Herakles

nach Euripides | Fassung von Johanna Wehner
PREMIERE 29. Mai 2021
Sa 29 Mai

19:30 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Gewaltfuror    |    Frieden, wie?    |    Übergänge und Scheitern
Gewalt ist ein Tabu. Allerdings haben sich in den verschiedenen Zivilisationsprozessen, die die Menschheit durchlaufen hat, sowohl die Grenzen immer wieder verändert, die dieses Tabu konstituieren, als auch die Rituale des Übergangs von der legitimen Gewalt in den Frieden. Der Krieger oder Soldat soll, ja, muss töten. Wieder zu Hause, soll, muss er dieses Verhalten indes schleunigst wieder ablegen. Dass das mitunter schwierig sein könnte, davon hatte die Antike noch ein genaues Gespür: Ein selten gespieltes Stück von Euripides zeigt, dass solch ein Übergang, der rite de passage, auch misslingen kann. Herakles ist nach der letzten seiner zwölf Heldentaten, einem persönlichen Kriegszug, der außerordentliche Kraft, Geschicklichkeit und Entschlossenheit (Pazifist*innen würden sagen: Brutalität) erforderte, verschollen. Zu Hause in Theben hat ein Tyrann, Lykos, die Macht übernommen und will Herakles’ Frau und seine beiden Söhne, stumme Zeug*innen seines Unrechts, töten lassen. Als die drei sich festlich geschmückt zu ihrem letzten Gang aufmachen, kehrt Herakles zurück. In rasender Wut tötet der Kriegsheimkehrer den herbeieilenden Lykos und preist die glückliche Rettung seiner Familie. Oh, hätte doch in diesem Augenblick die Geschichte ein Ende genommen! Im nächsten Moment nämlich, von seinem eigenen Furor (heute würden wir sagen: Adrenalinspiegel) übermannt, tötet er auch seine Söhne und seine Frau. Er hat sie wohl für die Ziegenböcke gehalten, die er zum Dank und als letztes Opfer den Göttern darbringen wollte – um dann endlich in den wohlverdienten Friedensmodus zu gelangen.
Besetzung
Inszenierung
Bühne
Benjamin Schönecker
Dramaturgie