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Mutter Courage und ihre Kinder

Bertolt Brecht
Musik von Paul Dessau, bearbeitet von Christoph Iacono für das Staatstheater Kassel  
PREMIERE 10. Mai 2019
WIEDERAUFNAHME 20. September 2019
Wiederaufnahme
Fr 20 Sep

Wie nah sind uns die Kriege gerückt, wie fragil ist der Frieden unter der Schirmherrschaft des Kapitals? Europa, Deutschland, Marketenderinnen einer blutigen Welt, wohin zieht ihr mit all eurem Kram?
19:30 — 22:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Di 24 Sep

Wie nah sind uns die Kriege gerückt, wie fragil ist der Frieden unter der Schirmherrschaft des Kapitals? Europa, Deutschland, Marketenderinnen einer blutigen Welt, wohin zieht ihr mit all eurem Kram?
19:30 — 22:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Sa 05 Okt

Wie nah sind uns die Kriege gerückt, wie fragil ist der Frieden unter der Schirmherrschaft des Kapitals? Europa, Deutschland, Marketenderinnen einer blutigen Welt, wohin zieht ihr mit all eurem Kram?
19:30 — 22:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
So 13 Okt

Wie nah sind uns die Kriege gerückt, wie fragil ist der Frieden unter der Schirmherrschaft des Kapitals? Europa, Deutschland, Marketenderinnen einer blutigen Welt, wohin zieht ihr mit all eurem Kram?
19:30 — 22:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel
Fr 25 Okt

Wie nah sind uns die Kriege gerückt, wie fragil ist der Frieden unter der Schirmherrschaft des Kapitals? Europa, Deutschland, Marketenderinnen einer blutigen Welt, wohin zieht ihr mit all eurem Kram?
19:30 — 22:40 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

Inhalt
Die Verluste an Leben auf dem Lande liegen bei vierzig Prozent. In den Städten noch bei dreißig – hundert in Magdeburg. Unter dem von pestschwarzem Rauch verfinsterten Himmel ist ein jeder nackt, denn wie alles ringsum beweist: Leben hat keinen Wert mehr, den ein Recht schützen oder ein Stärkerer achten würde. Dieser Krieg ist anders. Er begann nicht durch einen Feind von außen, sondern dadurch, dass Nachbarn, Freunde, Familie zu Feinden wurden, unsichtbaren Feinden, willens dich für einen anderen Glauben plündern, vergewaltigen, abschlachten zu lassen. Der Dreißigjährige Krieg, Urkatastrophe Europas, war der erste ideologische Bürgerkrieg. Und wenn Bertolt Brecht eine zähe Marketenderin durch die Überreste der Welt schickt, so ist eine bittere Pointe der Anna Fierling (wegen eines waghalsigen Brot­geschäfts in Riga Courage genannt), dass die Politiker des Barocks aus dem Dreißigjährigen Krieg folgendes lernten: Nicht Glaube garantiert Zivilisation, nein, der zerstört sie, vielmehr der Markt – die neutrale, notwendige Kraft von Angebot und Nachfrage, der gesunde Egoismus des Einzelnen, der dem Gemeinwesen zugute kommt. Gerade die englische Händlerphilosophie, deren Dominanz die Welt bis heute in den Neoliberalismus prägte, glaubt fest an den Zusammenhang von Notwendigkeit, Markt, city und civility. Aber ist der Kapitalismus die Lösung, die Befreiung vom Krieg? Oder ein Frankenstein, der den Krieg schlimmer macht? Trägt er, wie die Wolke den Regen, den Krieg nicht in sich? Stachelt er heute die Autokraten nicht an, an Börsen mit Wasser ebenso wie mit Waffen zu dealen? Hat er nicht den Typus des Warlords geboren, der für Dollar und Diamanten Kindersoldaten bewaffnet? Ist der Frieden in Europa eine dekadente Illusion, genährt von der Idee, dass Frieden an sich etwas Schönes sei, vor allem, dass unsere Vision davon in Washington, Moskau, Peking, Ankara etc. geteilt wird? Sind wir nicht naive Aristokraten in einer Welt voller Feinde und falscher Freunde und Barbaren, die unsere kostbaren Paläste plündern wollen? Sind unsere Grenzen nicht umso blutiger, je weniger wir hinsehen wollen? Ist Europa nicht eine schizophrene Marketenderin, die glaubt, sie könne mit klingendem Euro durchkommen? Und die am Ende alle ihre Kinder … verloren haben wird?
Pressestimmen
HNA, Mark-Christian von Busse
Ein überzeugender Einfall: Die in Bewegung gehaltene Wand steht für die Kriegsmaschinerie, die nie zum Stillstand kommt, von der die Händlerin profitiert – Frieden wäre ihr Ruin.
HNA
13. Mai 2019
nachtkritik, Nikolaus Merck
Laura Linnenbaum verwandelt Brechts Stück über die handlungsstarke, jedoch in ihrem Horizont beschränkte Geschäftsfrau in ein Frauenstück. Die Paul-Dessau-Paraphrasierung von Christoph Iacono erhebt sich aus dem Graben des Schauspielhauses als eine Art herrlich jazzende Courage-Oper mit Arien ausschließlich für Ensemble-Chöre und die Frauen
nachtkritik
10. Mai 2019