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Cavalleria rusticana I I Pagliacci

Melodramma in einem Akt von Pietro Mascagni I Dramma in zwei Akten und einem Prolog von Ruggero Leoncavallo
PREMIERE Samstag, 12. Oktober 2019 
Dauer ca. 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause

Trailer
Inhalt
Manchmal reicht ein einziges Werk aus, um den*die Künstler*in weltweit und epochenübergreifend unsterblich werden zu lassen. Bei den Komponisten Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo trifft dies zu. Seit ihre Operneinakter Cavalleria Rusticana und I Pagliacci Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal über die Bühne gingen und diese im Sturm eroberten, werden beide Werke in einem Atemzug genannt. Gemeinsam begründeten sie die Epoche des musikalischen »Verismo« in der italienischen Musik und das bedeutet: Realistisches und bis an emotionale Grenzen gehendes Musiktheater, das Eintauchen in glutvoll-überschäumende Gefühlswelten und eine Musik, die einen mitreißenden Sog entfaltet. 

Beide Werke sind in Süditalien verortet und in beiden sind verschmähte Liebe, unbändige Eifersucht und der Durst nach Vergeltung die zentralen Themen, die fast eruptiv die Katastrophe herbeiführen: In Cavalleria Rusticana nimmt Santuzza Rache an Turiddu, der sie für eine andere Frau sitzen gelassen hat. Und in 
I Pagliacci wird das Theater selbst zum Schauplatz eines Mordes: Realität und Fiktion verschwimmen für einen Moment, bis der Komödiant Canio seine Frau Nedda auf offener Bühne ersticht, weil sie ihn für den jungen Silvio verlassen wollte. »La commedia è finita – Das Spiel ist aus« lauten Canios letzte Worte. Und der Vorhang fällt.
Pressestimmen
Online Merker, Werner Häußner
[...] mit einem schlichtweg fantastisch durchgestalteten Prolog von Hansung Yoo, einem stimmlich exzellenten, in der Färbung und Gewichtung der Worte wie in der runden, unangestrengten klanglichen Erfüllung der Töne herrlich opulentem Bariton. (...) Ani Yorentz singt ihre Partie sensibel für solche Zwischentöne und im Timbre mit italienischer Markanz statt mit der bei Nedda oft zu erlebenden Soubretten-Leichtigkeit. Und sie verkörpert die Distanz zu ihrem Mann behutsam, fast zärtlich, rücksichtsvoll, aber im entscheidenden Moment sehr entschieden und selbstbewusst.

Spannendes, ja packendes Theater also, die Ebenen des Authentischen und des Gespielten geschickt verwebend, verschleiernd, verschiebend. Auch das Orchester unter Mario Hartmuth spielt mit, hebt die Finessen der Komposition ans Licht, kostet den Ton der Leidenschaft aus, meidet plakative Effekte. Aber dann der Schluss, der originalitätssüchtig wirkt: Was haben wir in diesem so oft gezeigten und so selbstverständlich „funktionierenden“ Stück noch nie gesehen?
Der Opernfreund, Frank Piontek
[...] glänzt Khatuna Mikaberidze als lyrisch angelegte, doch dramatisch-schmerzhaftes Melos nicht scheuende Santuzza – so wie später die exzellente Ani Yorentz als Nedda. »I Pagliacci« spielt, deutlicher noch als es in »Cavalleria« sichtbar war, mit der Metapher des Theaters auf dem Theater – logisch, doch wird die Idee erweitert. [...]
Der Opernfreund
18. Oktober 2019
HNA, Werner Fritsch
Ein Glanzstück, wie stimmlich und spielerisch variabel Ani Yorentz zwischen der träumerischen Nedda und der koketten Colombina changiert.
zur Startseite der HNA
14. Oktober 2019