Der goldene Schwanz (UA)

Eine Aschenputtel-Variante nach den Brüdern Grimm von Rebekka Kricheldorf
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Inhalt
Freiheit    |    Glück    |    Showdown
Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da verkauften Frauen ihre Körper. Da bezeichneten wütende amerikanische Feministinnen die Ehe als Prostitution auf Zeit. Da schrieben russische Autorinnen Ratgeber mit Titeln wie Wie date ich einen Millionär? Da zerschlugen koreanische Youtuberinnen vor laufender Kamera aus Protest gegen den Schönheitswahn ihre Kosmetika mit Hämmern. In dieser düsteren, grauen Zeit also begab es sich, dass ein alleinerziehender Dad auf eine alleinerziehende Mom traf. Drei Mädchen wurden in die Patchwork-Familie eingebracht: Moms Töchter, zwei fleißig in die Kapitalanlage Körper investierende Teenies, und Dads Tochter, das handwerklich begabte, maximale Autonomie anstrebende Aschenputtel.
Mom, die so bitter am eigenen Leibe erfahren musste, was passiert, wenn man die Marktgesetze außer Acht lässt, trichtert ihrem Nachwuchs ein, aus dem Geschlechter-Deal Schönheit und Jugend gegen Status und Geld das Maximum rauszuschlagen. Eine gute Partie muss her. Und sie naht in Gestalt eines Prinzen – Schauspieler auf Promo-Tour für seinen neuesten Film. Der muss geangelt werden, mit allen Mitteln!
Aber wie es meistens so geht mit den Lebensplänen – sie gehen schief. Und am Ende haben wir ein heilloses Durcheinander. Aschenputtel, die das niemals wollte, ist verliebt, die einst so innig verbundenen Schwestern bekriegen sich aufs Blut und ein Prinz emanzipiert sich von seiner Geschlechterrolle. Die Interessenskonflikte spitzen sich auf allen Ebenen zu, bis es zum unvermeidlichen Finale kommt: Liebesglück für die einen, Selbstamputation für die anderen.