Mutters Courage

George Tabori
WIEDERAUFNAHME   12. Oktober 2018
Dauer 1 Stunde 10 Minuten
tif – Theater im Fridericianum
Mi 26 Dez

Bei einem Halt an der Grenze nach Polen behauptet die ungarische Dame 1942, sie sei zu Unrecht verhaftet worden. Der junge SS-Offizier glaubt ihr überraschenderweise und setzt sie in einen Zug zurück nach Budapest. Sie wird später die einzige Überlebende dieses Transports Richtung Auschwitz sein.
20:15 — 21:25 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
So 20 Jan

Bei einem Halt an der Grenze nach Polen behauptet die ungarische Dame 1942, sie sei zu Unrecht verhaftet worden. Der junge SS-Offizier glaubt ihr überraschenderweise und setzt sie in einen Zug zurück nach Budapest. Sie wird später die einzige Überlebende dieses Transports Richtung Auschwitz sein.
20:15 — 21:25 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, die absurde Pointe im Reich des Bösen. So schilderte er in Mein Kampf den zufälligen, fast trottelhaften, aber unaufhaltsamen Aufstieg eines aus Braunau stammenden Kunstmalers zur Macht. In Mutters Courage erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1942 in Budapest verhaftet, im Viehwagen Richtung Auschwitz deportiert wird und bei einem Halt nahe der ungarischen Grenze das Unvorstellbare wagt: Sie erklärt einem NS-Offizier, ihre Verhaftung sei Unrecht, sie habe nämlich einen Schutzausweis des Roten Kreuzes – nur leider nicht bei sich, da sie ja so unvorbereitet verhaftet worden sei. Der junge Nazi denkt kurz nach über diese ungeheuerliche Unbotmäßigkeit – und setzt die alte Dame dann in den Zug zurück nach Budapest. Sie wird die einzige von 4030 Menschen sein, die diesen Transport überlebt. Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte: Elsa Tabori hat sie erlebt, ihr Sohn, George Tabori, hat sie als Theaterstück aufgeschrieben. Unzählige Male ist es seitdem aufgeführt worden und gehört zum festen Bestand einer »oral history« – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal so eben »hinter sich lassen« kann (was laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung vom Januar 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten), sondern sie als Erfahrungsschatz an folgende Generationen weitergeben sollte.
Nach zehn Jahren unternehmen wir eine Neubefragung des Stückes, das mit Thomas Bockelmann und Sigrun Schneider-Kaethner bereits von 2004 bis 2006 im Spielplan war.
Besetzung
Inszenierung
Donald Berkenhoff
Bühne
Kostüme
Ursina Zürcher
Musik
Erich Radke
Dramaturgie
Pressestimmen
HNA, Gesa Esterer
Das Stück wirkt wie aus der Zeit gefallen, schillert, nähert sich dem Grauen des Holocausts mit den Mitteln der Groteske, vielleicht um das Unaussprechliche zu überwinden.
zum Artikel
25. Oktober 2015