Daniel Hengst

Zur Person
Daniel Hengst studierte Medientechnik an der HTWK Leipzig. Seit 2008 ist er vor allem als Medienkünstler an Theatern in Dortmund, Berlin, Leipzig, Frankfurt und Freiburg tätig. Er arbeitete u.a. mit den Theaterregisseuren Martin Laberenz, Hasko Weber, Lukas Matthaei, Kay Voges und Andres Veiel.
2009 führte er Co-Regie des Dokumentarfilms Democracy in motion, welcher die zehnwöchige Tour von Joseph Beuys’ sozialer Skulptur Omnibus durch Osteuropa begleitet. Im folgenden Jahr arbeitete er mit Miriam Horwitz am Tanz/Performanceprojekt Das Nijinski-Projekt und als Videokünstler für das Theaterstück Visitor Q, welches im gleichen Jahr zum NRW-Theatertreffen eingeladen wurde.
In der Spielzeit 2011–2012 war Daniel Hengst als Videokünstler und Kameramann integraler Bestandteil und festes Ensemblemitglied des Schauspiel Dortmund, wo unter seiner Mitarbeit u.a. Ibsens Nora oder ein Puppenheim / Gespenster, Naked Lenz sowie Bulgakovs Meister und Margarita entstanden. In der folgenden Spielzeit kehrte er als Videokünstler für die filmische Umsetzung von Wolfram Lotz’ Text Einige Nachrichten an das All zurück. Diese Verschmelzung von Film und Theater gewann Auszeichnungen auf Festivals in St. Petersburg und Los Angeles sowie den Preis für die beste Produktion 2013 beim NRW- Theatertreffen. 2013 hatte Daniel Hengsts erste Regiearbeit Der Live-Code: Krieg und Frieden im globalen Dorf Premiere im Theater Dortmund und wurde als digitales Theaterexperiment auch zur Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung »Theater&Netz« nach Berlin eingeladen. Im gleichen Jahr entstand für den Theaterabend Das goldene Zeitalter eine vierstündige Videoinstallation, sowie Videoart für Richard Wagners Oper Tannhäuser an der Oper Dortmund.
2014 wurde Daniel Hengst der Nachwuchspreis des Deutschen Bühnenvereins der Dr. Otto-Kasten-Preis als Videokünstler verliehen. Am Schauspiel Frankfurt entstand in Zusammenarbeit mit Kay Voges ein Theater/Film-Zwitter von Tenessee Williams’ Endstation Sehnsucht. Als Teil der freien Theatergruppe matthaei & konsorten wurden ebenfalls 2014 das Stadtraumprojekt Im Apparat der Kriege sowie 2016 in Freiburg das Projekt Superkörper auf die Bühne gebracht. Hier arbeitete Daniel Hengst u. a. im Bereich Artware, um durch performative Vorgänge Möglichkeiten des selbstbestimmten Umgangs mit Technologie und Software aufzuzeigen.
2015 initiierte er mit Malin Nagel die Theater-/Technikforschungsreihe Savoir vivre I – IV, welche sich mit den Fragen der Sorge und Aufklärung, sowie den Veränderungen der menschlichen Kognition in Bezug auf programmierbare Medien beschäftigte. Im Herbst desselben Jahres feierte Ferdinand von Schirachs Terror Premiere am Deutschen Theater in Berlin, wofür Daniel Hengst 3D-Umgebungen und -animation erarbeitete und diese mit eigenen elektronischen Soundscapes kombinierte. 2016 entstand in Zusammenarbeit mit Nina Wesemann das dokumentarische VR-Projekt My lonesome hologram, das Premiere auf dem Festival DOK Leipzig feierte, und er wirkte in der deutsch-koreanischen Koproduktion Walls - Iphigenia in exile in Gwangju/Korea mit.
Im Rahmen des Theaterstücks Wut und des Forschungs- und Theaterprojekts Welche Zukunft, beide am Deutschen Theater Berlin, entwickelte er 2017 Videoinstallationen.
Am Staatstheater Kassel übernimmt er die Video-Gestaltung für Candide.
Aktuelle Produktionen
Broadway Revival 1974 Version