La tragédie de Carmen

nach Georges Bizet, Henri Meilhac und Ludovic Halévy, Prosper Mérimée
Adaptation: Marius Constant, Jean-Claude Carrière und Peter Brook
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
PREMIERE 12. Dezember 2020
Sa 12 Dez

19:30 — 22:00 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Zigarettenfabrik    |    Freiheit    |    Stierkampf
Sie wurde zur Erfolgsgeschichte par excellence. Liegt es an dem fatalen Liebesgeschehen, das Prosper Mérimée 1845 als Novelle veröffentlicht und darin von Carmen erzählt hatte, deren Verehrer in ein mörderisches Dilemma aus Versuchung und Moral stürzen? Liegt es an Georges Bizets klangkoloristischen Bildern, die ebenso eindeutig sind wie Bizet auch musikalisch unerbittlich, Szene für Szene, die Tragödie heraufbeschwört? Es mag auch an Carmen selbst liegen. In ihrer Sinnlichkeit entflammt sie Fantasien, entfacht Träume. Ihre Freiheit ist ihr unbedingtes Gut, darin verkörpert sie all das, was ängstigt, zugleich aber fasziniert und auch provoziert: Sie fügt sich keiner einzigen moralischen Konvention. Dabei ist das Einzige, was Carmen tut, sich zu benehmen wie ein Mann. Sie nimmt sich, was sie möchte. Man liebt oder hasst sie, sicher jedoch ist: Alle Welt kennt Carmen.
Einmal mehr bekannt gemacht hat sie der große Theatermann Peter Brook. Wie bei Bizet verfällt auch unter seiner Federführung Don José Carmen derart, dass der ehemals rechtschaffene José letztlich zum Mörder wird.
Gemeinsam mit Komponist Marius Constant und Autor Jean-Claude Carrière (sein Name ist Cineasten ein schillernder Begriff, denn er hat Drehbücher für Regisseure wie Miloš Forman, Louis Malle, Carlos Saura, Volker Schlöndorff oder Jean-Luc Godard geschrieben) schuf Brook 1981 über die Verknappung und Verdichtung der Personnage und des Geschehens eine Kammeroper als Folie, auf der die wesentlichen menschlichen Leidenschaften kräftiger werden können.
Es ist, als habe Brook für Bizet und dessen Bühnenmenschen zu einem ganz besonderen Umgang gefunden, für den charakteristisch sein könnte, was Olivier Ortolani einmal für Brooks Shakespeare-Verständnis formuliert hatte: Eine intime, sehr tiefe Art und Weise, geleitet von dem Interesse an den Menschen – überall.