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15. Theater-Jugendorchester-Projekt

Brundibár

Kinderoper in zwei Akten
von Hans Krása
Kinder von Terezín – Prolog zu Brundibár 
von Larissa Kofman – Uraufführung
PREMIERE 15. Juni 2019 

Inhalt
Brundibár ist eine der ersten speziell für Kinder komponierten Opern, die auch von Kindern aufgeführt werden. Im Zentrum steht dabei das Plädoyer für Freundschaft und Gerechtigkeit: Aninka und Pepiĉek wollen für ihre kranke Mutter Milch kaufen, doch ihnen fehlt es an Geld. Sie wollen daher wie Leierkastenmann Brundibár mit Musizieren Geld verdienen. Doch niemand möchte ihnen zuhören, schlimmer noch: Brundibár verscheucht die beiden. In der Nacht jedoch erscheinen ein Spatz, eine Katze sowie ein Hund und bieten ihre Hilfe an, und am nächsten Morgen werden alle Kinder der Nachbarschaft zusammengetrommelt. Gemeinsam vertreiben sie Brundibár und wehren sich erfolgreich, als dieser ihnen das Geld stehlen will.

Das Werk erlangte traurige Berühmtheit durch seine bedrückende Geschichte: Schon bald nach der heimlichen Uraufführung 1941 in Prag wurde Krása in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er das Werk erneut notierte, weil er die Partitur nicht mitnehmen konnte. 55 Mal wurde Brundibár in Theresienstadt aufgeführt – und von den Nationalsozialisten für ihre Propaganda missbraucht. 1944 wurde Krása wie die meisten der Darsteller und Musiker in Auschwitz ermordet.

Die Brundibár-Inszenierung am Staatstheater Kassel ist als phantasievolle Kinderoper konzipiert, wie sie auch von Krása gedacht war. Für die Vermittlung der Hintergrund- und Aufführungsgeschichte hingegen bietet das Staatstheater Kassel ein umfangreiches Rahmenprogramm in Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum für jüdisches Leben an.

Nachdem Brundibár bereits 2017 mit riesigem Erfolg Premiere gefeiert hat, kommt die Produktion jetzt mit neuer Besetzung und neuem Theater-Jugendorchester wieder zur Aufführung. Es spielen und singen Mitglieder des CANTAMUS-Chores, des Kinder- und Jugendchores am Staatstheater Kassel, begleitet vom Theater-Jugendorchester (TJO) 2019.

Zudem wird das eigens hierfür komponierte Stück „Children of Terezín – Die Kinder von Terezín“ von Larissa Kofman uraufgeführt und allen Vorstellungen vorangestellt. „Children of Terezín“ ist eine Art Memorial für die Kinder des Ghettos Theresienstadt. Die israelische Komponistin macht darin deren tiefe Tragik hörbar und setzt sich mit dem Thema „Katastrophe“ auseinander. Expressionistisch und bildhaft zeichnet Kofman eine düstere Atmosphäre, die durch die Vorahnung von etwas Bösem und dem Gefühl von Angst und Ausweglosigkeit hervorgerufen wird.

Theater-Jugendorchester-Projekte (TJO-Projekte) gibt es am Staatstheater Kassel bereits seit der Spielzeit 2004/2005, seit Beginn der Intendanz von Thomas Bockelmann. Das TJO, das in jeder Spielzeit neu über Probespiele zusammengestellt wird, bietet Jugendlichen die Möglichkeit, unmittelbar an der Musiktheaterproduktion mitzuwirken, von der ersten Orchesterprobe bis zu den Aufführungen mit Sängern, Szene, Bühnenbild, Kostüm, Licht und allem, was sonst noch dazu gehört. Musiker*innen des Staatsorchesters unterstützen die Jugendlichen zusätzlich in Einzelstimmproben sowie mit vielen Praxistipps.

Begleitend zur Inszenierung der Kinderoper findet im Schauspielfoyer vom 28.5. – 27.6.2019 eine kleine Ausstellung statt. Unter dem Titel »Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen« werden Kinderzeichnungen und Gedichte aus Terezín zu sehen sein.
Besetzung
Pressestimmen
HNA, Werner Fritsch
Das Orchesterstück »Kinder von Terezin« eine Auftragsarbeit, verwandelt eine anfangs beklemmende Stimmung in Aufbegehren und ist so eine ideale Hinführung auf das Stück. […] Neben dem sängerisch wie darstellerisch eindrucksvollen Geschwisterpaar von Anna-Cecile Thomas (Aninka) und Artjom Kopylov (Pepicek) und Simon Rubischs unheimlichem Brundibar bezauberte besonders Lena Hause das Publikum als agiler kleiner Spatz mit glockenklarer Stimme. Großer Jubel im ausverkauften Schauspielhaus.
HNA
17. Juni 2019
Novelletten, Michael Schäfer
Maria Radzikhovkiy am Dirigentenpult hält das vielköpfige Ensemble souverän zusammen und gibt immer wieder zündende Impulse. Die Darsteller auf der Bühne (...) wie auch die Instrumentalisten sind mit Feuereifer bei der Sache.
19. Juni 2019