
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Hansgeorg Kling
Felix Christoph Landau
Doris und Hans-Dieter Müller
Elisabeth Müller-Harhoff
Richter Gebäudedienste GmbH
Thorsten Rump
spalckhaver/keuneke/baum Rechtsanwälte und Notare
Richard-Wagner-Verband Kassel