Michael Gniffke

Tenor
Zur Person
Der Tenor Michael Gniffke hat eine betriebswirtschaftliche Ausbildung absolviert, bevor er sich in Zürich bei seinem Vater, dem Opernsänger Rudolf A. Hartmann, am Konservatorium Zürich zum klassischen Sänger ausbilden ließ. Es folgten Studien bei Alfred Muff, Robert Schunk, Gudrun Bär sowie Stefan Haselhoff.
Sein Debüt gab er als Graf Zedlau in Wiener Blut. Neben dem Operettenfach sang Michael Gniffke u. a. Alfredo (La Traviata), Tamino (Zauberflöte), Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen), Max (Freischütz), Faust (Faust) und Don José (Carmen).
In letzter Zeit spezialisierte er sich zunehmend auf deutsche Charakterpartien und das zeitgenössische Repertoire (Hauptmann in Wozzeck, Tenorpartie in Detlev Glanerts Drei Wasserspiele). Ein weiterer Schwerpunkt des Repertoires bilden Rollen des deutschen Fachs wie Paul (Die Tote Stadt), Herodes (Salome), Loge (Das Rheingold), Kavalier (Cardillac), Hexe (Hänsel und Gretel), Mime (Das Rheingold, Siegfried) oder Aegisth (Elektra).
Er trat unter anderem in Magdeburg und am Staatstheater Kassel (Elektra), in Lübeck (Hänsel und Gretel) und in Dijon auf, wo er in einer viel beachteten Inszenierung gemeinsam mit dem SWR Rundfunkorchester Baden-Baden und Freiburg die Partie des Hauptmann (Wozzeck) sang. 2017 verkörperte er Alwa in Alban Bergs Lulu am Theater Ulm. 2018 durfte er in der Uraufführung von Alexander Raskatovs Oper GerMANIA an der Nationaloper in Lyon mitwirken, die in Radio France Musique ausgestrahlt wurde. Der französische Komponist Brice Pauset widmete Michael Gniffke in seiner Oper Strafen nach einem Stoff von Franz Kafka, die in Dijon 2020 uraufgeführt wird, die Rollen des Vater, Herrn Samsa sowie des Reisenden.
In den Spielzeiten 2018 und 2019 war Michael Gniffke als 1. Edler in Lohengrin erstmals bei den Bayreuther Festspielen zu erleben.
Eine umfangreiche Konzerttätigkeit rundet sein musikalisches Engagement ab, wobei das Requiem von Andrew Lloyd-Webber, Le Laudi von Herman Suter sowie das Requiem von Verdi Höhepunkte seiner konzertanten Laufbahn darstellen.
In der Spielzeit 2019–20 kehrt er als Knusperhexe in Hänsel und Gretel sowie als Monostatos in Die Zauberflöte an das Staatstheater Kassel zurück.

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