Preisverleihung

Deutscher Theaterpreis »Der Faust«


Der Faust
Sängerin und Schauspielerin Wiebke Puls führt durch den Abend © Annette Hauschild
Weltweit einzigartig ist die deutsche Theaterlandschaft. Um deren Vielfalt und Qualität zu würdigen wird seit 2006 jährlich der Deutsche Theaterpreis DER FAUST verliehen. Veranstalter sind der Deutsche Bühnenverein, die Bundesländer, die Kulturstiftung der Länder und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste. DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis. Ausgezeichnet werden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. DER FAUST wird in acht Kategorien wie beispielsweise Regie, darstellerische Leistung, Ausstattung Bühne/Kostüm und Choreografie vergeben. Zudem gibt es einen Preis für das Lebenswerk und es kann ein Perspektivpreis für zukunftsweisende künstlerische oder kulturpolitische Projekte verliehen werden.

Grundlage für die Vergabe des Preises sind Vorschläge der Theater, es ist also ein Preis der Theater für ihre Künstler*innen. Ein Theater darf jedoch keine eigene Produktion vorschlagen. Eine Jury aus künstlerischen Berichterstatter*innen und dem Ausschuss für Künstlerische Fragen des Deutschen Bühnenvereins, bestehend aus Intendant*innen, Ballettdirektor*innen, Regisseur*innen, Dramaturg*innen und Kulturpolitiker*innen, nominiert aus den eingehenden Vorschlägen für jede der einzelnen Kategorien drei Künstler*innen. Über diese Vorschläge stimmt eine fünfköpfige Jury, die von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannt wurde, in einem schriftlichen Verfahren ab.

Wiebke Puls führt durch den Abend
Mit einer von ihr entwickelten, szenischen Gesamtinszenierung wird die Schauspielerin und Sängerin Wiebke Puls den Abend moderieren. »Seit dem Mauerfall vor dreißig Jahren beleben mehr und mehr Grenzgängerinnen und Grenzgänger die deutsche Theaterlandschaft und erweitern unseren kulturellen und ästhetischen Horizont mit unverstellten Perspektiven. Ich freue mich darauf, diese reiche Vielfalt und ihre Protagonisten an so einem historischen Datum in Kassel zu feiern«, sagt Wiebke Puls.

Einheit im Stresstest – Diskussionsveranstaltung am 10. November, 11 Uhr 
Ost und West – auch im Jahre 30 nach dem Mauerfall sind diese Kategorien immer noch lebendig. Wenig überraschend also, dass auch die Diskussionen über die Bedeutung von Ost und West unterschiedlich sind. Wir laden Sie herzlich ein, darüber mit uns ins Gespräch zu kommen! Nach Impulsvorträgen der ostdeutschen Autorin Sabine Rennefanz und des westdeutschen Soziologen Professor Dr. Heinz Bude haben Sie die Möglichkeit, sich in moderierten Tischgesprächen aktiv an der Debatte zu beteiligen und Ihre Sicht der Dinge darzustellen. 
Kostenlose Eintrittskarten können Sie sich vorab an der Theaterkasse sichern, Tel. (0561) 1094-222. Mehr erfahren

Die Preisverleihung in der 3sat-Mediathek
Bis zum 8. Dezember gibt es die komplette Preisverleihung in der 3sat-Mediathek.

Die Highlights der Preisverleihung auf 3sat
Am Sonntag, 10. November, 18.15 Uhr bis 19 Uhr werden alle Highlights der Preisverleihung auf 3sat gezeigt.
Die Nominierten 2019
Die Gewinnerinnen und Gewinner in den einzelnen Kategorien
werden am Verleihungsabend verkündet.

Choreografie

Edward Clugfür Patterns in ¾, im Rahmen des Ballettabends Aufbruch,
Stuttgarter Ballett (Kopro-duktion mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar)

Anne Teresa de Keersmaeker für Die sechs Brandenburgischen Konzerte,
Volksbühne Berlin (Kopro-duktion: B’Rock Orchestra, Volksbühne (Berlin), La Monnaie / De Munt (Brüssel), Opéra de Lille, Opéra National de Paris, Sadler’s Wells (London), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Concertgebouw (Brügge), Hollandfestival (Amsterdam), Festival de Marseille)

Erna Ómarsdóttir / Halla Ólafsdóttir für Romeo und Julia, Staatstheater am Gärtnerplatz München

Darstellerin / Darsteller Tanz

Marlúcia do Amaral für „Schwanensee“, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg

Rosario Guerra für „Infant Spirit“, Theaterhaus Stuttgart

Douglas Letheren für „Bon Voyage, Bob“, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch
(Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville Paris / Chaillot-Théâtre national de la Danse, Paris; Sadler's Well, London; Norwegian National Ballet, Oslo)

Regie Kinder- und Jugendtheater

Anselm Dalferth für Nils Karlsson Däumling, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg (Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit dem Theater Dortmund und dem Theater Bonn im Rahmen von „Junge Opern Rhein-Ruhr“)

Birgit Freitag für Für Vier, Junges Theater Bremen

Nis Søgaard für Ich bin Kain, Theater Junge Generation Dresden

Bühne / Kostüm

Wolfgang Menardi, Bühne, für #Genesis, Münchner Kammerspiele

Carolin Mittler, Bühne/Kostüme, für Diese Mauer fasst sich selbst zusammen
und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt, Hessisches Landestheater Marburg

Étienne Pluss, Bühne, für Violetter Schnee, Staatsoper Unter den Linden Berlin

Regie Schauspiel

Kathrin Mädler für Margarete Maultasch, Landestheater Schwaben

Jan Neumann für Wilhelm Tell, Deutsches Nationaltheater Weimar

Helge Schmidt für Cum-Ex-Papers, Lichthof Theater Hamburg

Darstellerin / Darsteller Schauspiel

Maja Beckmann für Dionysos Stadt, Münchner Kammerspiele

Jochen Busse als Anton für Komplexe Väter; eine Produktion des Theaters an der Kö, Düsseldorf, mit Uraufführung in der Komödie Winterhuder Fährhaus, Hamburg

Katherina Sattler als Hazal für Ellbogen, Junges Schauspielhaus Hamburg

Regie Musiktheater

Kay Kuntze für Die Passagierin, Theater Altenburg Gera

Marie-Eve Signeyrole für La Damnation de Faust, Staatsoper Hannover

Elisabeth Stöppler für Götterdämmerung, Theater Chemnitz

Sängerdarstellerin / Sängerdarsteller Musiktheater

Olesya Golovneva als Rusalka für Rusalka, Oper Köln

Johannes Martin Kränzle als Šiškov für Aus einem Totenhaus, Oper Frankfurt

Anna Princeva als Elsa für Lohengrin, Theater Bonn


Der Preisträger für das Lebenswerk

Roberto Ciulli wurde 1934 in Mailand geboren. Er schloss sein Studium der Philosophie an den Univer-sitäten von Mailand und Pavia mit einer Promotion über Hegel ab. Mit 26 Jahren gründete er in einem Mailänder Randbezirk das Zelttheater Il Globo. Seine Theaterarbeit in Deutschland begann er am Deutschen Theater in Göttingen, wo er von 1965 bis 1972 zunächst als Regieassistent, dann als Re-gisseur arbeitete. Er inszenierte in Berlin und Düsseldorf und war von 1972 bis 1979 Schauspieldirektor am Schauspiel Köln. 1980 gründete er zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer (und dem Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben) das Mülheimer Theater an der Ruhr.
Schon lange hat sich das Theater der internationalen Kulturarbeit verpflichtet. Es sucht und fördert die multikulturelle Begegnung, gastiert regelmäßig im Ausland und holt ausländische Theaterensembles nach Mülheim an der Ruhr. Für sein politisches und interkulturelles Engagement wurde Ciulli mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Die Jury
Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine fünfköpfige Jury, die von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benannt wurde. Die Jury setzt sich zusammen aus folgenden Akademiemitgliedern: Jürgen Flügge (Dozent für Theatergeschichte an der Theaterakademie Mannheim sowie Leiter und Regisseur am Hoftheater Tromm); Prof. Regina Guhl (Professorin für Schauspiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover); Peter Michalzik (Journalist und Literaturkritiker); Barbara Mundel (Regisseurin und Dramaturgin); Sylvana Seddig (Tänzerin, Choreografin und Schauspielerin).

Der Deutsche Theaterpreis DER FAUST 2019 wird veranstaltet und gefördert durch das Hessische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stadt Kassel, die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein.
Weitere Kooperationspartner sind 2019 die Kasseler Sparkasse und der Deutsche Bühnenverein Landesverband Mitte.

Veranstaltungspartner 2019 ist das Staatstheater Kassel, Medienpartner sind 3sat und Die Deutsche Bühne.