The Rape of Lucretia

Oper in zwei Akten von Benjamin Britten
Text: Ronald Duncan
nach dem Schauspiel von André Obey
PREMIERE 26. Juni 2021
Nachgeholte Premiere aus der Spielzeit 2019–20

Inhalt
Rom    |    Scham und Schuld    |    Ausweglosigkeit
In ihrem Feldlager debattieren der etruskische Prinz Tarquinius und die römischen Generäle Collatinus und Junius über die Treue und Loyalität ihrer Frauen. Scheinbar kann den Ansprüchen der Männer nur Lucretia, die Frau des Collatinus, standhalten, was die beiden anderen missgünstig stimmt. So reist Tarquinius nach Rom, um Lucretia auf die Probe zu stellen. Unter einem Vorwand bittet er um Gastfreundschaft im Hause Collatinus’ und nutzt diese schamlos aus: Der Versuch, Lucretia zu verführen, mündet in einer grausamen Vergewaltigung. Am nächsten Morgen berichtet die Geschändete von den schrecklichen Geschehnissen der Nacht, doch alle Beschwichtigungsversuche ihres Gemahls gehen ins Leere. Verzweifelt sieht Lucretia nur einen letzten Ausweg, ihre Ehre zu retten.

Benjamin Britten stand laut seiner Familie in einer langen Tradition bedeutender Komponisten und so sprach diese häufig von den vier Bs: Gemeint waren damit Bach, Beethoven, Brahms und – Britten. Nach The Turn of the Screw gelangt mit der 1946 uraufgeführten Oper The Rape of Lucretia ein weiteres Kammerwerk aus der Feder des Engländers auf die Kasseler Opernbühne, das Reminiszenzen an den Frühbarock erkennen lässt – vor allem an Brittens großes Vorbild, seinen Landsmann Henry Purcell.