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Mephisto

von Thomas Jonigk nach Klaus Mann
WIEDERAUFNAHME 10. Oktober 2020
Dauer 2 Stunden, keine Pause
Do 17 Dez

Berghain, Moka Efti, Weltuntergang, Sex and Decadénce: Berlin, die Goldene Zeit, im Taumel von Hass und Gold, Sex und Faschisten! Gigantische Bühne für einen Schauspieler im Scheinwerferglanz des Dritten Reichs: in seiner schillerndsten Rolle, des Teufels, Mephisto.
∆ INSZENIERUNG Thomas Jonigk
19:30 — 21:30 Uhr
http://www.staatstheater-kassel.de/ Staatstheater Kassel Friedrichsplatz 15, 34117 Kassel

»Toll gelöst ist die Abstandsregelung auf der Bühne. Regisseur Thomas Jonigk hat es geschafft, aus der Beschränkung eine künstlerische Bildsprache zu machen. […] Am Ende gibt das Publikum alles, um den Applaus so kräftig wie möglich erklingen zu lassen, auch Bravo-Rufe sind zu hören.«

Bettina Fraschke, HNA
Erfahrungsbericht: »Abstand kann Nähe schaffen – Mephisto nach Corona-Regeln«
Inhalt
Die Faszination am Untergang den man sogar sehenden Auges leugnet. Die Erotik des Bösen, Sex-Appeal of Destruction. Babylon Berlin, das Pompeji zwischen den Weltkriegen. Russische Banden, deutsche Faschist* innen, internationale Karrierist*innen, Partypeople zwischen Moka Efti und Berghain, Verschwörungen, Parteigeschrei, die latente Erregung: es kann uns alles um die Ohren fliegen … Klaus Mann umriss in seinem Roman das zeitlose Tanzen auf dem Vulkan und den Sündenfall der Glamourösen. Ein Panorama seiner Zeitgenoss*innen, der Künstler*innen und Intellektuellen, Götterkinder der Goldenen Zwanziger, die vom Rausch auch nicht lassen wollten, als bereits Hakenkreuze über Babylon wehten. Vor allem aber ist der Text Porträt eines berühmten Schauspielers: Gustaf Gründgens. Der als Henrik Höfgen im Roman dem Leben auf der Bühne zu sehr verfällt um zu merken, dass im Parkett längst der Tod sitzt. Der seine größte Rolle so perfekt spielt, dass er auf sein Theaterspiegelbild hereinfällt: Mephisto. Goethes raffinierter Teufel, der im realen Leben als Affe der wahren Hölle endet. Der bloß geliebt werden will, aber ohne Verantwortung zu tragen. Und der am Ende ahnt, dass der Hype des einen mit dem Leid vieler bezahlt wird. »Ich bin doch nur ein Schauspieler«, ruft er aus, stellvertretend für uns alle, uns Wohlstandskinder, Narzisst*innen, Leichtgekränkte und Geliebtwerdenwoller*innen. Ja, nur ein Schauspieler. Solange Scheinwerfer glühen und Masken glänzen. Solange der Vorhang nicht fällt.
Trailer
Pressestimmen
HNA, Andreas Gebhardt
Burleskes Schauspiel, wilde Groteske mit herausragendem Ensemble. [...]
Langanhaltener Applaus für eine ungewöhliche Inszenierung.
HNA
27. Januar 2020
KulturMagazin, Tina Fibiger
[...] In der bekommt dann der Verführer und Vorführer Gustaf Gründgens sein spekulatives Schauspiel und das Schauspielteam seine Standing Ovations.
März 2020

»Theater auf der Suche nach dem Teufel in uns«
Neben dem Staatstheater Kassel spielt auch das Schauspiel Frankfurt ab Oktober 2020 Klaus Manns Mephisto. »Demokratien leben vom Einsatz jedes Einzelnen. Insofern stellen die Aufführungen am Schauspiel Frankfurt und am Staatstheater Kassel brandaktuelle Fragen.«, meint Jan Tussing, hr2-kultur.