Marta Herman

Mezzosopran
Zur Person
Die junge Mezzosopranistin erhielt ihre Ausbildung an der University of Toronto sowie an der University of Western Ontario in Kanada. Von 2012 bis 2014 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios an der Oper Frankfurt, wo sie 2014–15 für die Produktionen von Martinus Julietta und Dvořáks Rusalka zurückkehrte. Sie ist Preisträgerin des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2015 und sang dort die Uraufführung von Elke Heidenreich/Constantin Floros’ Oper Adriana. 2015–16 verkörperte sie La Marchande de Journaux in Poulencs Les mamelles de Tiresias an der Dutch National Opera sowie Lisetta in Haydns Il mondo della luna am Landestheater Salzburg. Des Weiteren war sie bei Konzerten und Liederabenden unter anderem im Schumann Haus Leipzig und mit dem International Rameau Ensemble zu erleben. Zu ihren wichtigsten Konzertauftritten zählen Berlioz’ Les nuits d’été im Palais Wittgenstein Düsseldorf sowie ihr Debut in der Tonhalle Zürich im Jahr 2014. Mehrfach wurde sie für ihre künstlerischen Leistungen ausgezeichnet, unter anderem mit Preisen der Solti Foundation, der Da Ponte Stiftung und des Ontario Arts Council, mit dem Yaremko Preis, dem David und Marcia Beach Preis der University of Toronto sowie mit Preisen bei der Riccardo Zandonai International Competition und bei der Jeunes Ambassadeurs Lyriques Competition.
Seit Januar 2016 gehört Marta Herman zum Opernensemble am Staatstheater Kassel, wo sie gleich in zwei Neuproduktionen zu erleben war: Als Linetta in Die Liebe zu den drei Orangen und als Brigitta in Die tote Stadt. In der Spielzeit 2016–17 gab die junge Sängerin ihr Debüt als Cherubino in Mozarts Le nozze di Figaro und stand als Laura (Luisa Miller), Emone (Antigona) Element Erde (Los Elementos), 3. Magd (Elektra) und Sandmännchen (Hänsel und Gretel) auf der Bühne. 2017–18 debütierte sie unter anderem als Hänsel sowie als Dritte Dame (Die Zauberflöte).
In der Spielzeit 2018–19 übernimmt sie die Partien der Floßhilde (Das Rheingold), Suzuki (Madama Butterfly), Grimgerde (Die Walküre) und Nanette (Der Wildschütz). Außerdem wirkt sie bei der Produktion Anfang und Ende – B.A.C.H.⁶¹ mit.

Nothing ventured, nothing gained – Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Kanada: 35 Mio. Einwohner auf knapp zehn Millionen qkm, Deutschland: 80 Mio. auf etwa einem Drittel der Fläche. Zwischen beiden Ländern liegen 6750 km. Was führt eine junge Sängerin so weit von zu Hause fort? Die Antwort ist einfach: die Musik. Marta Herman hat sich entschieden Kanada zu verlassen, um ihrer Liebe zur Oper zu folgen. Sie fühlt sich in Deutschland sehr wohl, aber natürlich ist es trotzdem schwierig für sie, ihre Familie nur ein- oder zweimal im Jahr zu sehen, Heimweh ist ihr also nicht fremd. Aber sie ist schon immer viel und gerne gereist. Sie wuchs in Toronto auf, der größten Stadt Kanadas, und bezeichnet sich infolgedessen als Stadtmensch. Seit sie in Deutschland wohnt, hat sie schon zahlreiche Städte besucht, dennoch muss sie einmal im Jahr auch ein paar Tage in purer Natur verbringen, gerade plant sie eine Wanderreise durch Schottland.
Bevor sie sich für den Musikstudiengang entschieden hat, träumte sie davon Archäologin werden. Sie interessiert sich sehr für Geschichte, besonders für die Geschichte des Mittelalters, und die Vorstellung, ihre Forschung mit frischer Luft und einer gemütlichen Bibliothek zu verbinden, hat sie gereizt.
Jetzt steht Marta am Anfang ihrer Karriere als Sängerin. Seit Januar 2016 gehört sie zum Ensemble des Kasseler Staatstheaters, zunächst mit Partien in Die Liebe zu den drei Orangen und Die tote Stadt auf der Kasseler Opernbühne zu erleben, bevor sie in der Eröffnungsproduktion 2016/17 mit einer ihrer Traumpartien, Mozarts Cherubino, debütieren kann. Vorbilder gibt es viele, aber besonders bewundert Marta momentan die Sopranistin Helen Traubel sowie die Mezzosopranistinnen Lorraine Hunt Lieberson und Sarah Connolly: Denn alle drei haben nicht nur wunderschöne Stimmen und eine makellose Gesangstechnik, sie wissen genau wie man am besten den Text und die einzigartigen Farben seiner eigenen Stimme benutzt, um durch die Musik eine Geschichte zu erzählen.
Was ihre eigene Entwicklung betrifft, vertraut Marta überwiegend den Ratschlägen ihres Gesangslehrers. Mit ihm gemeinsam beurteilt sie zum Beispiel, ob eine neue dramatische Rolle zu ihr passt oder nicht. Sie meint, als Sängerin sei es schwierig, die eigene Stimme objektiv zu bewerten. In der Praxis ist sie entschlossen, sich allen Herausforderungen zu stellen, die die Arbeit mit sich bringt. Sie hat Freude daran, verschiedenste Dinge auszuprobieren, sowohl sängerisch als auch darstellerisch, denn so bekomme man auch ein tieferes Verständnis für das jeweilige Stück.
Ihr privater Musikgeschmack deckt eine große Bandbreite ab: von alter Musik bis zum deutschen Rap. Zurzeit ist sie in die französische Barockmusik von Charpentier und Rameau verliebt und entdeckt außerdem das Oeuvre von Björk für sich: »Was die mit ihrer Stimme machen kann, ist einfach beeindruckend!«