Ani Yorentz

Sopran
Zur Person
Ani Yorentz wurde 1984 in Georgien geboren. Von 2001 bis 2008 studierte sie Gesang an der staatlichen Musikhochschule Komitas in Yerevan. Sie erhielt zahlreiche internationale Preise, unter anderem den Nachwuchspreis beim Wettbewerb »Romansiada« (2002 Yerevan, Armenien) und den Nachwuchspreis beim Wettbewerb »Yantarniy Solovej« (2004 Kaliningrad, Russland). Von 2005 bis 2008 war sie als Solistin im Opernstudio Yerevan engagiert. Ab 2008 studierte sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei Prof. Thomas Heyer. Im August 2009 debütierte sie an der Schlossoper Haldenstein / Chur mit der Partie der Micaëla in Georges Bizets Carmen. Sie ist Stipendiatin der Oskar und Vera Ritter Stiftung sowie der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.
Bereits im Dezember 2011 gab sie ihr Operndebüt als Mimì (La Bohème) am Staatstheater Kassel. Seit der Spielzeit 2012–13 gehört die junge Sopranistin fest zum Ensemble dieses Hauses, an dem sie mit großem Erfolg in zahlreichen wichtigen Partien auf der Bühne stand, unter anderem als Helena (A Midsummer Night’s Dream), Despina (Così fan tutte), Erste Dame und Pamina (Die Zauberflöte), Michal (Saul), Gretel (Hänsel und Gretel) und Liù (Turandot). In der Spielzeit 2015–16 stand sie zudem als Semira in der Barockoper Artaserse von Leonardo Vinci auf der Opernbühne. Zuletzt überzeugte sie als Susanna (Le nozze di Figaro), Musetta (La Bohème), Anna Reich (Die lustigen Weiber von Windsor) sowie in der Titelpartie der Juliette Capulet in Charles Gounods Roméo et Juliette. Für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen wurde sie 2016 mit dem Irma-Jansa-Preis ausgezeichnet.
In der Spielzeit 2018–19 steht die beliebte Sopranistin als Alice Ford in Falstaff, Helmwige in Die Walküre und als Baronin Freimann in Der Wildschütz auf der Kasseler Opernbühne.

Աչքը ինչ տեսնար, սիրտը չի մոռնար – Die Augen sind der Liebe Pforten
Armenien – ein Land im südlichen Kaukasus, das auf eine blühende zweitausendjährige Musiktradition zurückblicken kann. Über die Zeit entwickelte sich im ältesten christlichen Staat der Welt die Musik aus geistlichen Hymnen, die bis ins 4. Jahrhundert zurückgehen, über die armenische Volksmusik und schließlich, auch beeinflusst durch die Nachbarvölker, eine Musikkultur, die zugleich traditionell, wie lebendig sowie kraftvoll und melancholisch ist. Hier wurde Ani Yorentz 1984 geboren, und seit ihrem sechsten Lebensjahr hegt sie eine Leidenschaft für den Gesang. Viele Jahre später und 3561 km von ihrem Heimatland entfernt, feierte sie am Staatstheater Kassel im Jahre 2011 ihr Operndebüt in der Rolle der Mimi in La Bohème und kam ein Jahr später als festes Mitglied ins Ensemble. Auf der Bühne möchte sie als Sängerin die Herzen der Menschen erreichen, in Rollen, die zu ihrer Persönlichkeit, ihrer Stimme, aber auch zu ihren Leidenschaften passen, als deren größte sie die Liebe nennt. Ihr ist sehr wohl bewusst, dass eine gute Künstlerin alles geben und alles aufs Spiel setzen muss, um in diesem Arbeitsfeld dauerhaft zu bestehen. Nicht umsonst ist Maria Callas ihr Idol, an dem sie sich orientiert, die italienische primadonna assoluta, die über sich selbst sagte: »Was Stolz ist, weiß ich nicht. Ich kenne nur die Arbeit«. Ani Yorentz nimmt ihren Beruf sehr ernst und fühlt sich der Schönheit der Musik geradezu verpflichtet. Einen schiefen Ton zu singen, sofern es die Dramatik erhöht, ist für sie nur in Ausnahmefällen zu tolerieren, denn: »Etwas Hässliches zu tun, um das Schöne darzustellen, muss immer die absolute Ausnahme sein«. Auf die Frage, wie sie ihr privates Leben vom Bühnenleben trennt, antwortet sie: »Im privaten Leben küsse ich andere Männer als auf der Bühne«. Und sie hört auch andere Musik; hier gilt ihr Interesse nicht der Klassik, sondern vor allem dem Jazz und italienischer Popmusik.