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Every heart is built around a memory

Markolf Naujoks
Stückentwicklung
PREMIERE 2. September 2018
WIEDERAUFNAHME in der Spielzeit 2019/20
Dauer ca. 1 Stunde, keine Pause
Alter Für alle ab 12 Jahren

Inhalt
NINA: Ich schließe die Augen. Ich öffne sie wieder und alles ist für einen Augenblick verschwommen. Dann fokussiert sich mein Blick. Ich schwebe in einem endlosen weißen Raum. Als ich an mir hinunterschaue, merke ich, dass ich keinen Körper habe. Geräusche steigen unter mir auf, als würden Riesenhände ein Universum auseinanderfalten. Mir wird schlecht und ich schließe ein zweites Mal die Augen. Und öffne sie wieder.
Diesmal ist es Nacht. Ich stehe auf einem von Unkraut überwuchertem Sportplatz. Der Rasen ist matschig und feucht. Weit oben im schwarzen Himmel tanzen Wolken von weißen Faltern. Eine Flutlichtanlage wirft stechendes gelbes Licht. An den Rändern des Platzes türmen sich Mauern aus Nebel.
Aus dem Nebel löst sich eine schmale Figur. Sie kommt mit schnellen Schritten auf mich zu, Nebelschlieren hinter sich herziehend, die sich in ihrem Ledermantel verfangen haben. »Wie gefällt dir das?«, fragt sie.

Das Stück ist ein Plädoyer für eine Welt, in der viele Fantasien gelebt werden können, ein Rückzugs- und Sehnsuchtsort vieler: die Welt der Games und virtuellen Realitäten.
In dieser Geschichte geht es um Marie, die nicht mehr da ist – also doch, schon, online, virtuell, aber im Reallife versuchen ihre beiden Schwestern herauszufinden, warum Marie offline nicht mehr existiert. Und dazu müssen sich die Geschwister auf einer Map bewegen, die ihnen wenig vertraut ist.
Und nur durch die richtige Backdoor, die Marie erstellt hat, wird sich das Geheimnis lüften, das die kleine Schwester in einer Welt versteckt hat, die realer und besser als die echte, kalte Welt scheint. Kein Zeigefingerstück über die Macht der Spiele, sondern eine ansteckende, soghafte, krimiartige Geschichte über die Faszination des Spielens. Online und Offline.
Besetzung
Inszenierung, Bühnenbildkozept und Sounddesign
Markolf Naujoks
Kostüme und Illustration
Dramaturgie
Pressestimmen
nachtkritik, Georg Kasch
In guten VR-Games fühlt man sich mittendrin, als Teil des Ganzen – in guten Theateraufführungen auch. [...] Nadja Duesterbergs und Sarah Zelts Schwestern wechseln souverän zwischen Erzählen und Erleben, realer und virtueller Welt, die immer ununterscheidbarer werden. Man folgen ihnen gespannt in die Kellerräume von Maries Bewusstsein, ihren offenbar traumatischen Erlebnissen, in die VR-Gegenwelten mit all ihren Aufgaben zwischen Game-Level und âventiure.
HNA, Bettina Fraschke
Das Staatstheater hat ein spannendes Jugendstück erarbeitet, das sich um Computerspiele dreht - und eine traurige Familiengeschichte.
Rolltreppen türmen sich zu einem schwindelhohen Gebirge auf. Ein Labyrinth aus fahrenden Metallstufen. Abwärts geht es dann in einen Dschungel, wo inmitten des Grüngewirrs eine alte Garage steht. Im Hangar eines Riesenraumschiffs sind orientalisch verzierte Schwimmbecken aufgereiht, durch die man in andere Dimensionen tauchen kann. Eine überbordende Fülle an fantastischen Welten öffnet sich im Jugendstück »Every heart is built around a memory«.
Mehr lesen
4. September 2018
KulturMagazin, Juliane Sattler-lffert
Wie hier das Junge Staatstheater Akzente setzt, ist beachtenswert – dieses Stück ist sicher nicht nur für Jugendliche faszinierend.
1. November 2018
Rhein-Neckar-Zeitung, Ingeborg Salomon
Pfiffige Requisiten wie eine Konfettikanone und Star Wars-Rüstungen aus Wellpappe sorgen ebenso wie das gefühlsstarke Sounddesign (ebenfalls von Markolf Naujoks) dafür, dass der Erzählstrom nie langweilig wird. Sarah Zelt und Nadja Duesterberg spielen sehr intensiv und authentisch und wurden vom jugendlichen Publikum zum Schluss stürmisch gefeiert.
Rhein-Neckar-Zeitung
30. April 2019