/
Uraufführung

Intervention

Rebekka Kricheldorf
PREMIERE 24. Januar 2019
Dauer 2 Stunden 15 Minuten, keine Pause
Sa 01 Jun

Was tun, wenn die beste Freundin auf die schiefe Bahn gerät? Am besten, man sucht das Gespräch mit ihr, aber nicht allein, sondern mit allen der Person nahestehenden Menschen, die man heimlich einweiht. Doch so eine Überraschungsparty ohne Party kann schnell entgleisen …
20:15 — 22:30 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
letztmals in dieser Spielzeit
So 30 Jun

Was tun, wenn die beste Freundin auf die schiefe Bahn gerät? Am besten, man sucht das Gespräch mit ihr, aber nicht allein, sondern mit allen der Person nahestehenden Menschen, die man heimlich einweiht. Doch so eine Überraschungsparty ohne Party kann schnell entgleisen …
20:15 — 22:30 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Was tun, wenn die beste Freundin auf die schiefe Bahn gerät? Das Gespräch mit ihr suchen, da sind sich die Experten einig. Und am besten man tut dies nicht allein, sondern bildet einen ganzen Hilfstrupp. Man benachrichtige also alle dem Problemfall nahestehenden Personen, weihe sie in sein Vorhaben ein und locke die Gefährdete unter einem fadenscheinigen Vorwand in seine Wohnung, wo sie dann statt eines weinseligen DVD-Abends eine sogenannte Intervention erwartet. Ein Freundinnen-Ethikkomitee, das ein besorgtes Gespräch darüber führen möchte, dass es ja so nicht weitergehen könne, so ganz ohne professionelle Hilfe. Egal, ob es sich um ein angebliches Suchtproblem handelt oder sonstiges risikoreiches Verhalten, das kollektive Über-Ich steht bereit. So eine Überraschungsparty ohne Party, an der einem statt Korken gut gemeinte Ratschläge um die Ohren knallen, kann schnell entgleisen. Denn bei jedem Hilfsangebot entsteht immer auch ein Machtgefälle: zwischen dem Samariter, der sein Leben souverän im Griff zu haben glaubt, und dem Gestrauchelten, dem er huldvoll die Hand reicht. Da ist mit massivem Widerstand und hartnäckiger Problem-Verleugnung von Seiten des Interventionsopfers zu rechnen. Und wo liegen überhaupt die Grenzen zwischen hedonistischem Lebensstil und selbstzerstörerischem Verhalten? Wer ist befugt, diese zu ziehen? Was macht es aus, das gelungene, selbstbestimmte Leben? Ob die gerade Bahn der schiefen stets vorzuziehen und welche von beiden wirklich die Autobahn in die Hölle ist, hängt schwer davon ab, wo man die Hölle lokalisiert.
Pressestimmen
Theater der Zeit, Joachim F. Tornau
Wink ist so etwas wie der stille Star des Theaters in der documenta-Stadt. […] Er kann frech, er kann albern, er kann nachdenklich, er kann zynisch.
mehr lesen
März 2019
Vollbildansicht
schließen
Theater der Zeit  März 2019

Das Reich des Rausches

Wink ist so etwas wie der stille Star des Theaters in der documenta-Stadt. […] Er kann frech, er kann albern, er kann nachdenklich, er kann zynisch.
»Man macht sich viel zu selten Gedanken darüber, wie eigentlich die Droge aussieht. […] Trägt sieüberhaupt ein Gesicht?Dank des Kasseler Staatstheaters wissen wir nun: Oh ja, das tut sie. Es ist das von Jürgen Wink.
Wink ist so etwas wie der stille Star des Theaters in der documenta-Stadt. Seit 15 Jahren gehört er zum Ensemble, und obwohl er sich mittlerweile schon nah ans Rentenalter herangespielt hat, sprüht ihm immer noch jugendlicher Schalk aus der zerfurchten Miene. Er kann frech, er kann albern, er kann nachdenklich, er kann zynisch. Und ohne dass er sich in den Vordergrund drängen müsste, ist da, wo er ist, das Zentrum. Mithin: eine Idealbesetzung, wenn es darum geht, der Idee der Droge ein Gesicht zu geben.«
Joachim F. Tornau
HNA, Bettina Fraschke
Rebekka Kricheldorf seziert in ihrem Theaterstück »Intervention« unseren Umgang mit dem Rausch – und geht von einer Durchschnittsfrau aus, Annika, die die alte Schulkameradin Frans und Lieblingstante Marlene ihrer besten Freundin Lily eingeladen hat für eine Intervention. Ziel: Lily konfrontieren mit der geballten Besorgtheit des sozialen Umfelds. Das Staatstheater Kassel zeigt »Intervention« als Uraufführung, die ausverkaufte zweistündige Premiere am Donnerstag im tif wurde kräftig beklatscht.
mehr lesen
28. Januar 2019
Theater heute, Jürgen Berger
Zusätzlich führt Rebekka Kricheldorf eine allegorische Figur ein. »Die Droge«, so ihr Name, wird von Jürgen Wink als Entertainer mit Gewissensbissen gespielt. Drogen, so die essayistischen Ausführungen der allegorischen Figur, habe es ja schon immer gegeben.
1. April 2019
nachtkritik, von Michael Laages
Schirin Khodadadians Inszenierung spielt mit Selbst- und Fremd-Bildern der Frauen untereinander, und sie hält auch Kricheldorfs Komödien-Maschinerie klug auf Trab in der Ausstattung von Ulrike Obermüller, die intensiv mit dem Gold spielt, der Glanz- und Sehnsuchtsfarbe.
Mehr lesen
25. Januar 2019