Zur Person
Hansung Yoo studierte Gesang an der National University in Südkorea und an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Er ist Gewinner mehrerer 1. und 2. Preise in Gesangswettbewerben in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Zuletzt war er 2012 Preisträger des Finales im ARD Musikwettbewerb.
Mit Beginn der Spielzeit 2013–14 wurde der junge Bariton als festes Ensemblemitglied an das Staatstheater Kassel engagiert, wo er seitdem in zahlreichen Partien brillierte, unter anderem als Papageno (Die Zauberflöte), Dr. Falke (Die Fledermaus), Orest (Iphigénie en Tauride), Figaro (Il barbiere di Siviglia), James Bondy (Die Herzogin von Chicago), Schaunard (La Bohème) sowie in der Titelrolle in Eugen Onegin. Zudem begeisterte er als Pierrot Fritz in Korngolds Die tote Stadt, als Graf Almaviva in Mozarts Le nozze di Figaro sowie als Mercutio in Gounods Roméo et Juliette. 2017–18 stand er in der Eröffnungsproduktion Andrea Chénier als Carlo Gerard auf der Opernbühne und war als Marcello in der Wiederaufnahme von La Bohème sowie als umjubelter Kurwenal in Wagners Tristan und Isolde zu erleben. Ebenfalls in Kassel übernahm Hansung Yoo die Partien des Donner in Das Rheingold sowie Sharpless in Madama Butterfly und stand zudem als Ping in Turandot wie auch als quirliger Figaro in Il barbiere di Siviglia auf der Bühne. In der Spielzeit 2019–20 folgten die Partien des Alfio und Tonio im Operndoppelabend Cavalleria Rusticana und I Pagliacci sowie Gunther in der Götterdämmerung.
Er gastierte als Sharpless (Madama Butterfly) am Staatstheater Nürnberg und als Graf Luna (Il Trovatore) auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.
2016 erhielt er für seine herausragenden Leistungen den Nachwuchsförderpreis und den Irma-Jansa-Gesangspreis. Im Juli 2018 wurde er von der Kasseler VolksBühne zum derzeit beliebtesten Musiktheater-Darsteller gewählt, was mit der Verleihung des VolksBühne-Preises einhergeht.
In dieser Spielzeit ist er am Staatstheater Kassel als Giorgio Germont in L’ultimo Sogno – Der letzte Traum / Annäherung an La Traviata von Carlo Ciceri / Giuseppe Verdi und Escamillo in La tragédie de Carmen zu erleben. Außerdem wird er abermals als Donner und Gunther in den zyklischen Aufführungen von Der Ring des Nibelungen auf der Bühne stehen.



Der Anfang ist schon die Hälfte des Weges

시작이 반이다

In Hansung Yoos Heimat Südkorea gibt es eine jahrtausendealte traditionelle Musikkultur, die auf der Stimme basiert. Er ist einer von drei koreanischen Sängern am Staatstheater Kassel, und er hat bereits viele bedeutende internationale Wettbewerbserfolge erzielt. 2015 errang er beim Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb in Moskau, der zu den bedeutendsten Musikwettbewerben weltweit zählt, den 3. Preis. Wenn er als Sänger und Darsteller auf der Bühne steht, ist es ihm sehr wichtig, den verschiedensten Charakteren musikalisch und stimmlich Leben einzuhauchen. Grundsätzlich sieht er als Schlüssel zum Erfolg neben Talent auch den Willen, nach Vortrefflichkeit zu streben, was wiederum verbunden ist mit Zähigkeit und viel Training. Musikalisches Vorbild und Inspirationsquelle bei seiner Tätigkeit ist ihm Ettore Bastianini, ein italienischer Bariton, der mit einer der ausdrucksstärksten Stimmen der italienischen Oper die Welt begeisterte und 1967 mit 44 Jahren viel zu früh starb. Dessen Entscheidung, sich trotz einer Tumorerkrankung nicht operieren zu lassen, um bis an sein Lebensende singen zu können, hat Hansung Yoos Herz berührt. Auch sein größter Traum ist es, so lange wie möglich mit gesunder Stimme auf der Bühne zu stehen.  Ein wichtiger Faktor der Arbeit am Theater ist die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen, aber auch den Regisseuren. Hansung Yoo hält es für wichtig, mit einer unangenehmen Inszenierungsanweisung grundsätzlich diplomatisch umzugehen. Sänger und Regie sollten beide zufrieden sein, denn nur so kann gewährleistet werden, dass die Darstellung authentisch beim Zuschauer ankommt. Er bietet gern zum Beispiel einen alternativen Weg an oder macht konstruktive Vorschläge zur Lösung eines Problems. Allerdings ist es für ihn sehr von der Situation abhängig, ob er auch mal einen schiefen Ton singen würde, um die Dramatik zu erhöhen, denn das widerspricht eigentlich dem Selbstverständnis eines Künstlers, der in seinem beruflichen Tun nach Perfektion streben sollte, um das Publikum zu erfreuen.
Aktuelle Produktionen
nach Georges Bizet, Henri Meilhac und Ludovic Halévy, Prosper Mérimée
Adaptation: Marius Constant, Jean-Claude Carrière und Peter Brook

L'ultimo sogno – Der letzte Traum

Annäherung an La Traviata
von Carlo Ciceri / Giuseppe Verdi | Text: Francesco Maria Piave nach Die Kameliendame von Alexandre Dumas
Ein Liederabend mit Werken von Schubert, Mendelssohn, Wolf, Debussy, Ravel und Strauss
Dritter Tag

Götterdämmerung

von Richard Wagner
Vorabend

Das Rheingold

Richard Wagner