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Mein verwundetes Herz (UA)

nach dem gleichnamigen Buch von Martin Doerry
WIEDERAUFNAHME 23. September 2020
Dauer 1 Stunde, 45 Minuten, ohne Pause

»Mein verwundetes Herz« – Der Audiowalk
ab 13. Mai 2021, 11 Uhr, kostenlos zugänglich über die App izi.Travel

Sprecher*innen: Martina van Boxen, Christina Thiessen, Christina Weiser, Jürgen Wink
Idee und Konzeption des Walks: Sabine Koller/JUST – Junges Staatstheater Kassel

Das JUST – Junges Staatstheater Kassel hat zu Mein verwundetes Herz einen kostenlosen Audiowalk entwickelt, der auf einem ca. 4 km langen Spaziergang durch Kassel an Orte führt, die in Lilli Jahns Leben und im Leben ihrer Kinder eine Rolle gespielt haben. Der Audiowalk basiert auf Texten, die auch im Theaterstück Verwendung finden, und wurde von den Schauspieler*innen der Produktion eingesprochen – mit ihnen im Ohr können Sie die Geschichte von Lilli ergründen und Kassel dabei mit anderen Augen wahrnehmen.

Dauer: mindestens 90 Minuten, Altersempfehlung: für alle ab 14 Jahre

Für Schulen bieten wir auch eine Hör-/Lauf-Variante ohne Datennutzung an. Interessierte Lehrer*innen wenden sich an theaterpaedagogik@staatstheater-kassel.de.


Audiowalk mit der izi-Travel-App – So funktioniert´s
Um den Audiowalk nutzen zu können, benötigt man die izi-Travel-App. Sie ist kostenfrei sowohl im AppStore als auch über GooglePlay verfügbar. Nach der Installation auf dem Handy, starten Sie die App und suchen nach »Mein verwundetes Herz«. Alternativ führt auch dieser Link direkt zum Audiowalk:

Inhalt
Die aus Köln stammende Ärztin Lilli Jahn lebte und praktizierte von 1926 bis 1943 in Immenhausen, dann in der Motzstraße in Kassel, wo sie im August 1943 wegen ihrer jüdischen Herkunft von der Gestapo verhaftet und ins Lager  Breitenau bei Guxhagen gebracht wurde.
2002, nach dem Tod ihres einen Sohnes Gerhard Jahn, Bundesjustizminister im Kabinett Willy Brandts, erschien eine kommentierte Sammlung von Briefen, die sich Lilli Jahn und ihre auf sich gestellten Kinder nach ihrer Verhaftung geschrieben hatten. Die Briefe legen anschaulich Zeugnis ab von den verheerenden Auswirkungen der Nazizeit auf eine Familie, die vom alltäglichen Terror auseinandergerissen wird. Sie belegen auch anschaulich, dass die Tötungsmaschinerie der Nazis viele Helfer hatte. Vor ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie 1944 ermordet wurde, gelang es Lilli Jahn, die Briefe ihrer Kinder aus Breitenau zu schmuggeln.
Ihr Enkel, Martin Doerry, stellvertretender Spiegel-Chefredakteur, konnte nach langer Recherchearbeit weitere Familienbriefe ausfindig machen und das Schicksal der Familie, eingebettet in historische Zusammenhänge, eindrucksvoll erzählen.

Das Buch »Mein verwundetes Herz« erfuhr eine überwältigende öffentliche Aufnahme. In der Literatur über den Holocaust nehme es einen bedeutenden Platz ein (Die Zeit) und sei ein ergreifendes Dokument über eine private Katastrophe in mitten der politischen (FAZ). Martin Walser empfahl es als Pflichtlektüre für die Schule.
Trailer
Bericht in der hessenschau
Bericht in der hessenschau vom 22.01.20 »Verwundetes Herz am Staatstheater Kassel« © hessenschau.de
Pressestimmen
nachtkritik, Michael Laages
»Mein verwundetes Herz« ist eine Übung in Erinnerung, in Zusammenhalt, in gemeinschaftlichem Gefühl – das ist die Kraft dieser Aufführung am Tag, da erstmals der deutsche Bundespräsident in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Washem sprechen durfte, beim Festakt zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar vor 75 Jahren. Auf dem Weg nach Hause, in den spätabendlichen Radio-Berichten aus Jerusalem, klingt Lilli Jahns Schicksal ganz selbstverständlich mit.
nachtkritik
23. Januar 2020
Frankfurter Rundschau, Joachim F. Tornau
Es ist ein besonderer Theaterabend, den Intendant Thomas Bockelmann am Kasseler Staatstheater geschaffen hat. [...] Als nach der Uraufführung doch noch der Applaus aufbrandet, will er gar nicht wieder enden. Fast das ganze Publikum erhebt sich und spendet stehend Beifall.
Frankfurter Rundschau
25. Januar 2020
HNA, Bettina Fraschke
Die Briefe sind so wuchtig in ihrer emotionalen Kraft, die Bühnendarstellung so rein und unverstellt: So kommt dieses Schicksal über die Jahrzehnte ganz nah ans Heute.
HNA
25. Januar 2020