Inna Kalinina

Sopran
Zur Person
Inna Kalinina wurde in Orel, Russland, geboren und studierte zuerst Chorgesang und Chordirigieren am Musikkolleg in ihrer Geburtsstadt und war danach drei Jahre als Chorsängerin am Opernhaus in Nizhnij Novgorod tätig. Anschließend studierte sie Sologesang am Glinka-Konservatorium in Nizhnij Novgorod und schloss als Opern- und Konzertsängerin mit Diplom ab. Als Solistin war sie zunächst an der Philharmonie in Nizhnij Novgorod (unter anderem im Weihnachtsoratorium von Bach) zu hören, bevor sie als Ensemblemitglied des Opernhauses von Nizhnij Novgorod in zahlreichen Rollen zu erleben war.
Verschiedene Gastengagements brachten die Mezzosopranistin schließlich nach Deutschland, wo sie am Nordharzer Städtebundtheater als Cornelia in Händels Giulio Cesare in Egitto, am Stadttheater Bremerhaven als Mutter in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen und am Lübecker Theater als Marthe Schwerdtlein in Gounods Faust zu hören war. Von 2005 bis 2007 war sie festes Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt, wo sie unter anderem Azucena (Il Trovatore) und Mary (Der fliegende Holländer) interpretierte.
Seit der Spielzeit 2008–09 ist sie wechselnd als Ensemblemitglied, Gast und Chorsängerin dem Staatstheater Kassel verpflichtet und stand hier in verschiedenen Partien in Salome, Hercules, Der fliegende Holländer, Les dialogues des Carmelités und Lucia di Lammermoor auf der Bühne. Zu ihren großen Erfolgen zählen die Titelpartien in Händels Giulio Cesare in Egitto und Orlando sowie Sesto (La clemenza di Tito) und Hänsel (Hänsel und Gretel). Zuletzt konnte man sie als Gutsbesitzerin Larina (Eugen Onegin), Zauberin Fata Morgana (Die Liebe zu den drei Orangen), Clothilde (Norma), Marzellina (Le nozze di Figaro) und als Element Feuer (Los Elementos) erleben.
In der Spielzeit 2018–19 kehrt Inna Kalinina als Roßweiße (Die Walküre) sowie als Gräfin (Der Wildschütz) auf die Kasseler Opernbühne zurück.

Das Schaffell lohnt das Gerben

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Obwohl Inna Kalinina privat neben Sinfonien und der Musik von Johann Sebastian Bach auch eine Vorliebe für russische Rockmusik hat, siedeln sich ihre musikalischen Vorbilder ausschließlich im Bereich der Klassik an. Mit den Jahren ist das Interesse der Sängerin vor allem an deutscher und russischer Musik gewachsen, weil sich ihrer Meinung nach darin tiefgründige philosophische Hintergründe verbergen. Als Beispiele nennt sie hier Richard Wagner, Richard Strauss und Peter Tschaikowski; von Letzterem liebt sie ganz besonders sein Werk Die Jungfrau von Orleans. Stimmlich und interpretatorisch inspirieren lässt sie sich dabei von Vorbildern wie Maria Callas, die sie wegen ihrer klaren, ehrlichen Musikinterpretation und der starken Persönlichkeit bewundert, Anna Netrebko, deren absolute Freiheit auf der Bühne ihr imponiert sowie Tatjana Troyanos, die ihrer Meinung nach einzigartig ist durch ihre besondere Stimmfarbe und ihren sehr starken schauspielerischen Ausdruck. Das berufliche Leben vom privaten zu trennen, ist Inna Kalinina nie richtig leicht gefallen, denn beide fließen unvermeidbar zusammen, wenn man Künstler und Mutter zugleich ist. So schön es ist, als Sängerin und Darstellerin auf der Bühne zu stehen und das Letzte für die Zuschauer zu geben, ist das Bühnenleben andererseits mit seinen unregelmäßigen Arbeitszeiten eine Herausforderung für jede Familie. Besonders die wertvollen Abendstunden, in denen man das Kind ins Bett bringt oder gemeinsam ein Buch liest, hat sie vermisst. Weil sie für die Karriere so die eine oder andere private Stunde opfern musste, richten sich ihre Träume und Wünsche in erster Linie auf das Wohl ihrer Familie und ihrer Freunde. Ist noch ein wenig Freizeit vorhanden, dann füllt die Sängerin die mit Lesen, Sport treiben, Fernsehen, aber auch Kochen und Gärtnern. Berufliche Träume verfolgt Inna Kalinina nicht mehr, sie möchte einfach weiter singen und verlässt sich ansonsten auf das Schicksal und vertraut sich ganz der Intuition derjenigen an, die sie als Sängerin und Darstellerin hören, sehen und die Entscheidungen treffen. Allerdings: Eine ganz spezielle Rolle interessiert sie mittlerweile – die der Carmen.  
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