Lona Culmer-Schellbach

Mezzosopran
Zur Person
Die aus Florida / USA stammende Sängerin studierte an der Florida State University in Tallahassee, an der Mannes School of Music in New York und am Mozarteum in Salzburg, wo sie ihr Operndiplom mit Auszeichnung und einem Würdigungspreis des zuständigen österreichischen Ministers erhielt. Sie ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe, unter anderem in Barcelona, Salzburg und Paris. Am Staatstheater Kassel ist sie seit 1989 fest engagiert und stand bis heute in mehr als 50 verschiedenen Rollen des Sopran- und Mezzosopran-Fachs auf Bühne, darunter so wichtige Partien wie Cio Cio San (Madama Butterfly), Elsa und Ortrud (Lohengrin), Leonore (Il trovatore), Abigaille (Nabucco), Carmen, Tosca, Marie (Wozzeck), Kundry (Parsifal), Lady Macbeth (Macbeth), Katerina (Lady Macbeth von Mzensk) und Klytämnestra (Elektra). 
Gastengagements führten sie an die Opernhäuser nach Wien, Paris, Berlin, Dresden, Frankfurt und Braunschweig, sie trat bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Santa Fe / USA auf und ist neben ihrer Operntätigkeit auch als Liedsängerin sehr erfolgreich.
Zuletzt stand sie in Kassel unter anderem als Magdalene (Die Meistersinger von Nürnberg), Marthe Schwerdtlein (Faust), Goneril (Lear), Ortrud (Lohengrin), Mrs. Grose (The Turn of the Screw), Filippjewna (Eugen Onegin), Gertrud (Hänsel und Gretel), Gräfin de Coigny und Madelon (Andrea Chénier), Alte Buryja (Jenufa) und Mutter Goose (The Rake’s Progress) auf der Bühne. Neben der Oper bleiben aber auch ihre Musicalauftritte als Bloody Mary in South Pacific, Nellie in Jekyll and Hyde, Mutter Oberin in The Sound of Music und als Ankleiderin Hattie in Kiss me, Kate unvergessen. 2010 wurde sie mit dem Kasseler Publikumspreis ausgezeichnet.
In der Spielzeit 2018–19 singt sie erneut die Mutter in der Wiederaufnahme von Hänsel und Gretel sowie Cio-Cio-Sans Mutter in Madama Butterfly. Zudem wird sie in der Uraufführung des Schauspiels Odem von Wilke Weermann zu erleben sein.

Erfolg ist ein Kopfspiel –  Success is a mind game

Lona Culmer-Schellbach ist seit 1989 Mitglied des Kasseler Sängerensembles. Sie hat auf der Bühne des Staatstheaters bislang weit mehr als 50 Partien übernommen und feierte im Jahr 2014 ihr 25. Bühnenjubiläum mit einem opulenten Bilder- und Arienreigen im Opernfoyer des Staatstheaters. Im Jahr 2010 erhielt sie vom Kasseler Publikum den VolksBühne-Preis, mit dem jährlich das Wirken zeitgenössischer Künstler des Staatstheaters, aus Schauspiel, Oper und Orchester, gewürdigt wird. Nur wenige können auf so ein erfolgreiches Sängerleben mit einem so großen Erfahrungsschatz zurück blicken. Trotzdem hat die Mezzo-/Sopranistin noch Träume: Wie jede amerikanische Sängerin wünscht sie sich, einmal an der Metropolitan Opera zu singen. Sie sagt selbst, dass das Alter für eine solche Chance kein Hindernis sei, kennt sie doch Kolleginnen, die das geschafft haben. Private Träume richten sich auf eine allzeit stabile Gesundheit, um auch später im Ruhestand weiter körperlich und geistig fit an der Missionsarbeit mitwirken zu können. Bis dahin will sie aber weiter auf der Bühne stehen, wo sie Wert darauf legt, jeder Figur oder dramatischen Rolle eine authentische Ausstrahlung zu verleihen. Sie weiß, wie wichtig es ist, Stimmmaterial, Tragfähigkeit und Musikalität zu besitzen, um eine Partie durchzustehen, die man ja in einer Spielzeit dann nicht nur einmal, sondern mehrmals singen muss. Ihre Einstellung, sich voll und ganz auf das Geschehen auf der Bühne einzulassen, lässt sie trotzdem selten protestieren, wenn eine Regieanweisung ihr nicht gefällt. Nur wenn es gefährlich wird oder etwas unannehmbar ist, weigert sie sich. Als Beispiel erzählt sie eine kleine Anekdote, als zu Beginn der Karriere von ihr verlangt wurde, in der Rolle der Salome nackt zu tanzen. Ihre Begründung: »Solange ich ein Kostüm trage, kann ich mich in eine andere Person verwandeln, aber ohne Kleider kann ich nur mich selbst spielen.«  Und der Regisseur hat natürlich nachgegeben, mit den Worten: »Entweder man kann eine Partie toll singen und will nicht nackt tanzen oder man will nackt tanzen, weil man nicht singen kann«. Nach den Vorstellungen versucht Lona Culmer-Schellbach, ihr Bühnenleben im Theater zurück zu lassen, um dann wieder nur sie selbst zu sein. Dabei wünscht sie sich, mehr Freizeit mit ihrer Familie verbringen zu können, was aber gar nicht so einfach ist, sagt sie. Einige Opfer müsse man eben für dieses Leben auf der Bühne bringen, wie zum Beispiel auf Sportarten verzichten, bei denen man sich leicht verletzen kann. Daher beschränkt sie ihre sportlichen Aktivitäten auf Nordic Walking und Rückentraining, hat aber auch sonst keine Probleme, ihre Freizeit abwechslungsreich zu gestalten: Kochen, Lesen und Musik hören machen ihr Freude, und ihre zweite Leidenschaft neben dem Singen ist Nähen. Wenn sie Musik hört, dann die der unterschiedlichsten Genres: Light Classics, Balladen, Geistliches, Schlager Hits oder ganz allgemein Musik mit guten Tanzrhythmen, und sie mag Interpreten wie Adele, Phil Collins oder Michael Jackson. Letzterer ist aufgrund seiner Kreativität neben Leontyne Price, Jessye Norman und Edita Gruberova auch eine Inspirationsquelle für die Künstlerin. Leontyne und Edita bewundert sie, da beide selbst im hohen Alter noch immer wichtige Partien und Konzerte singen, Jessye wegen ihrer phänomenalen Lied-Interpretationen.