Carmen

Opéra comique in vier Akten von Georges Bizet
PREMIERE 12. Dezember 2020

Inhalt
Zigarettenfabrik    |    Freiheit    |    Stierkampf
Was macht sie nur so reizvoll? Ihre Fremdheit, Wildheit, gar Todesbereitschaft? Um diese Frau jedenfalls wird immer wieder aufs Neue gerungen und gekämpft, man liebt oder hasst sie. In ihrer Sinnlichkeit entflammt sie Fantasien, entfacht Träume. Nachts wird sie zur Königin beim Schein der Kerzen in der Taverne, in den Bergen mit den Schmugglern dann zur Geliebten. Doch Freiheit ist ihr unbedingtes Gut, darin verkörpert sie all das, was ängstigt, zugleich aber fasziniert und auch provoziert: Sie fügt sich keiner einzigen moralischen Konvention. Diese Frau ist Carmen. Georges Bizet hat zwar den internationalen Erfolg seiner Titelheldin nicht mehr erlebt, ihre Lebenswelt jedoch für die Opern-Ewigkeit verortet. Es ist zum einen die Welt der Zigarettenfabrik, in der nur Frauen arbeiten und dabei ausschließlich von Männern bewacht werden. Zum anderen die der Männer, denen Carmen als Freiwild gilt. Dabei ist das Einzige, was Carmen tut, sich zu benehmen wie ein Mann: Sie nimmt sich, was sie mochte. Bizet schafft die klangkoloristischen Bilder ebenso eindeutig wie er musikalisch die Tragödie heraufbeschwort. Unerbittlich. Szene für Szene. So konsequent, wie auch Don José in seiner obsessiven Liebe zu Carmen an seiner Zerstörung arbeitet. Kein Wunder, dass der Stierkämpfer Escamillo als strahlender Sieger dasteht – im Kampf um Carmen. Aber ihre Zeit ist um. Das weiß sie schon in dem Augenblick, als die Schmugglerinnen die Karten legen: Sie zeigen den Tod. Und Carmen damit nichts als die nackte Wahrheit.
Besetzung
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bernd Mottl
Bühne und Kostüme
Friedrich Eggert
Licht
Stefanie Dühr
Dramaturgie
Choreinstudierung
Choreinstudierung CANTAMUS